FCA behält Trainer Baum
Überraschung kurz vor Weihnachten: Werder-Konkurrent behält doch seinen Trainer - auch Wolfsburg macht Interimscoach zum Chef
Kurz vor Weihnachten und kurz nach dem 0:0 gegen Werder Bremen hat der FC Augsburg eine Trainer-Überraschung bekanntgegeben: Manuel Baum wird von der Übergangs- zur Dauerlösung.
Augsburg - Nach der Trennung von Sandro Wagner, dem früheren Stürmer des SV Werder Bremen, wird Interimslösung Manuel Baum den FC Augsburg nun bis zum Saisonende betreuen. Ursprünglich hätte der Leiter Entwicklung & Fußballinnovation den Bundesligisten nur für drei Spiele bis zur Winterpause coachen sollen. Nach vier Punkten – unter anderem durch ein 0:0 gegen Werder - und der Stabilisierung der Mannschaft verkündeten der FC Augsburg und Baum jedoch die überraschende Wende in der Trainerfrage am Tag vor Weihnachten. Zunächst hatte die „Bild“ darüber berichtet. Im Sommer will Baum dann wieder auf seinen Funktionärsposten zurückkehren. „Wir sind überzeugt davon, dass Manuel Baum in der jetzigen Situation genau der richtige Trainer für unseren FC Augsburg ist. Er genießt unser volles Vertrauen und wir freuen uns sehr, dass Manuel sich bereiterklärt hat, die Aufgabe bis Saisonende fortzuführen. Nachdem er unsere Mannschaft Anfang Dezember übernommen hat, hat er sehr gute Arbeit geleistet. Darauf wollen wir gemeinsam in 2026 aufbauen“, sagte der Augsburger Geschäftsführer Michael Ströll.
Werder Bremen-Konkurrent FC Augsburg gibt Trainer-Überraschung bekannt: Manuel Baum wird zur Dauerlösung
Ähnlich sieht es Manuel Baum: „Die Arbeit mit unserer Mannschaft hat mir große Freude bereitet. Daher freue ich mich, noch etwas länger Cheftrainer des FCA zu sein. Für mich ist aber wichtig, wieder in meine ursprüngliche Position zurückwechseln zu können. Bis dahin werden wir nach der kurzen Winterpause gemeinsam alles dafür tun, um eine erfolgreiche Saison zu spielen.“ Nach der Trennung von Wagner Anfang Dezember übernahm Baum für drei Spiele - das war der eigentliche Plan. Der 46-Jährige stabilisierte die Mannschaft mit einem „Keep it simple“-Konzept und führte sie bei seinem Erstliga-Comeback als Trainer in den Partien gegen Bayer Leverkusen (2:0), in Frankfurt (0:1) und gegen Werder Bremen (0:0) zu insgesamt vier Punkten. „Die Sachen an der Seitenlinie machen Spaß - wie die ein paar Meter weiter oben“, bemerkte Baum nach dem Heimspiel gegen Bremen und ließ durchblicken, wie viel Freude er wieder als Coach habe. „Ich bin unfassbar dankbar, überhaupt eine Rolle in dem Fußball zu haben. Welche es dann ist, ist mir eigentlich egal.“
Auch die Führungsetage der Augsburger äußerte sich verlässlich vage, wenn es um die Frage nach der Wagner-Nachfolge ging. „Wir schließen nichts aus im Leben, nicht im Fußball“, sagte Sportdirektor Benjamin Weber. „Wir haben uns bewusst kein Datum gesetzt, weil wir aus Überzeugung entscheiden wollen.“ Überzeugt sind die Augsburger offensichtlich am meisten von Baum, der die Augsburger schon von Dezember 2016 bis April 2019 gecoacht hatte. Er startet wieder nach der kurzen Wintervorbereitung am 11. Januar mit einem Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Danach folgen zwei Heimpartien gegen Union Berlin und den SC Freiburg.
Werder Bremen-Konkurrenten FC Augsburg und VfL Wolfsburg machen Interimstrainer zum Chef
Der 38 Jahre alte Sandro Wagner war nach seinem Wechsel vom Posten des Co-Trainers von Julian Nagelsmann bei der deutschen Nationalmannschaft in nur wenigen Monaten beim FC Augsburg wieder Geschichte. Das ehrgeizige Projekt mit dem prominenten Cheftrainer-Novizen in der Bundesliga beendeten die Augsburger Verantwortlichen nach einem verheißungsvollen Start schnell wieder. Der Wagner-Fußball hatte nur zu zehn Punkten in zwölf Partien gereicht. Zudem schieden die Augsburger in der zweiten Runde des DFB-Pokals daheim gegen den Zweitligisten VfL Bochum aus. Mit nur 14 Punkten beendeten die Augsburger das Jahr in der gefährdeten Tabellenzone als Tabellen-15. und nur drei Zählern vor einem direkten Abstiegsplatz - daraus soll sie Baum herausführen.
Erst vor wenigen Tagen hatte auch der VfL Wolfsburg Daniel Bauer von der Interims- zur Dauerlösung befördert: Die Niedersachsen einigten sich mit dem bisherigen U19-Coach des Clubs nach zuvor zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage auf eine Ausdehnung der Zusammenarbeit. Der 43-Jährige unterzeichnete einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Die Entscheidung hatten die Wölfe unmittelbar vor der unglücklichen wie spektakulären 3:4-Heimniederlage gegen den SC Freiburg verkündet. Der Ex-Profi Daniel Bauer hatte die Mannschaft am 9. November vom glücklosen Paul Simonis übernommen, von dem sich der VfL nach nur acht Zählern aus zehn Spielen getrennt hatte. (dpa/mwi)
Rubriklistenbild: © IMAGO / Matthias Koch
