Vorlage beim Siegtor in Stuttgart
Bittencourts Geniestreich: Werder-Profi erneut von der Bank wichtig – aber wie geht es mit ihm weiter?
Leonardo Bittencourt hat Werder Bremen erneut mit einer wichtigen Tor-Vorlage geholfen, ist aber mit seiner Reservistenrolle unzufrieden. Wie Werder damit umgeht - und was das für seine Zukunft bedeutet.
Bremen – Er hatte viel Platz im Mittelfeld und so suchte Leonardo Bittencourt sofort den Vorwärtsdrang. Ein kurzer Antritt, zwei schnelle Kontakte und dann spielte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen mit einem gekonnten Außenristpass den Ball in die Tiefe. Dort fand er Oliver Burke, der schließlich zum umjubelten 2:1-Siegtreffer beim VfB Stuttgart einschob. Während alle dem Doppel-Torschützen zur Eckfahne folgten, drehte Bittencourt zunächst ab und schrie seine Freude über den späten Sieg hinaus. Es war ihm deutlich anzumerken, wie viel es ihm bedeutete, wieder entscheidend zum Erfolg beigetragen zu haben – wie kürzlich schon in Leverkusen, als er das 2:0 mitinitiiert hatte.
Werder Bremen-Profi Leonardo Bittencourt hilft mit Tor-Vorlage erneut entscheidend - aber will mehr spielen
Für Werders Leiter Profifußball, Peter Niemeyer, ist der 31-Jährige so oder so von Bedeutung, wie er im Gespräch mit der DeichStube betont: „Leo hat in den letzten Spielen nach seinen Einwechslungen einen guten Job gemacht. Er agiert sehr mannschaftsdienlich und ist immer für das Team da. Umso schöner, dass er sich nun mit der Vorlage belohnt und entscheidend zum Sieg beigetragen hat.“ In den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen, von denen Werder Bremen vier gewann, stand Leonardo Bittencourt insgesamt lediglich 56 Minuten auf dem Platz. Für einen ehrgeizigen Profi wie ihn zu wenig – das machte er bereits vor anderthalb Wochen im DeichStube-Interview deutlich: „Wenn man in seiner Karriere immer Stammspieler war, dann ist es natürlich schwierig, in diese Phase zu rutschen. Ich will und werde das auch nicht akzeptieren – weil ich Fußballer bin und spielen will.“
Verbleib oder Transfer? Werder Bremen will mit Leonardo Bittencourt über die Zukunft sprechen
Peter Niemeyer sieht in dieser Haltung keinen Grund zur Sorge: „Ich finde es völlig in Ordnung, wenn jemand mit seiner Reservistenrolle unzufrieden ist – das zeigt Ehrgeiz.“ Entscheidend sei, wie ein Spieler mit der Situation umgeht. Die Vorlagen in Stuttgart und Leverkusen sprechen jedenfalls eine klare Sprache. Leo Bittencourt bleibt kämpferisch: „Ich scharre noch immer mit den Hufen. Senne Lynen und Jens Stage spüren jeden Tag meinen Atem im Nacken.“ Resignation? Fehlanzeige – auch aus Sicht der sportlichen Leitung beim SV Werder Bremen: „Leo ist mit seiner aktuellen Rolle nicht zufrieden – und das ist legitim. Aber er gibt in dieser Rolle alles. Darüber sind wir sehr glücklich“, sagt Niemeyer.
Bleibt Leonardo Bittencourt also über den Sommer hinaus an der Weser? Ein personeller Umbruch bei Werder Bremen steht bekanntlich bevor. Zwar besitzt der Mittelfeldspieler einen Kontrakt bis 2026, doch auch für ihn dürfte entscheidend sein, wie der Verein mit ihm plant. „Da er einen Vertrag über den Sommer hinaus besitzt, gibt es derzeit auch keinen akuten Gesprächsbedarf“, erklärt Niemeyer. „Nach der Saison werden wir uns mit ihm zusammensetzen und besprechen, wie seine Rolle im kommenden Jahr aussehen kann.“ (bvo)
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