Kroos war bekennender Werder-Fan
Rückkehr des Double-Magiers: Micoud genießt Gesänge, dankt Toni Kroos und träumt weiter von Abschiedsspiel bei Werder
Werder Bremens Legende Johan Micoud hat im Rahmen des Heimspiels gegen den VfL Bochum Toni Kroos gedankt und eine Liebeserklärung an den deutschen Nationalspieler abgegeben.
Bremen – Und wieder sangen sie sein Lied. Natürlich sangen sie es. Als Johan Micoud am vergangenen Samstag das Weserstadion betrat, dauerte es nicht lang, ehe der auf ihn umgetextete Beatles-Klassiker „Hey Jude“ von den Fans intoniert wurde. Die französische Mittelfeld-Legende des SV Werder Bremen, die zur großen 20-Jahr-Feier des Doubles von 2004 angereist war, dirigierte die Anhänger und genoss sichtlich die ewig währende Zuneigung. Nur kurz stutzte er im Austausch mit Stadionsprecher Arnd Zeigler und meinte grinsend: „Es haben noch nicht alle mitgesungen.“ Also wurde das Schauspiel genüsslich wiederholt, noch lauter schallte es nun von den Rängen in Richtung Rasen – und Micoud bedankte sich artig. Der 50-Jährige begeistert die Bremer noch heute. Und nicht nur die. Auch Nationalspieler Toni Kroos schwärmt regelmäßig in höchsten Tönen von seinem großen Vorbild, was „Le Chef“ enorm freut.
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Werder Bremen-Legende Johan Micoud: „Toni Kroos spielt genau den Fußball, den ich liebe“
„Es ist eine große Ehre. Toni Kroos spielt genau den Fußball, den ich liebe“, sagte Johan Micoud. „Er ist immer da, stürzt sich auf den Ball, will spielen. Es freut mich sehr, dass er mich als sein Idol bezeichnet.“ Im Podcast „Einfach mal luppen“, den der Weltmeister von 2014 gemeinsam mit seinem Bruder Felix Kroos erfolgreich produziert, ist die Werder-Liebe zu Kinderzeiten immer wieder Thema. Aber auch an anderer Stelle huldigte der gebürtige Greifswalder schon dem einstigen Bremer Strategen. Als er etwa 2014 im Rahmen der Verleihung des Ballon d’or auf seine Vorbilder angesprochen wurde, nannte Kroos zunächst Zinedine Zidane und dann Johan Micoud: „Er war mein persönlicher Lieblingsspieler, den fand ich überragend und habe mir einiges abgeschaut.“ Zuletzt hatte der Profi von Real Madrid sogar eines seiner Trikots nach Bremen geschickt, um einen Platz im Werder-Museum „Wuseum“ zu ergattern – natürlich direkt neben seinem großen Vorbild. Der Haken an der Sache: Von Micoud schmückt dort überhaupt kein Dress die Wände, was Kroos kürzlich mächtig erstaunte: „Das ist enttäuschend. Warum hängt oder steht da von Micoud nichts? Das ist der beste Spieler in der Geschichte dieses Clubs.“
Wo es große Verdienste ehemaliger Spieler gibt, sind auch besondere Ereignisse nicht fern. Ein offizielles Abschiedsspiel zum Beispiel. Als Claudio Pizarro 2022 mit einer großen Fußball-Party Adieu sagte, zählte auch Johan Micoud zu den Stargästen – und war seinerzeit im Gespräch mit der DeichStube sichtlich angetan von der Idee eines eigenen finalen Auftritts am Osterdeich. „Die Idee habe ich weiterhin“, verriet die Legende des SV Werder Bremen, die während der nahenden Fußball-EM von Paris aus für die große Zeitung „L’Equipe“ als Experte tätig sein wird, nun bei seiner Rückkehr. „Viele sagen: Mach es doch! Wenn ich es tue, dann hier. Aber bis dahin muss ich noch an meiner Fitness arbeiten.“ (mbü)