Nach Stammzellenspende

Thy: „Für mich war es selbstverständlich“

Lennart Thy verpasste das vergangene Spiel seines Club, der wegen einer Stammzellenspende für das Spiel Sonderurlaub bekam.
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Lennart Thy verpasste das vergangene Spiel seines Club, der wegen einer Stammzellenspende für das Spiel Sonderurlaub bekam.

Venlo - Ganz fit ist Lennart Thy noch nicht wieder, aber das ist für den 26-jährigen Profi von Werder Bremen, der derzeit an den niederländischen Erstligisten VVV Venlo ausgeliehen ist, überhaupt kein Problem.

„Das gehört dazu. Ich habe auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen“, betonte Thy, der mit seiner Stammzellenspende für einen an Leukämie erkrankten Menschen medial für großes Aufsehen gesorgt hat. Während einer Pressekonferenz hat der Stürmer am Dienstag erklärt, wie der Eingriff abgelaufen ist - und warum er keine Sekunde lang gezögert hat, als er kurz vor Silvester im Urlaub in Amsterdam den Anruf bekam, mit dem alles begann.

„Wenn man die Chance dazu hat, ein Menschenleben zu retten, dann ist das viel wichtiger als ein Fußballspiel“, sagte Thy, der wegen der Stammzellen-Entnahme die Partie seines Vereins beim PSV Eindhoven verpasst hatte. „Ich möchte dem Verein und dem Trainer danken, dass sie mir die Aktion ermöglicht haben“, sagte Thy, dem selbst der größte Dank gebührt.

Selbstverständlichkeit für Thy

2010 hatte sich der damals 19-Jährige gemeinsam mit Werders kompletter U23-Mannschaft bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen, um eventuell eines Tages als Spender ein Leben retten zu können. Großartig gedacht hat er in den vergangenen Jahren nicht mehr an die Aktion. „Es gab damals einen Aufruf im Verein. Im Nachhinein bin ich dankbar dafür“, betonte er.

Kurz vor Silvester, im Urlaub in Amsterdam, erhielt der Angreifer dann einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er als Spender infrage kommt. Thy sendete Blutproben ein, vor sechs Wochen wurde die Sache dann konkret, und er entschied sich für den Eingriff. „Für mich war das selbstverständlich. Es ist also ein recht einfacher Weg, jemandem eine Chance zu geben, weiterzuleben.“

Eingriff dauerte fünf Stunden

In den Tagen, bevor ihm die Stammzellen aus dem Blut entnommen wurden, musste sich Thy zweimal täglich ein Hormon spritzen. Der eigentliche Eingriff in einem Kölner Krankenhaus hat fünf Stunden gedauert. „Danach konnte ich nach Hause gehen“, berichtete Thy, der sich in den folgenden Tagen „etwas schlapp“ gefühlt hat.

Ein bis zwei Wochen dauert es, ehe sich die Stammzellen neu gebildet haben, in der nächsten Woche will der Fußballer dann wieder mit seinen Kollegen trainieren. Bis er erfährt, ob seine Spende den erhofften Erfolg bringt, dauert es deutlich länger. „Frühestens in drei Monaten weiß ich, ob die Transplantation angeschlagen hat“, sagte er.

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