Nach Werders verpatztem Doppel-Test
Zwischen Unzufriedenheit und Zuversicht: Werder verliert die Generalprobe gegen Udinese und hat vor dem Pflichtspielauftakt noch viel Arbeit
Die doppelte Testspiel-Pleite gegen Udinese Calcio hat gezeigt: Auf den SV Werder Bremen wartet noch viel Arbeit - Kapitän Marco Friedl findet klare Worte!
Bremen – Sandi Lovric wollte eigentlich nur kurz plaudern, sich mit seinem österreichischen Landsmann Marco Friedl in den Katakomben des Weserstadions ein wenig austauschen – bis es endlich dazu kam, war beim Profi von Udinese Calcio aber einiges an Geduld gefragt. Denn Friedl hatte zunächst Pflichtaufgaben zu erledigen – und zwar einige. In etlichen Interviews ordnete der Kapitän des SV Werder Bremen die 1:2 (0:2)-Testspielniederlage gegen den italienischen Erstligisten ein, die zugleich die Bremer Generalprobe vor dem Pflichtspielauftakt gewesen war und das fünfte Testspiel am Stück ohne Sieg darstellte. „Natürlich sind wir alle unzufrieden, allein schon wegen der Ergebnisse“, sagte Friedl – und hielt fest: „Jetzt geht es in die Richtung, dass wir sagen müssen: ,Hey Jungs, die Testspiele sind vorbei, jetzt muss Schluss sein mit dem Fehlermachen!“
Werder Bremens Marco Friedl: „Es gibt viele Dinge, die wir gut machen, aber es gibt eben auch Dinge, die wir besser machen müssen“
Die Sätze des Bremer Kapitäns als Brandrede zu deuten, wäre sicherlich übertrieben, denn Marco Friedl sprach ruhig, wählte seine Worte sehr bedacht, legte aber dennoch den Finger in die Wunde: „Es gibt viele Dinge, die wir schon gut machen, aber es gibt eben auch noch Dinge, die wir besser machen müssen.“ Gegen Udinese Calcio war das deutlich zu sehen gewesen. Vor allem im Spiel nach vorne tat sich Werder Bremen enorm schwer, blieb oft hängen oder agierte bei den wenigen Torchancen nicht konsequent genug. Dass der Bremer Anschlusstreffer von Romano Schmid in der 53. Minute per verwandeltem Foulelfmeter fiel, passte da gut ins Bild. Aus dem Spiel heraus haben die Bremer nun seit mehr als sieben Stunden keinen Treffer mehr erzielt. Als Ruhekissen vor dem DFB-Pokalspiel in Bielefeld (Freitag, 20.45 Uhr/DeichStube-Liveticker) taugt das wahrlich nicht. Cheftrainer Horst Steffen wollte das Thema aber nicht überbewertet wissen.
„Mir macht das keinen Kummer, denn ich weiß schon, wo wir dran sind“, sagte der 56-Jährige – und betonte: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden. Der Brustlöser ist heute leider nicht gekommen, das hätte das 1:0 schon sein können.“ Damit spielte Horst Steffen auf die beste Torchance des SV Werder Bremen an, die Leonardo Bittencourt vergab (27.). Im direkten Gegenzug fiel das 1:0 für die Gäste durch Keinan Davis, wenig später legte Matteo Palma nach einem Eckball das 2:0 nach (36.). „In den ersten 30 Minuten haben wir guten Fußball gespielt, waren die bessere Mannschaft“, fand Marco Friedl. „Das 0:1 fällt dann aber viel zu billig. Das zweite Gegentor ist danach ein Standard, und dann sitzt du in der Kabine und fragst dich, wie es jetzt 0:2 stehen kann.“ Dass Werder in Durchgang zwei viel probierte, werteten sowohl der Kapitän als auch der Chefcoach als gutes Zeichen. „Es war eine ordentliche Reaktion“, sagte Horst Steffen, dem in den langzeitverletzen Mitchell Weiser und Jens Stage sowie in Maximilian Wöber, Justin Njinmah und Amos Pieper gleich fünf potenzielle Stammspieler fehlten.
Werder Bremens Marco Friedl über Neuzugänge: „Es wird hoffentlich noch etwas passieren“
Auch das ist eine Erkenntnis der Vorbereitung des SV Werder Bremen: Allzu viel darf innerhalb des Kaders nicht passieren, damit es personell nicht dünn wird. Weil aber genau das gerade der Fall ist, wurde das Testspiel zwischen den B-Teams von Werder und Udinese Calcio, das die Bremer am Samstagvormittag auf „Platz 11“ mit 0:1 verloren, vorab auf eine Spielzeit von 2x30 Minuten eingedampft. Bedeutet: Weitere Verstärkung ist nicht nur willkommen, sondern dringend nötig. „Ich bin da immer ungeduldig, weil ich immer eine Topqualität haben möchte“, sagte Horst Steffen zum Thema potenzielle Neuzugänge – stellte aber auch klar: „Ich habe da aber keine Sorge, weil ich sehe, wie alle daran arbeiten. Die Verantwortlichen wissen, dass wir da noch unterwegs sein dürfen, und sie sind auch unterwegs.“ Marco Friedl betonte derweil: „Es wird hoffentlich noch etwas passieren, da brauche ich jetzt auch nicht um den heißen Brei herumzureden.“
Damit hatte der Kapitän des SV Werder Bremen dann irgendwann auch genug gesagt. Sehr zur Freude von Udinese-Calcio-Spieler Sandi Lovric, der geduldig an eine Wand gelehnt ausgeharrt und auf seinen Landsmann gewartet hatte. (dco)
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