In der „Todesgruppe“ mit Chelsea und Barcelona
Zehn Punkte und trotzdem raus: Als der SV Werder Bremen einen kuriosen Champions-League-Rekord aufstellte
Der SV Werder Bremen war einst Dauergast in der Champions League. In der Saison 2006/07 haben die Bremer einen kuriosen Rekord aufgestellt, der bis heute und wohl auch für die Ewigkeit Bestand hat.
Bremen – Die UEFA Champions League erlebt ab der kommenden Saison 2024/25 eine große Reform. Die Gruppenphase bestehend aus vier Teams und sechs Spieltagen ist passé. 20 Jahre lang wurde dieser Modus gespielt, auch der SV Werder Bremen war einige Male im lukrativsten europäischen Wettbewerb vertreten. Ob die Bremer jemals wieder in ähnliche Sphären vordringen, ist ungewiss. Gewiss ist jedoch, dass die Grün-Weißen in der Saison 2006/07 einen Rekord aufstellten, der nun wohl einer für die Ewigkeit ist: Kein anderes deutsches Team schied jemals mit einer so hohen Punktzahl aus der Champions-League-Gruppenphase aus wie Werder in dieser Spielzeit.
Werder Bremen verliert gegen den FC Barcelona und scheidet 2006/07 mit zehn Punkten aus der Champions League aus
Am 5. Dezember 2006 reisten die Bremer als Zweitplatzierter der Gruppe A zum amtierenden Champions-League-Sieger FC Barcelona. Zu diesem Zeitpunkt hatte Werder Bremen bereits zehn Punkte auf dem Konto, nachdem die Hanseaten zwei Wochen zuvor den späteren Gruppensieger FC Chelsea im Heimspiel mit 1:0 besiegt hatten. „Barca“ lag mit acht Zählern auf Rang drei, Levski Sofia war mit null Punkten abgeschlagen Letzter. Ein Punkt hätte den Grün-Weißen also zum Weiterkommen gereicht, doch Ronaldinho, Deco und Co. machten mit den Bremern in der ersten Hälfte, was sie wollten, und sorgten früh für klare Verhältnisse. Ronaldinho erzielte an diesem Abend eines der legendärsten Freistoßtore der UCL-Geschichte, als er mit einem Flachschuss die hochspringende Bremer Mauer narrte. Die Katalanen gewannen am Ende ungefährdet mit 2:0, Werder musste sich mit dem dritten Platz begnügen und durfte nach der Winterpause nur noch im UEFA-Cup weitermachen. Immerhin: In jenem Wettbewerb drang Grün-Weiß sogar bis ins Halbfinale vor, schied dort gegen – na klar – Espanyol Barcelona aus.
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In der Saison 2007/08: Werder Bremen gehört zu dem schwächsten deutschen Trio der Champions-League-Geschichte
Im Folgejahr war Werder Bremen erneut in der Königsklasse vertreten und sorgte gemeinsam mit dem VfB Stuttgart sowie dem FC Schalke 04 für einen weiteren (unrühmlichen) Rekord. In 18 Spielen holten die drei Bundesligisten im Schnitt 0,94 Punkte pro Partie. Kein deutsches Trio oder Quartett hat bis heute durchschnittlich so wenige Zähler eingefahren wie Werder, Schalke und der VfB 2007/08. In einer Gruppe mit Real Madrid, Olympiakos Piräus und Lazio Rom wurden die Bremer mit secjs Punkten wieder nur Dritter – und das trotz eines legendären 3:2-Heimsieges gegen die „Königlichen“. Aber das ist eine andere Geschichte. (fwa)