Weiterer Neuzugang für Werder Bremen

Nicht auf Teufel komm raus

Wenn alles passt, kann sich Werder-Sportchef Frank Baumann einen weiteren Neuzugang vorstellen.
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Wenn alles passt, kann sich Werder-Sportchef Frank Baumann einen weiteren Neuzugang vorstellen.

Offenbach - Drei Tore gegen einen Drittligisten geschossen – diesen Leistungsnachweis nahm Frank Baumann trotz seines unklaren Werts schon zum Anlass, das Thema Stürmer-Neuverpflichtung bei Werder Bremen deutlich runterzukochen.

„Wir spielen da nicht verrückt. Wir sind mit dem aktuellen Kader schon zufrieden“, sagte der Sportchef und verwies darauf, dass gegen Würzburg auch noch Fin Bartels gefehlt habe. Das Personal biete also Möglichkeiten und Alternativen. Ein Neuer wäre also nur eine Zugabe?

Max Kruse will Manager und Trainer zwar nicht reinreden, aber für ihn sind neue Spieler mehr Notwendigkeit als Zusatz. „Klar, wir haben eine gute Mannschaft zusammen. Aber Fakt ist auch, dass wir viel erreichen wollen. Und da brauchst du vielleicht noch den einen oder anderen (Spieler) dazu“, sagte er im Gespräch mit Radio Bremen.

Maximilian Eggestein und Ludwig Augustinssonnach umjubeln Max Kruse nach seinem Treffer zum 2:0 gegen die Würzburger Kickers

Baumann ist grundsätzlich gar nicht anderer Meinung. „Wenn sich noch etwas ergibt, dann werden wir das machen“, sagt er. Aber: Weil gerade alle Welt nach einem zentralen Stürmer, wie auch Werder ihn gerne hätte, sucht, bleiben die Preise stabil auf hohem Niveau. „Wir werden nicht auf Teufel komm raus etwas machen“, so Baumann, „wir müssen überzeugt sein, dass der Spieler in die Mannschaft passt. Und er muss finanzierbar sein.“

Einzelkritik: Pavlenka wackelt kurz, Augustinsson überzeugt

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Pflichtspiel-Premiere für Werder. Pavlenka begann mit einer unsouveränen Faustabwehr, leistete sich in der Folge bei den meist wenig anspruchsvollen Prüfungen keinen weiteren Wackler mehr. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Wie erwartet übernahm er den Part rechts in der Dreierkette. Hatte dort wenig Probleme. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff erfüllte er solide seine Pflicht, dann verlor er kurz die Übersicht, was Würzburg die Top-Chance durch Taffertshofer (Pfosten/45.) ermöglichte. Note 3,5 © Gumz
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Gewollt oder nicht? Egal, Hauptsache drin! Mit einem Schuss, der irgendwo zwischen Kunststück und verunglückter Flanke anzusiedeln war, erzielte der Innenverteidiger das erste Werder-Tor der Saison. Seine eigentliche Aufgabe als linker Mann der Dreierkette erledigte er unaufgeregt. Note 2,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Als Abräumer gut, allerdings hätte sich der gelernte Zehner beim 50 Minuten dauernden Geduldsspiel bis zur Führung mehr zutrauen dürfen. Spielte zu oft nur Sicherheitspässe. Nach Bargfredes Einwechslung rückte Eggestein etwas nach vorne und nutzte die Auflösungserscheinungen in Würzburgs Hintermannschaft abgebrüht zum 3:0. Note 2,5 © Gumz
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Von Defensivaufgaben weitgehend unbehelligt durfte sich Gebre Selassie lange nach Herzenslust ins Offensivspiel einschalten. Zwar nutzte er das nicht zu einem Flankengewitter von rechts, aber Gebre Selassie wurde zu Bremens gefährlichstem Stürmer. Drei gute Chancen hatte er – mindestens die nach Flanke von Augustinsson hätte er verwerten müssen (38.). Note 2,5 © dpa
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson (bis 87.): Auch er stand zum ersten Mal bei einem Pflichtspiel für Werder auf dem Platz. Und es lässt sich sagen: Das wird was mit dem Schweden! Augustinsson hielt konsequent seine Position auf links, bekam viele Bälle und schlug gefährliche Flanken. Note 2 © imago
Jerome Gondorf
Jerome Gondorf (bis 63.): Auf der Taktiktafel hatte man ihn auf der rechten Halbposition erwartet. In der Realität spielte Neuzugang Gondorf bei Ballbesitz oft Stürmer, agierte auf einer Linie mit Kainz. Dass diese Rolle zu ihm passt, darf jedoch bezweifelt werden. Note 3,5 © Gumz
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Kein überzeugendes Spiel des Dänen, der Werder erstmals als Kapitän aufs Feld führte. Insgesamt nicht mit der Präsenz und der Bindung zum Spiel, wie es von ihm erwartet wird. Note 3,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (bis 79.): Er lief viel, war bemüht, holte sich die Bälle. Aber Offensiv-Akzente? Die blieben lange aus. Erst als Werder mit der Führung im Rücken mehr Raum bekam, hatte auch Kainz auffällige Aktionen. Die beste war die Maßflanke auf Kruse, die das Spiel entschied. Note 3 © Gumz
Max Kruse
Max Kruse: Er lief bei Weitem nicht so viel wie Kainz, spielte auch nicht auf vorderster Linie, sondern ließ sich häufig ein paar Meter nach hinten fallen oder wich auf die linke Seite aus. Dann schlich er sich doch in die Mitte und nickte nach Kainz-Vorarbeit zum 2:0 ein. Gewiss nicht der Fitteste, aber mit sicherem Instinkt für die Situationen. Note 2,5 © Gumz
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 63.): Kam für Gondorf und agierte deutlich defensiver. Note - © nordphoto (Archivfoto)
Johannes Eggestein
Johannes Eggestein (ab 79.): Zurück im Kreis der Profis! Zuletzt hatte der 18-Jährige vor einem Jahr bei der Pokal-Blamage gegen Lotte im Bundesliga-Team mitgewirkt. Die elf Minuten gegen Würzburg markieren für ihn also einen Neuanfang. © nordphoto (Archivfoto)
Ulisses Garcia
Ulisses Garcia (ab 87.): Noch ein Kurzeinsatz für den Schweizer. Note - © nordphoto (Archivfoto)

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