DeichStube-Kommentar

Seine Treffer dürfen nicht fehlen – Kommentar zum Ducksch-Transfer von Werder Bremen zu Birmingham

„Seine Treffer dürfen nicht fehlen“: Ein DeichStube-Kommentar von Malte Bürger zum Transfer von Werder Bremens Stürmer Marvin Ducksch zu Birmingham City.

Bremen – Als Marvin Ducksch vor vier Jahren zum SV Werder Bremen kam, galt er als „Mr. 2. Bundesliga“. Als ein Stürmer, der nur dort funktionieren und seine Tore schießen würde. Vier Millionen Euro hatten sich die Norddeutschen den Transfer aus Hannover seinerzeit kosten lassen, um nach dem Abstieg auch dank Duckschs Treffern schnell wieder ins deutsche Fußball-Oberhaus zurückzukehren. 54 Tore und 40 Vorlagen in 134 Pflichtspielen später lässt sich festhalten: Die damalige Investition hat sich vollends gelohnt.

Typischer Jubel: Nach Werder Bremens Transfer von Marvin Ducksch zu Birmingham City mahnt DeichStube-Reporter Malte Bürger „seine Tore dürfen nicht fehlen“.

Trotz starker Statistiken: Marvin Ducksch hatte bei Werder Bremens Fans einen schweren Stand – ein DeichStube-Kommentar

Mehr noch: Ducksch hat sich selbst und auch seinen Kritikern bewiesen, dass er in Liga eins überzeugen kann. Sogar zweifacher Nationalspieler darf sich der gebürtige Dortmunder nennen. Trotz der beeindruckenden Zahlen verstummten die negativen Stimmen nie, zu sehr polarisierte der Angreifer des SV Werder Bremen mit seiner zurückhaltenden Zweikampfführung und einem überschaubaren Engagement bei Kopfballduellen. Nach Niederlagen war ein Sündenbock schnell gefunden. Es wurde laut geschimpft, sich in den Sozialen Medien oder Leserbriefen genüsslich in den Nachlässigkeiten des 31-Jährigen geweidet – und dabei allzu häufig ein respektloser Fehler begangen, indem beim Nachnamen des Profis das erste „C“ vergessen wurde. Marvin Ducksch reagierte auf Pfiffe und häufige Häme auf seine Weise, meckerte auch mal laut und pflegte ein bis zuletzt ambivalentes Verhältnis zum Anhang. Auch beim jetzigen Wechsel gibt es kaum Grauzonen, sondern zumeist nur Erleichterung oder Bedauern.

DeichStube-Kommentar: Abgang nachvollziehbar, aber die Tore von Marvin Ducksch dürfen Werder Bremen nicht fehlen

Rein sportlich verliert Werder Bremen einen Spieler, der in der jüngeren Vergangenheit eine Menge für das Wohlbefinden des Clubs getan hat. Allein dafür gebührt ihm Anerkennung. Und doch ist es vollkommen richtig, dass Marvin Ducksch nun keine unüberwindbaren Hindernisse für einen Wechsel in den Weg gestellt wurden. Das System von Neu-Coach Horst Steffen ist laufintensiv, das Spiel künftig keineswegs mehr so auf den Offensivakteur zugeschnitten wie zuletzt. Fraglich, ob überhaupt noch ein Platz in der Startelf für Ducksch gewesen wäre. Da hätte es intern schnell Reibereien geben können. Bei einer einjährigen Restlaufzeit des bisherigen Vertrages ist eine Trennung nur logisch und konsequent. Wenn auch geringer vergütet, als es für einen Profi mit einem Marktwert von sechs Millionen Euro möglich erscheint. Doch zur Wahrheit gehört eben auch: Die ganz großen Angebote hat es für Ducksch schon in den Vorjahren nie gegeben, als bei Werder die Hoffnung vorhanden war, mit einem Verkauf richtig Kasse zu machen.

Nun beginnt für beide Parteien ein neues Kapitel. Marvin Ducksch darf in Birmingham wieder seine Zweitliga-Qualitäten zeigen, was in der kampfbetonten englischen Championship noch einmal eine besondere Würze erhält. Und Werder Bremen wird sich offensiv neu ausrichten – und muss dabei alle Bedingungen dafür schaffen, dass Duckschs starker Quote nicht schon bald lautstark nachgetrauert wird. Seine Treffer und Vorlagen dürfen nicht fehlen. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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