Werder-Transfers
Kommentar: Der Abgang von Dinkci und Woltemade muss ein Warnsignal für Werder sein
Dass in Nick Woltemade und Eren Dinkci zwei Eigengewächse mit viel Potenzial dem SV Werder Bremen den Rücken kehren, muss für den Verein ein Warnsignal sein. Ein Kommentar von DeichStube-Reporter Daniel Cottäus.
Erst Nick Woltemade, zwei Tage später dann Eren Dinkci: Binnen 24 Stunden hat der SV Werder Bremen gleich zwei Eigengewächse verloren, die sich am Osterdeich in den kommenden Jahren zu echten Identifikationsfiguren hätten entwickeln können. Als gebürtige Bremer, glühende Werder-Fans und nicht zuletzt junge Fußballer mit sehr viel Potenzial hätten beide fraglos das Zeug dazu gehabt. Nun kommt es anders – weil Woltemade und Dinkci nach Erfahrungen an anderen Standorten keine Lust mehr auf den viel zitierten Werder-Weg haben, sich andernorts einen besseren Fortgang ihrer Karriere versprechen. Für die Bremer muss das vor allem eines sein: ein Warnsignal.
Werder Bremens Transfer-Philosophie ist bei Eren Dinkci und Nick Woltemade krachend gescheitert
Erst kürzlich, im Zuge des Investoreneinstiegs, hatten die Vereinsverantwortlichen Werder Bremens Transfer-Philosophie noch einmal skizziert, in deren Zentrum sogenannte „Potenzialspieler“ stehen sollen. Sprich möglichst junge Profis, gerne auch aus dem eigenen Nachwuchs, die sich in Bremen möglichst gut entwickeln, der Mannschaft dadurch sportlich helfen und eines Tages möglichst gewinnbringend weiterverkauft werden sollen. Im Falle von Eren Dinkci und Nick Woltemade ist das krachend gescheitert. Dass der Abgang des Erstgenannten eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro einbringt, mag ein Trostpflaster sein. Angesichts von Dinkcis aktueller sportlicher Form und seines Marktwertes in Höhe von zehn Millionen Euro bleiben die Schmerzen dennoch.
Eren Dinkci und Nick Woltemade erlebten ihre bisher beste Zeit nicht bei Werder Bremen - sondern bei ihren Leih-Clubs
Natürlich werden bei beiden Spielern auch finanzielle Erwägungen eine Rolle dabei gespielt haben, Bremen zu verlassen. Werder sind da bekanntlich Grenzen gesetzt, die gerade Nick Woltemade mit seinen Forderungen enorm strapaziert haben soll. Beide Profis dürften aber auch im Kopf gehabt haben, dass sie ihre bisher sportlich besten Zeiten zwar formal als Werder-Spieler erlebt haben – nur eben nicht in Bremen, sondern im Rahmen einer Ausleihe. Während der eine aktuell im Heidenheim-Trikot die Bundesliga aufmischt, erzeugte der andere als Drittliga-Spieler des Jahres und Zweitliga-Aufsteiger mit der SV Elversberg bundesweite Aufmerksamkeit. Die Idee der Ausleihen ist also aufgegangen – für Dinkci und Woltemade, die andernorts bei viel Einsatzzeit entscheidende Entwicklungsschritte gemacht haben. Und die weiteren nun nicht mehr auf dem Werder-Weg gehen wollen. Eine Tatsache, die in Bremen sowohl der Cheftrainer als auch die Sportliche Leitung zwingend kritisch hinterfragen müssen. (dco)