Meinung
Mammutaufgabe mit Konfliktpotenzial: Kommentar zum Schalke-Engagement von Ex-Werder-Sportchef Baumann
Frank Baumann, Ex-Sportchef des SV Werder Bremen, wird Sportvorstand beim FC Schalke 04. Wie passt das zusammen? Ein Kommentar von DeichStube-Reporter Malte Bürger.
An diesen Anblick wird sich der geneigte Fußball-Fan erst noch gewöhnen müssen. Frank Baumann, jahrelang eine der ganz treuen Seelen des SV Werder Bremen, widmet sich einer neuen Aufgabe. Und es ist nicht einfach nur die Tatsache, dass er einen Job bei einem anderen Club antritt, die hohe Wellen schlägt – sondern wo er das tun wird. Beim FC Schalke 04. Zwar ebenfalls ein Traditionsverein, ein noch größerer als Werder sogar. Aber eben auch ein Club, der in den vergangenen Jahren für all das stand, was Frank Baumann nicht symbolisierte: Unruhe, Hektik, innere Querelen. Wirklich seriös wirkte das selten, was da in Gelsenkirchen passierte. Und genau dort soll der so besonnene Frank Baumann als neuer Sportvorstand für den ersehnten Aufschwung sorgen. Ob das gut geht?
Neuer Job für Werder Bremen-Ex-Sportchef: Frank Baumann ist das komplette Gegenteil von Schalke 04
Fakt ist: Der 49-Jährige stellt sich einer echten Mammutaufgabe. Nicht nur, weil er das komplette Gegenteil von Schalke 04 darstellt. Der Ruhrpott-Club braucht dringend weniger Skandale und Intrigen, und natürlich den sportlichen Erfolg. Der Wiederaufstieg dürfte das oberste Ziel seiner beginnenden Amtszeit sein, alles darunter wäre eine Enttäuschung bei S04. Als Sportchef des SV Werder Bremen hat Frank Baumann bewiesen, wie die Rückkehr in die erste Liga schnellstmöglich gelingen kann – indem er auf Kräfte baute, die wissen, wie eine Etage tiefer funktioniert werden muss. Fährt er diesen Kurs erneut, müssen nicht nur bessere Spieler her, sondern womöglich auch der nächste neue Coach. Ein entspannter Einstieg sieht anders aus. Willkommen im Tollhaus Schalke!
Frank Baumann kennt Gegenwind von Werder Bremen - doch das war nur ein laues Lüftchen gegen Schalke 04
Ab dem 1. Juni tritt Frank Baumann offiziell seinen Posten an – es passt zu ihm, dass er diesen Termin vereinbart hat und nicht schon früher seine dann knapp einjährige Auszeit vom Profifußball abbricht. Prinzipien sind eben Prinzipien. Gänzlich tatenlos wird der gebürtige Franke dennoch nicht auf das Treiben bei seinem neuen Arbeitgeber blicken – auch weil er sich das gar nicht erlauben kann. Schon jetzt steht er unter besonderer Beobachtung. In Bremen, in ganz Fußball-Deutschland, aber besonders im Ruhrgebiet. Sie alle wollen sehen, ob der Baumann-Weg auf Schalke tatsächlich erfolgreich sein kann. Aus seiner Zeit bei Werder Bremen ist der Ex-Profi durchaus Gegenwind gewöhnt, im Vergleich zu seinem zukünftigen Posten dürfte alles zuvor Erlebte aber eher einem lauen Lüftchen gleichen. Dass Frank Baumann sich dieser Prüfung stellt, sagt viel über seinen Charakter aus. Und vielleicht hat Schalke genau solch einen Mann dringend gebraucht. (mbü)
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