Bundestrainer verzeiht Werders Friedl
Nach Friedl-Kritik: Ralf Rangnick ist beim Werder-Kapitän nicht nachtragend
Kürzlich hat Marco Friedl noch Österreichs Bundestrainer Ralf Rangnick kritisiert, jetzt ist der Kapitän des SV Werder Bremen zurück in der Nationalmannschaft. Der ÖFB-Coach verzeiht ihm.
Bremen – Die Nominierung kam schon etwas überraschend: Erstmals nach zwei Jahren wurde Marco Friedl wieder zur österreichischen Nationalmannschaft eingeladen. Und das nur wenige Wochen, nachdem der Kapitän des SV Werder Bremen Bundestrainer Ralf Rangnick öffentlich kritisiert hatte. Doch der deutsche Coach der ÖFB-Auswahl hat dem Bremer verziehen.
Ralf Rangnick nominiert Werder Bremen-Kapitän Marco Friedl trotz öffentlicher Kritik: „Wenn ich nachtragend wäre...“
„Wenn ich richtig informiert bin, hat er sich zwei Tage später quasi entschuldigt und die Aussagen revidiert. Ich bin grundsätzlich niemand, der mit Menschen über die Medien kommuniziert. Wenn ich nachtragend wäre und alles zu sehr auf die Goldwaage legen würde, hätte ich ihn nicht eingeladen“, erklärte Ralf Rangnick bei der Vorstellung seines Kaders für die Spiele Österreichs in der Nations League gegen Kasachstan (10. Oktober) und Norwegen (13. Oktober) jeweils in Linz.
Marco Friedl hatte Anfang September ziemlich frustriert über eine erneute Nicht-Nominierung geschimpft: „Mit mir wird nicht kommuniziert, mit mir wird nicht geredet. Deshalb habe ich das Thema eigentlich schon abgehakt. Ich bin sehr sauer.“ Wenig später entschuldigte sich der 26-Jährige für seine Wortwahl und verwies auf die emotionale Situation direkt nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund (0:0), als Werder Bremen in Überzahl den Sieg verpasst hatte.
Werder Bremens Marco Friedl vor Länderspiel-Comeback: Dank Abwehr-Engpass gute Chancen auf die Startelf
Marco Friedl profitiert nun allerdings auch von einem personellen Engpass in der Abwehr der Österreicher. Maximilian Wöber (Leeds United) und Kevin Danso (RC Lens) fehlen verletzungsbedingt, weitere Alternativen sind angeschlagen. Dadurch besitzt Friedl sogar gute Chancen, von Anfang an dabei zu sein und damit zu seinem sechsten Länderspiel zu kommen. „Wir haben keinen anderen Linksfuß in der Innenverteidigung mehr“, hob Rangnick hervor: „Er kann in der Vierer- oder Dreierkette den linken Part in der Innenverteidigung spielen, gegebenenfalls auch Linksverteidiger.“ Ein persönliches Gespräch habe er mit Friedl zuletzt nicht geführt. Er rufe aber auch nicht jeden Spieler einzeln an, meinte der 66-Jährige. Was dem Profi des SV Werder Bremen nach der Nominierung egal sein dürfte. Denn ihm ist vor allem eines ganz wichtig: Der gebürtige Kirchbichler will unbedingt wieder für Österreich spielen. (kni)