Planungen schreiten voran

Bremer Innensenator Mäurer besucht Leistungszentrum und macht Werder Hoffnung

Nachwuchsleistungszentrum des SV Werder Bremen: Innensenator Ulrich Mäurer besucht Anlage in der Pauliner Marsch und sendet nach Gesprächen mit Werder-Geschäftsführer Tarek Brauer positive Signale.
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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (links) sendet nach Gesprächen mit Werder-Geschäftsführer Tarek Brauer (rechts) positive Signale zur Sanierung des Nachwuchsleistungszentrums.

Nach den gescheiterten Neubau-Plänen möchte der SV Werder Bremen sein Leistungszentrum in der Pauliner Marsch sanieren. Gemeinsam mit einer Delegation hat deshalb nun Bremens Innensenator Ulrich Mäurer die Anlage rund um „Platz 11“ besucht und erklärt, dass die Stadt Bremen den Grün-Weißen gerne unter die Arme greifen möchte.

Bremen – Der große Wurf ist nach jahrelangen Diskussionen und Fast-Stillstand vom Tisch, umso mehr nimmt das Thema „Kleine Lösung beim Leistungszentrum (LZ) des SV Werder Bremen in der Pauliner Marsch“ Fahrt auf. Nur wenige Tage, nachdem Werder-Geschäftsführer Tarek Brauer in der DeichStube die neuen Ideen des Clubs vorgestellt und die Stadt um Mithilfe gebeten hat, stattete Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mit einer kleinen Delegation der Anlage rund um „Platz 11“ einen Besuch ab. Anschließend sendete der 72-Jährige aus Werder-Sicht durchaus positive Signale. 
 
„Die umfangreiche Berichterstattung in den letzten Wochen, Monaten und Jahren zeigt deutlich, dass auf „Platz 11“ ein hoher Sanierungsbedarf besteht, zudem möchte der SV Werder Bremen die Bedingungen für das Leistungszentrum infrastrukturell verbessern“, berichtete Ulrich Mäurer auf Nachfrage der DeichStube und erklärte: „Die unterschiedlichen Akteure arbeiten intensiv an Lösungen. Sobald es konkrete Schritte gibt, werden diese sicherlich auch entsprechend nach außen weitergegeben. Momentan werden die Rahmenbedingungen geprüft, und sehr gerne möchte die Freie Hansestadt Bremen Werder unterstützen.“

Werder Bremen und sein Nachwuchsleistungszentrum: „Wir möchten als Club nicht auseinandergerissen werden.“

Es geht auch nur zusammen. Denn die Liegenschaften gehören zum einen Teil Werder, zum anderen Teil aber auch der Stadt. Ursprünglich hatte Werder geplant, sein marodes Leistungszentrum an „Platz 11“ praktisch neu zu bauen – inklusive eines Stadions für 5 000 Besucher. Dagegen regte sich großer Widerstand bei Anwohnern, die sich um das Erscheinungsbild der Pauliner Marsch sorgen und auf den Hochwasserschutz direkt an der Weser hinweisen. Werder scheiterte schließlich mit einem langwierigen Moderationsverfahren und verabschiedete sich von diesen Plänen. Doch die Grün-Weißen wollen einen Umzug des LZs unter allen Umständen vermeiden. „Wir möchten als Club nicht auseinandergerissen werden. Dieses LZ lebt von der Nähe zu den Profis und unseren Fans, hier sind wir eine Gemeinschaft. So etwas ist mehr wert als so mancher Bau“, betonte kürzlich Tarek Brauer als zuständiger Geschäftsführer des SV Werder Bremen. Gemeinsam mit Sportchef Frank Baumann führte er Ulrich Mäurer und dessen Delegation mit Monika Duncan (Abschnittsleiterin Sportamt Bremen) und Olaf Bull (Staatsrat beim Innensenator) über „Platz 11“ und erläuterte Werders Idee: Alle vorhandenen Gebäude und Flächen sollen nur im Rahmen der aktuell rechtlichen Möglichkeiten saniert werden. Dadurch würde das besondere Einspruchsrecht der Anwohner in diesem sensiblen Bereich nicht zum Tragen kommen.

Gespräche über die Sanierung von Werder Bremens Nachwuchsleistungszentrum laufen

Die Stadt sitzt auch deshalb mit im Boot, weil „Platz 11“ „als zentrale Sportanlage fungiert und von 13 Schulen, sechs verschiedenen Nutzergruppen und circa 50 Mannschaften, hauptsächlich aus dem Breitensport, genutzt wird“, heißt es in einer Senatsvorlage. Die wurde gerade von der Bremer Landesregierung auf Antrag der CDU für die nächste Fragestunde in der Bürgerschaft verabschiedet. Die Oppositionspartei wollte sich über den Stand beim Thema Leistungszentrum informieren – und bekam dabei zudem als Antwort: „Die dort befindlichen Gebäude des bestehenden Nachwuchsförderzentrums und des Vereins SV Werder Bremen schließen ein städtisches Umkleidegebäude des Sondervermögens Immobilien und Technik mit ein. Eine Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes betrifft somit auch städtisches Eigentum. Die Gespräche zu einer möglichen Umsetzung und Unterstützung des Senats werden derzeit geführt. Darüber hinaus wird die Sanierung der vorhandenen Tribünenanlage geprüft.“
 
Werder Bremen wünscht sich, dass schnell eine Lösung gefunden wird. Denn auch durch eigenes Zögern ist schon zu viel Zeit verloren gegangen. Das Leistungszentrum muss dringend modernisiert werden. Klappt das nicht, bleibt ein Umzug ein Thema – auch nach Niedersachsen. Doch das will der Senat unbedingt verhindern, wie diese Zeilen aus der Senatsvorlage deutlich machen: „Für den Fall, dass die neuen Planungen in der Pauliner Marsch scheitern sollten, werden weiterhin Flächenalternativen im Stadtgebiet geprüft, damit kein Umzug ins Umland erfolgt.“ (kni)

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