DeichStube-Meinung

Mitchell Weisers Kritik an Werder Bremen trifft den Nerv - ein Kommentar

Mitchell Weiser hat deutliche Kritik am SV Werder Bremen geübt - und trifft damit den Nerv, meint DeichStube-Reporter Bjarne Voigt in seinem Kommentar.

Es hätte wohl einige Bundesliga-Clubs gegeben, bei denen Mitchell Weiser nach seiner deutlichen Kritik am Vereinskurs nicht nur mit einem klärenden Gespräch davongekommen wäre. Dass es bei Werder Bremen – wie zumindest öffentlich erklärt – beim verbalen Austausch bleibt, dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen wollen die Verantwortlichen kein weiteres Öl ins Feuer gießen, um den Fokus auf den Abstiegskampf nicht zu verlieren. Zum anderen ist Weiser inhaltlich auch nur schwer zu widersprechen. Der Profi hat seine persönliche Sicht auf eine Entwicklung geschildert, die seit Monaten auch außerhalb des Weserstadions für Stirnrunzeln sorgt. Die Deutlichkeit seiner Aussagen zeigt dabei vor allem eines: Nicht nur extern, sondern auch intern gibt es Zweifel am eingeschlagenen Kurs des SV Werder Bremen.

Mitchell Weiser hat deutliche Kritik am SV Werder Bremen geübt - und damit einen Nerv getroffen, meint DeichStube-Reporter Bjarne Voigt in seinem Kommentar.

DeichStube-Reporter Bjarne Voigt in seinem Kommentar: „Es ist Mitchell Weiser hoch anzurechnen, so klar Position zu beziehen“

Dabei ist es Mitchell Weiser hoch anzurechnen, dass er in einer Zeit, in der jedes Wort im öffentlichen Diskurs auf die Goldwaage gelegt wird, vor laufenden Kameras so klar Position bezieht und den Finger in die Wunde legt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ihm das aufgrund seiner langen Verletzungspause leichter gefallen sein dürfte, da er für die bislang enttäuschende Saison auf dem Platz keine direkte Verantwortung trägt. Sein Satz „Der Verein muss entscheiden, wohin er will“ spricht dennoch Bände. Eine schwache Saison kann nahezu jeden Bundesliga-Standort treffen. Doch trotz der lobenswerten Entwicklung vielversprechender Youngster und der unbestreitbaren Verletzungsproblematik bleibt festzuhalten: Die Verantwortlichen haben diese Spielzeit mit ihrer fehlerhaften Personalplanung im vergangenen Sommer in gewisser Weise in Kauf genommen – und das, obwohl Werder Bremen zuvor noch am internationalen Geschäft gekratzt hatte.

Dass ein ambitionierter Profi wie Mitchell Weiser damit hadert, ist nur folgerichtig. Umso größer wird nun die Aufgabe für die Bremer Vereinsführung, neben dem angepeilten Klassenerhalt auch den Unterschiedsspieler in zukünftigen Vertragsgesprächen wieder vom Weg des SV Werder Bremen zu überzeugen. Denn dieser ist in den vergangenen Monaten nicht nur nach außen, sondern offenbar auch intern zunehmend unklar geworden. Weisers Kritik sollte daher – unabhängig von seiner persönlichen Zukunft – am Osterdeich nicht ungehört verhallen. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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