Werders Sportchef-Suche

In das oberste Regal: Werder Bremen hat auch Markus Krösche und Simon Rolfes als Baumann-Nachfolger im Visier

Namhafte Kandidaten: Bei der Suche nach einem Nachfolger für Sportchef Frank Baumann klopft Werder Bremen auch Simon Rolfes (links) und Markus Krösche ab.
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Namhafte Kandidaten: Bei der Suche nach einem Nachfolger für Sportchef Frank Baumann klopft Werder Bremen auch Simon Rolfes (links) und Markus Krösche ab.

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Sportchef Frank Baumann klopft der SV Werder Bremen auch die großen Namen der Branche ab. Nach DeichStube-Informationen stehen auch Simon Rolfes und Markus Krösche auf der Liste.

Bremen – Frank Baumann wird gerne mal nachgesagt, dass er bei Entscheidungen zu zögerlich sei. Das soll auch daran liegen, weil er auf dem Transfermarkt gerne ins oberste Regal oder knapp darunter schaut und deshalb schon mal abwartet, ob sich da für seinen SV Werder Bremen eine gute Gelegenheit ergibt. Bei Serge Gnabry, Max Kruse und Naby Keita ist ihm das zum Beispiel gelungen. Ähnlich agiert nun auch der Aufsichtsrat – und das passenderweise bei der Suche nach einem Nachfolger für Baumann als Geschäftsführer Fußball. Deshalb stehen nach Informationen der DeichStube auch Markus Krösche von Eintracht Frankfurt und Simon Rolfes von Bayer Leverkusen auf der sogenannten Longlist – und bei den beiden Ex-Werderanern soll abgeklopft werden, ob es Sinn macht, sie auf die Shortlist zu setzen.

Am Sonntagmorgen trifft sich der Aufsichtsrat, denn es steht die Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen an. Einen Tag später ist eine Sitzung des Kontrollgremiums anberaumt. Dabei wird es natürlich vornehmlich um das Thema Frank Baumann-Nachfolger gehen. Aufsichtsratsvorsitzender Hubertus Hess-Grunewald hat betont, die bestmögliche Lösung finden zu wollen. Deswegen wurde ein Auswahlprozess angeschoben und nicht einfach nur Clemens Fritz befördert. Der Leiter Profifußball genießt zwar eine große Wertschätzung, muss sich aber dennoch bis Ende November mit seinem Konzept vor dem Kontrollgremium beweisen. Der 42-Jährige begrüßt das Verfahren, wie er selbst gesagt hat. Spannend wird dabei übrigens auch, ob er im Fall der Beförderung für seinen aktuellen Posten einen Nachfolger wünscht – und wenn ja, wen. Johannes Jahns, der im Sommer als Kaderplaner zu Werder kam? Oder einen Ex-Profi, so wie es Fritz selbst ist?

Als Nachfolger für Frank Baumann: Werder Bremen hat Markus Krösche und Simon Rolfes im Visier

Diese Frage würde sich auch stellen, falls sich der Aufsichtsrat für eine externe Lösung aussprechen sollte. Bleibt dann Clemens Fritz auf seinem Posten oder wünscht sich der Neue eine andere Besetzung oder sogar eine andere Struktur? Gerade so sportliche Schwergewichte wie Krösche und Rolfes dürften da gewiss ihre eigenen Vorstellungen haben. Markus Krösche kann da auf viel Erfahrung zurückgreifen. Der 43-Jährige hat beim SC Paderborn als Geschäftsführer Sport gearbeitet, bei RB Leipzig als Sportdirektor und nun bei Eintracht Frankfurt als Sportvorstand. Letzteres sehr erfolgreich – mit dem Gewinn der Europa League im Sommer 2022 als Krönung. Da wirkt es fast schon vermessen, dass sich Werder Bremen Chancen ausrechnet, ihn abwerben zu können. Doch Krösche hat eben auch eine Werder-Vergangenheit, spielte von 1996 bis 2001 im Nachwuchs der Grün-Weißen, dann bei den Amateuren. 1999 gewann er mit Werder die deutsche A-Junioren-Meisterschaft – als Kapitän. Ein gewisser Tim Borowski, der spätere Double-Sieger, war auch dabei. Genauso wie Axel Plaat. Der damalige Meister-Trainer sitzt seit Jahren im Aufsichtsrat des SV Werder. Die Kontaktaufnahme dürfte also unkompliziert sein.

Das gilt auch für Simon Rolfes. Der wechselte 1999 in die Jugend des SV Werder Bremen und gehörte später zum Kader der Double-Gewinner. 2004 zog der Mittelfeldspieler nach Aachen weiter und fand schließlich bei Bayer Leverkusen sein Glück. Dort wurde er Nationalspieler und arbeitete auch nach seiner Karriere für den Werksclub. Seit Sommer ist er dort Nachfolger von Rudi Völler als Geschäftsführer Sport. Bei den Rheinländern läuft es bestens, Bayer führt die Bundesliga-Tabelle an. Es gibt für Rolfes eigentlich überhaupt keinen Grund für einen Wechsel. Und trotzdem will Werder auch diese Personalie checken, um sich später nicht vorwerfen zu lassen, man habe nicht alles probiert.

„Clemens ist der richtige Mann“: Ex-Werder-Bremen-Manager Thomas Eichin setzt auf Fritz als Frank-Baumann-Nachfolger!

Werder Bremens Ex-Aufsichtsratsboss Marco Bode lobt Frank Baumann und traut Clemens Fritz Beförderung zu

Das dürfte Marco Bode gefallen. Die Legende des SV Werder Bremen, die bis 2021 den Vorsitz im Aufsichtsrat des Bundesligisten innehatte, wünscht sich im Gespräch mit dem „kicker“, „dass Werder eine gute Entscheidung hinbekommt“. Dabei machte er auch Werbung für Clemens Fritz. „Clemens kann in diese Rolle sicherlich hineinwachsen“, so Bode, er betonte aber gleichzeitig: „Frank Baumann wird schon eine große Lücke hinterlassen.“ Seinem ehemaligen Mitstreiter bescheinigte er, „einen guten Job“ gemacht zu haben: „Ich schätze ihn als Mensch, habe aber immer auch seine Kompetenz, seinen Einsatzwillen und seine Leidenschaft gesehen. Man muss in diesem Job auch ein bisschen verrückt sein und sehr viel Zeit aufwenden. Das hat Frank immer getan.“

Auf dessen Nachfolger kommt also viel Arbeit zu. Aber das dürften die Kandidaten wissen – vor allem, wenn sie aus dem obersten Regal oder einem darunter stammen. Die kennen den Job schließlich bestens. Spätestens Ende März will Werder Bremen die Lösung präsentieren. (kni)

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