Nach Aussagen zur Trainer-Entscheidung

Marcel Reif kritisiert Baumann scharf

Marcel Reif
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Fußball-Kommentator Marcel Reif hat Werder-Sportchef Frank Baumann kritisiert.

Bremen - Frank Baumann in der Schusslinie: Sportjournalist Marcel Reif hat den Werder-Sportchef für seine Erklärungen in der Trainer-Entscheidung scharf kritisiert.

„Das ist Realsatire“, sagte Reif am Sonntag im „Doppelpass“ bei „Sport 1“ über Baumanns Auftritt in einer Medienrunde am Samstag. „Das hat mit Professionalität und Bundesliga-Standard nichts mehr zu tun.“

Baumann hatte am Tag zuvor zugegeben, dass der gerade erst zum Cheftrainer beförderte Florian Kohfeldt nicht erste Wahl war, bessere Kandidaten habe Werder allerdings nicht bekommen. Baumann verglich die Trainerfrage mit der Torwartsuche im Sommer: „Da haben wir in Jiri Pavlenka auch nur den Viertbesten bekommen, weil Neuer, ter Stegen und Leno nicht zu kriegen waren.“

Anschließend hatte Baumann Kohfeldt das Vertrauen ausgesprochen. Reif bezeichnete die Aussagen als „Irrsinn“: „Wenn ich Kohfeldt wäre, würde ich spätestens nach dieser Pressekonferenz sagen: ‚Ich danke für das ausgesprochene Vertrauen, nehme es aber hiermit nicht an.‘“ NDR-Moderator Martin Roschitz hingegen sprang Baumann zur Seite: „Immerhin war er ehrlich.“

(han)

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Frank Baumann: Seine Karriere in Bildern

