DeichStube-Kommentar

Großer Verlust – und große Chance: Ein Kommentar zu Baumanns angekündigtem Werder-Abschied

Nach Höhen und Tiefen hört Werders Sportchef Frank Baumann im kommenden Sommer auf. Für Werder Bremen ist das ein großer Verlust und gleichzeitig eine große Chance, meint DeichStube-Reporter Daniel Cottäus.
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Nach Höhen und Tiefen hört Werders Sportchef Frank Baumann im kommenden Sommer auf. Für Werder Bremen ist das ein großer Verlust und gleichzeitig eine große Chance, meint DeichStube-Reporter Daniel Cottäus.

Ein Kommentar von Daniel Cottäus. Frank Baumann hat sich also entschieden, mit Werder Bremen und ihm geht es ab Sommer 2024 nicht mehr weiter, was für den Verein zweierlei bedeutet: einen herben Verlust und eine große Chance.

Verlust deshalb, weil in Frank Baumann einer der ganz großen Grün-Weißen nach einem Vierteljahrhundert im Verein geht. Double-Sieger, Derby-Held, Kapitän, Ehrenspielführer – kurz: während seiner aktiven Zeit hätte der gebürtige Würzburger mit Werder Bremen kaum mehr erreichen können. Und auch ab 2016, als Geschäftsführer Fußball – was hier und da viel zu schnell unter den Tisch fällt –, hat er vieles richtig gemacht.

Spieler wie Max Kruse, Niclas Füllkrug, Serge Gnabry oder Thomas Delaney wären ohne Frank Baumann beispielsweise nicht am Osterdeich gelandet. Während der Corona-Pandemie inklusive Impfpass-Skandal rund um Trainer Markus Anfang trug der Sportchef zudem großen Anteil daran, Werder Bremen wirtschaftlich und sportlich wieder auf Kurs zu bringen – in der zweiten Liga.

Kommentar: Nach Erfolgen, Fehlern und Erkenntnissen - Sportchef Frank Baumann hört im Sommer bei Werder Bremen auf

Womit wir beim anderen und weniger positiven Teil der Wahrheit angelangt wären. Denn Baumann war im Sommer 2021 fraglos einer der Hauptverantwortlichen für den Bremer Bundesliga-Abstieg, weil er Fehler bei der Kaderplanung begangen oder nicht erkannt hatte. Dazu kommt das wiederholte (zu) lange Festhalten an Cheftrainern (Skripnik, Kohfeldt). Fehler, die Frank Baumann allerdings korrigiert (direkter Wiederaufstieg) oder im Rückblick offen eingeräumt hat. Das passt zu seiner zu jeder Zeit vollumfänglichen Identifikation mit Werder – genauso wie sein frühzeitig verkündeter Abschied im kommenden Jahr, der, wie gesagt, auch eine große Chance für Werder Bremen ist.

Nach acht wechselhaften Jahren mit ein- und demselben Sportchef ist es einfach an der Zeit für einen anderen Kopf mit frischen Impulsen und neuen Sichtweisen, den der Aufsichtsrat nun finden muss. Clemens Fritz ist dabei als aktueller Leiter Profifußball sicher der naheliegendste Kandidat bei Werder Bremen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob er das Kontrollgremium von sich überzeugen kann.

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