Der Matchwinner klärt auf
Theos Kopfball-Geheimnis
Mainz - Als Theodor Gebre Selassie endlich mal sein Kopfball-Geheimnis lüften soll, da windet er sich erst ein bisschen. Werders Matchwinner beim 2:1-Sieg in Mainz ist es unangenehm, über sich zu sprechen. Dann macht er es aber doch und blickt dabei weit zurück - auf seine Kindheit in Tschechien.
„Damals war es ja noch anders als heute“, erinnert sich Gebre Selassie: „Wir haben den ganzen Tag draußen gespielt.“ Ganz ungefährlich war das nicht, vor allem eine Sache nicht, die Gebre Selassie nun als möglichen Grund für seine Torgefährlichkeit mit dem Kopf ausgemacht hat. „Wir sind immer wieder von einer Garage gesprungen“, berichtet der 31-Jährige. Vielleicht komme ja daher seine gute Sprungkraft.
Verteidiger ein verlässlicher Torschütze
Die ist schon länger bekannt. 2012 hatte Werders damaliger Sportchef Klaus Allofs den Tschechen von Slovan Liberec nach Bremen geholt und auf seine enorme Torgefährlichkeit hingewiesen. Tatsächlich traf Gebre Selassie auch gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel - natürlich per Kopf. Von seinen bislang 15 Bundesliga-Toren hat er neun auf diese Art und Weise erzielt. Nach der schnellen Tor-Premiere dauerte es jedoch, bis aus Gebre Selassie tatsächlich ein verlässlicher Torschütze wurde.
In der Saison 2016/17 gelangen ihm fünf Treffer, in der gerade abgelaufenen Spielzeit drei - inklusive des Siegtreffers am Samstag in Mainz. Per Kopf - wie sonst? - wuchtete er in der 79. Minute eine Ecke von Florian Kainz über die Linie. Es war das 2:1, Werder hatte die Partie gedreht. „Natürlich freut mich das“, sagt Gebre Selassie, der in der ersten Halbzeit eine erste Gelegenheit noch ausgelassen hatte: „Die war eigentlich noch besser.“
Gebre Selassie mit einem Scherz in die Sommerpause
Aber es passte zu dem für ihn einigermaßen verrückten Spiel, dass ihm die komplizierten Dinge besser gelangen als die einfachen. Zu Beginn versprangen ihm noch einige einfache Bälle, er spielte als Rechtsverteidiger den einen oder anderen Fehlpass. Doch als er nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Sebastian Langkamp plötzlich in der Innenverteidigung gebraucht wurde, ging alles glatt. „Das hat er klasse gemacht“, lobte Coach Florian Kohfeldt.
Auch der Spieler selbst war zufrieden und liebäugelt nun sogar mit einem dauerhaften Wechsel: „Ich bin 31, die Position passt vielleicht besser zu mir.“ Als Innenverteidiger müsse er nicht mehr die Linie rauf und runter rennen. Das breite Grinsen verrät jedoch, dass es Gebre Selassie damit nicht ernst meint. Ein Spaß zum Saisonende muss erlaubt sein, findet der Tscheche und verabschiedet sich mit den Worten: „Ich bin froh, dass jetzt Sommerpause ist.“
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