Frank Baumann, 1975 in Würzburg geboren, wechselte 1991 in die Jugend des 1. FC Nürnberg. In der Saison 1994/1995 feierte er beim damaligen Zweitligisten sein Profi-Debüt. Mit den Franken stieg er 1998 in die Bundesliga auf...
Frank Baumann, 1975 in Würzburg geboren, wechselte 1991 in die Jugend des 1. FC Nürnberg. In der Saison 1994/1995 feierte er beim damaligen Zweitligisten sein Profi-Debüt. Mit den Franken stieg er 1998 in die Bundesliga auf... © imago
… 1999 im wohl dramatischsten Abstiegskrimi der Bundesliga-Geschichte aber wieder ab. Baumann hatte eine unrühmliche Nebenrolle, als er am letzten Spieltag kurz vor Schluss das leere Tor verfehlte. Nürnberg verlor 1:2 gegen den SC Freiburg.
… 1999 im wohl dramatischsten Abstiegskrimi der Bundesliga-Geschichte aber wieder ab. Baumann hatte eine unrühmliche Nebenrolle, als er am letzten Spieltag kurz vor Schluss das leere Tor verfehlte. Nürnberg verlor 1:2 gegen den SC Freiburg. © imago
Nach dem Abstieg wechselte Baumann zum SV Werder Bremen – seinen zweiten und letzten Verein als aktiver Profi. Bei Werder sollte er zehn Jahre lang den unaufgeregten Part im defensiven Mittelfeld übernehmen.
Nach dem Abstieg wechselte Baumann zum SV Werder Bremen – seinen zweiten und letzten Verein als aktiver Profi. Bei Werder sollte er zehn Jahre lang den unaufgeregten Part im defensiven Mittelfeld übernehmen. © Witters
Im Jahr 2000 wurde Baumann Mannschaftskapitän bei Werder. Als solcher war er beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte mittendrin statt nur dabei: Er durfte beim Double 2004 Meisterschale und DFB-Pokal in die Höhe recken...
Im Jahr 2000 wurde Baumann Mannschaftskapitän bei Werder. Als solcher war er beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte mittendrin statt nur dabei: Er durfte beim Double 2004 Meisterschale und DFB-Pokal in die Höhe recken... © imago
… und ließ sich beim Autokorso durch die Stadt gemeinsam mit Trainer Thomas Schaaf (l.) und Manager Klaus Allofs feiern.
… und ließ sich beim Autokorso durch die Stadt gemeinsam mit Trainer Thomas Schaaf (l.) und Manager Klaus Allofs feiern. © imago
Danach war Werder Dauergast in der Champions League, spielte gegen einige der größten Mannschaften der Welt. 2009 führte er Werder außerdem ins Finale des Uefa-Cups (1:2 gegen Schachtjor Donezk).
Danach war Werder Dauergast in der Champions League, spielte gegen einige der größten Mannschaften der Welt. 2009 führte er Werder außerdem ins Finale des Uefa-Cups (1:2 gegen Schachtjor Donezk). © imago
Auf dem Weg ins Endspiel gelang Baumann das wohl wichtigste Tor seiner Karriere, eines, das auf ewig einen Platz in der Vereinschronik haben wird. Der Kapitän traf im Halbfinal-Rückspiel gegen den HSV zum zwischenzeitlichen 3:1. Den „Assist“ verbuchte eine kleine weiße Papierkugel...
Auf dem Weg ins Endspiel gelang Baumann das wohl wichtigste Tor seiner Karriere, eines, das auf ewig einen Platz in der Vereinschronik haben wird. Der Kapitän traf im Halbfinal-Rückspiel gegen den HSV zum zwischenzeitlichen 3:1. Den „Assist“ verbuchte eine kleine weiße Papierkugel... © imago
Das letzte Spiel seiner Karriere sollte nochmal ein echter Höhepunkt werden. Baumann spielte 2009 mit Werder im Finale des DFB-Pokals in Berlin – und schlug Bayer Leverkusen mit 1:0. Zum Ende der Laufbahn bekam Baumann noch einmal den großen goldenen Pott in die Hände.
Das letzte Spiel seiner Karriere sollte nochmal ein echter Höhepunkt werden. Baumann spielte 2009 mit Werder im Finale des DFB-Pokals in Berlin – und schlug Bayer Leverkusen mit 1:0. Zum Ende der Laufbahn bekam Baumann noch einmal den großen goldenen Pott in die Hände. © imago
Zwischen 1999 und 2005 spielte Baumann 28 Mal für die deutsche Nationalmannschaft (zwei Tore). Er wurde 2002 Vize-Weltmeister und nahm 2004 an der Europameisterschaft teil.
Zwischen 1999 und 2005 spielte Baumann 28 Mal für die deutsche Nationalmannschaft (zwei Tore). Er wurde 2002 Vize-Weltmeister und nahm 2004 an der Europameisterschaft teil. © imago
Baumann startete 2010 bei Werder eine Laufbahn im Management, zunächst als Assistent von Geschäftsführer Klaus Allofs, später als Direktor Profifußball und Scouting. Im Sommer 2015 hörte Baumann in der Position auf...
Baumann startete 2010 bei Werder eine Laufbahn im Management, zunächst als Assistent von Geschäftsführer Klaus Allofs, später als Direktor Profifußball und Scouting. Im Sommer 2015 hörte Baumann in der Position auf... © imago
… kehrte aber nur etwa ein Jahr später zu seinem Club zurück: Nach der Entlassung von Thomas Eichin übernahm Baumann als Geschäftsführer Sport.
… kehrte aber nur etwa ein Jahr später zu seinem Club zurück: Nach der Entlassung von Thomas Eichin übernahm Baumann als Geschäftsführer Sport. © gumzmedia
In seiner Zeit als Sportchef verlängerte Baumann den Vertrag von Viktor Skripnik, musste den Trainer aber nach ganz schwachem Saisonstart in der Saison 2016/2017 entlassen. Später gab Baumann zu, dass die Vertragsverlängerung ein Fehler war.
In seiner Zeit als Sportchef verlängerte Baumann den Vertrag von Viktor Skripnik, musste den Trainer aber nach ganz schwachem Saisonstart in der Saison 2016/2017 entlassen. Später gab Baumann zu, dass die Vertragsverlängerung ein Fehler war. © gumzmedia
Baumann benannte Alexander Nouri als Nachfolger. Der führte Werder aus dem Abstiegskampf fast noch bis nach Europa, den Start in die Saison 2017/2018 verpatzte aber auch er gründlich. Baumann entließ ihn nach elf Spieltagen ohne Sieg.
Baumann benannte Alexander Nouri als Nachfolger. Der führte Werder aus dem Abstiegskampf fast noch bis nach Europa, den Start in die Saison 2017/2018 verpatzte aber auch er gründlich. Baumann entließ ihn nach elf Spieltagen ohne Sieg. © gumzmedia
Baumann beförderte U23-Coach Florian Kohfeldt zunächst zum Interims-, dann zum Cheftrainer. Kohfeldt schlug ein - und Baumann verlängerte seinen Vertrag.
Baumann beförderte U23-Coach Florian Kohfeldt zunächst zum Interims-, dann zum Cheftrainer. Kohfeldt schlug ein - und Baumann verlängerte seinen Vertrag. © gumzmedia

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