Kirche bleibt im Dorf
Trotz hoher Fehlerquote: Werder Bremen will die 0:3-Testspiel-Niederlage gegen Lecce nicht überbewerten
Eine 0:3 Niederlage im Testspiel gegen US Lecce: So bewerten Trainer Ole Werner, Leiter Profifußball Peter Niemeyer und Verteidiger Niklas Stark den Auftritt des SV Werder Bremen.
Zell am Ziller – Selbstverständlich ist es nur ein Testspiel gewesen. Und wenn alles optimal läuft, dann fragt in ein paar Wochen ohnehin niemand mehr danach, wie diese 0:3 (0:2)-Niederlage des SV Werder Bremen gegen den italienischen Erstligisten US Lecce zustande gekommen ist. Zumindest am Samstagnachmittag taugte das Resultat im Parkstadion von Zell am Ziller aber als echter Stimmungsdämpfer. Vor allem unter den Fans. Bei Werder selbst war man zur Quasi-Halbzeit des Österreich-Trainingslagers darum bemüht, nicht zu enttäuscht aus der Partie herauszugehen – schon gar nicht im Vorfeld des späteren Teamabends.
Werder Bremen mit schweren Beinen und schwachem Testspiel gegen US Lecce
„Natürlich freut man sich immer, wenn man gewinnt, und für die Stimmung der Mannschaft ist es auch besser“, erklärte Peter Niemeyer als Leiter Profifußball. „Wir sollten solch ein Spiel aber auch nicht überbewerten, das wirft uns jetzt nicht aus der Bahn.“ Ganz ähnlich sah es Verteidiger Niklas Stark. „Wir trainieren hier immer noch, deswegen sollten wir jetzt auch die Kirche im Dorf lassen“, betonte der 29-Jährige. „Klar, es ist nicht schön, 0:3 zu verlieren, aber ich glaube trotzdem, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben.“ Die Details zu seiner Sichtweise lieferte der Innenverteidigung gleich mit. „Wir hatten gute Stafetten drin, sind gut ins letzte Drittel gekommen“, zählte Stark auf, „aber wir haben auch gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Aber genau dafür sind die Testspiele ja da.“
Nachholbedarf liegt nach dem Duell mit dem Serie-A-Club auf der Hand. Werders Profis zeigten sich zwar bemüht, agierten jedoch vor allem im Aufbau viel zu fehlerhaft. Immer wieder gab es einfache Ballverluste, weil technisch unsauber gespielt oder viel zu unpräzise gepasst wurde. Die Süditaliener offenbarten zwar auch allerlei Schwächen, nutzten die Bremer Patzer dann aber aus. Weil erst Marvin Ducksch und später Jens Stage den Ball verlor und Lecce kontern konnte, schnürte Nikola Krstovic einen Doppelpack (31./34.). Werder Bremen kam dagegen kaum einmal zu Chancen, erst unmittelbar vor der Pause verdaddelten Isak Hansen-Aaröen und Keke Topp eine 1000-prozentige Gelegenheit. Wirklich prickelnd wurde das Geschehen auch in Abschnitt zwei nicht. Werder mühte sich zwar um den Anschluss, kassierte kurz vor dem Abpfiff nach einem weiteren Fehlpass – dieses Mal von Leonardo Bittencourt – das dritte Gegentor (Torschütze: Hamza Rafia).
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Vor Mannschaftsabend: 0:3-Testspiel-Niedferlage gegen US Lecce ein Stimmungskiller?
„Im Großen und Ganzen war es ein Vorbereitungsspiel, in dem beiden Mannschaften anzumerken war, dass gerade auch körperlich viel Luft nach oben ist. Bei uns hat man das insbesondere in den letzten zehn, zwölf Minuten beider Durchgänge gesehen“, bilanzierte Cheftrainer Ole Werner, „und deshalb kommt dann solch ein Ergebnis zustande“. Ein Ergebnis, das trotz Testspielcharakter nicht einfach so weggewischt wird. „Wir werden die Fehler, die wir gemacht haben, ansprechen, aufarbeiten und dann hoffentlich abstellen“, sagte Peter Niemeyer, der von der Mannschaft forderte, dass sie in ihren Aktionen noch schärfer werden müsse. Auch Niklas Stark nahm sich und seine Kollegen in die Pflicht. „Das Anlaufen muss noch besser strukturiert, die Sinne müssen geschärft werden“, meinte er. „Aber man muss auch sagen, dass wir die letzten zwei Tage zweimal am Tag bei gefühlt 40 Grad in der Sonne trainiert haben. Da sind die Beine auch ein bisschen schwer.“
Peter Niemeyer will jedenfalls nichts von einem Rückschlag wissen. „Wir sind total im Soll, arbeiten hart an unseren Themen und präparieren uns gut“, hob der 40-Jährige hervor, der erst seit ein paar Wochen wieder bei Werder Bremen ist, aber dennoch festhielt: „Wir sind auf einem anderen Stand als letztes Jahr – davon bin ich total überzeugt.“ Kein Grund also, Trübsal zu blasen. Schon gar nicht vor einer Teamparty. „Auf heute Abend wird das keinen Einfluss haben“, versprach Niemeyer. (mbü/kni)