Bittencourts Werder-Zukunft
Bleiben? Gehen? Verlängern? So sehen Werders Pläne mit Leonardo Bittencourt aus
Leonardo Bittencourt geht zur neuen Saison in sein letztes Vertragsjahr beim SV Werder Bremen. Wie die Grün-Weißen mit dem Routinier planen.
Bremen – Leonardo Bittencourt ist auch während seines Urlaubs fleißig. Das ließ der 31-Jährige seine Fans kürzlich via Instagram wissen – und zwar durchaus humorvoll. Ein Foto, das ihn vollkommen ausgepumpt am Boden liegend zeigt, garnierte der Profi des SV Werder Bremen mit dem Hinweis, dass ihm vom Club zwar schöne Ferien gewünscht worden seien, diese dank Laufplan des Fitnesstrainers in Wahrheit dann aber so aussehen würden: der Erschöpfung gefährlich nahe. Zeit genug zum Ausspannen und Sonne tanken mit der Familie dürfte für Bittencourt zwar trotzdem bleiben, dennoch quält er sich (wie viele seiner Kollegen auch) bereits jetzt für die neue Saison, als eine Art Vorbereitung auf die Vorbereitung – auf seine dann schon sechste Spielzeit im Werder-Trikot. „Wir planen auch für das kommende Jahr mit Leo. Das ist mit Horst Steffen so besprochen“, erklärt Sportchef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. Dabei ist der Fall Bittencourt durchaus speziell.
Vertrag läuft 2026 aus: Bleibt Leonardo Bittencourt beim SV Werder Bremen?
Warum? Der Vertrag des Routiniers läuft am 30. Juni 2026 aus, was den Gedanken an eine mögliche Trennung in diesem Sommer speist. Schließlich wäre es für Werder Bremen die letzte Möglichkeit, noch etwas Geld für den Spieler einzunehmen, ehe er ablösefrei wechseln könnte. Auch die Tatsachen, dass Leonardo Bittencourt schon lange im Verein und nicht mehr der allerjüngste Spieler ist, machen ihn im Zuge des angedachten Umbruchs zum potenziellen Abgangskandidaten. Bei einer entsprechenden Offerte wäre Werder gewiss gesprächsbereit. Nur deutet auf dieses Szenario aktuell nichts hin.
Konkrete Angebote liegen nicht vor, zudem fühlt sich Leonardo Bittencourt weiterhin pudelwohl an der Weser und strebt grundsätzlich keinen Wechsel an. „Es ist nicht so, dass ich unbedingt ins Ausland will. Ich bin einfach ein Bundesliga-Kind. Je älter man wird, desto mehr müssen auch gewisse Rädchen ineinandergreifen. Meine Familie spielt eine große Rolle“, sagte er gegen Ende der vergangenen Saison im DeichStube-Interview. Seine neue Rolle unter dem inzwischen freigestellten Chefcoach Ole Werner hatte er da schon angenommen und sogar Gefallen an ihr gefunden.
Neue Rolle beim SV Werder Bremen: Leonardo Bittencourt ist wichtig – aber wie lange bleibt er noch?
Zuletzt kam Leonardo Bittencourt auf vergleichsweise wenig Spielzeit, was an seiner Bedeutung innerhalb des Teams aber nichts verändert haben soll. „Leo hat es in der vergangenen Saison gut gemacht. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine ist er ein wichtiger Bestandteil unserer Gruppe“, sagt Sportchef Fritz – und betont: „Mit seiner Erfahrung ist er gerade für die jüngeren Spieler ein wertvoller und verlässlicher Ansprechpartner.“ Davon möchte künftig auch der neue Cheftrainer Horst Steffen profitieren, der zwar als großer Talent-Förderer gilt, bei seiner Vorstellung Anfang Juni aber auch hervorhob: „Es gibt auch viele ältere Spieler, die sich unter meiner Regie weiterentwickeln konnten.“ All das ergibt ein Szenario, das sogar eine vorzeitige Verlängerung von Bittencourts 2026 endendem Kontrakt denkbar erscheinen lässt. Im Moment sieht es aber auch danach nicht aus. „Aktuell führen wir noch keine Gespräche in dieser Sache“, erklärt Sportchef Fritz.
Es könnte also darauf hinauslaufen, dass Werder Bremen und Leonardo Bittencourt in ihre sechste gemeinsame Saison starten und die Zeit danach erst einmal offenlassen. Anders formuliert: Wie oft der Verein seinen Spieler noch mit besten Ferienwünschen und personalisiertem Laufplan in den Urlaub schickt, bleibt abzuwarten. (dco)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
