DeichStube-Meinung

Kommentar: Werder muss aus Boniface-Posse die richtigen Schlüsse ziehen

Victor Boniface wird nicht mehr für Werder Bremen spielen. Aus der missglückten Leihe muss der SVW lernen, meint DeichStube-Reporter Bjarne Voigt.

Die Akte Victor Boniface beim SV Werder Bremen ist geschlossen. Der nigerianische Angreifer lässt sich operieren, einen Einsatz im grün-weißen Trikot wird es nicht mehr geben. Damit endet die Werder-Zeit einer Personalie, die zwar große Hoffnungen weckte, letztlich aber krachend scheiterte. Schon die Umstände der Verpflichtung wirkten wie ein Warnsignal: Boniface, der den Großteil des Tages öffentlich Videospiele streamte und diese nur kurz für den Medizincheck unterbrach, vermittelte früh den Eindruck, dass Werder für ihn weniger Chance als vielmehr das kleinstmögliche Übel war. Ein Zwischenstopp, kein Neuanfang.

Victor Boniface wird kein Spiel mehr für den SV Werder Bremen bestreiten. Daraus müssen die Bremer Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen, meint DeichStube-Reporter Bjarne Voigt in seinem Kommentar.

Kommentar: Der SV Werder Bremen muss aus der missglückten Leihe von Victor Boniface die richtigen Schlüsse ziehen

Dass Victor Boniface körperlich nie auf der Höhe war und letztlich durch einen Knorpelschaden ausgebremst wurde, ist nur ein Teil des Problems. Schwerer wiegt, dass der Stürmer den Eindruck vermittelte, sich mit seiner Aufgabe am Osterdeich nie wirklich zu identifizieren. Abgesehen von einer engagierten Leistung im Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Union Berlin wirkte er sowohl in Spielen als auch im Training häufig lustlos, setzte kaum Impulse und sorgte abseits des Platzes mit irritierenden Social-Media-Auftritten für Unruhe. Der Transfer entwickelte sich mehr und mehr zur Posse.

Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass die finanzielle Lage Werder Bremen zu Kreativität auf dem Transfermarkt zwingt, und das wirtschaftliche Risiko beim Boniface-Deal sich in Grenzen hielt. Doch sportlich bleibt einiges an Schaden zurück. Kein einziges Tor von Victor Boniface in elf Einsätzen – und nun erneut die Notwendigkeit, im Winter nachbessern zu müssen. Werder muss für die Zukunft die richtigen Schlüsse aus solchen Bruchlandungen ziehen. Es kann nicht die langfristige Strategie sein, auf große Namen mit großer Vergangenheit, aber ungewisser Gegenwart zu setzen. Das bringt den Club nicht nachhaltig voran.

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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