Friedl enttäuscht gegen Heidenheim

Als Kapitän zur Pause ausgewechselt: Werder-Profi Marco Friedl und der schwarze Nachmittag von Heidenheim 

Werder Bremens Marco Friedl erlebte beim 2:4 gegen den 1. FC Heidenheim einen rabenschwarzen Arbeitstag.
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Werder Bremens Marco Friedl erlebte beim 2:4 gegen den 1. FC Heidenheim einen rabenschwarzen Arbeitstag.

Marco Friedl hat bei Werder Bremens 2:4-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim einen rabenschwarzen Tag erwischt. Ole Werner erklärte im Anschluss der Partie, warum er seinen Kapitän zur Pause vom Feld nahm.

Heidenheim - Zunächst ging er in den Zweikampf, als er besser weggeblieben wäre. Dann blieb er weg, als er besser in den Zweikampf gegangen wäre: Gleich zwei unglückliche Entscheidungen, die im ersten Falle indirekt und im zweiten dann direkt zu Gegentoren führten, prägten den Auftritt von Marco Friedl während Werder Bremens 2:4-Niederlage beim 1. FC Heidenheim. Sein Arbeitstag war deshalb bereits nach den ersten 45 Minuten beendet. Sportlich gab es gegen die frühe Auswechslung des 25-Jährigen rein gar nichts einzuwenden. Ein Thema war sie nach dem Schlusspfiff aber trotzdem. Schließlich ist Friedl Kapitän der Mannschaft und soll in kniffligen Spielen wie gegen Heidenheim eigentlich vorangehen - und nicht selbst zum Unsicherheitsfaktor werden.

Ole Werner über die Auswechslung von Werder Bremens Marco Friedl: „Brauchten einfach eine andere Energie auf dem Platz“

Zunächst hatte der Österreicher durch ein unnötiges Foul an Ex-Bremer Norman Theuerkauf den Freistoß verursacht, der zum Handspiel von Anthony Jung und damit zum frühen Heidenheimer Elfmeter führte, den Tim Kleindienst sicher zur Führung verwandelte (5.). Dann ließ Marco Friedl Werder Bremens Leihgabe Eren Dinkci vor dessen Treffer zum 2:0 viel zu leicht passieren und gen Strafraummitte ziehen (44.). Kurz danach war Schluss für ihn.   
 
„Es geht in dem Moment nie darum, dass es ausschließlich diese Leute sind, an denen es hakt“, sagte Werder-Trainer Ole Werner, der in der Pause neben Marco Friedl auch die schwachen Anthony Jung und Dawid Kownacki ausgewechselt hatte. Und erklärte: „Wir brauchten einfach eine andere Energie auf dem Platz. Es war so, dass wir im Spiel über die linke Seite nicht allzu viele Aktionen nach vorne hatten. Das wollten wir beleben.“ Was phasenweise auch gelang. Werder Bremens zwischenzeitlicher Ausgleichstreffer von Mitchell Weiser wurde auf dem linken Flügel von Neuzugang Olivier Deman per Flanke vorbereitet (64.). Und dennoch blieb die Frage, was so eine frühe Auswechslung eigentlich mit dem Standing des Mannschaftskapitäns Marco Friedl macht? 

„Marco Friedl hat gegen Mainz und Freiburg zwei sehr gute Spiele gemacht“, sagte Werder Bremen-Trainer Ole Werner

„Ich glaube, dass es insbesondere beim zweiten Gegentor darum geht, in welche Situationen wir uns bringen und wie wir absichern. Dass es dann gegen Heidenheims Spieler mit großer Geschwindigkeit nicht ganz so einfach ist, Dinge im Eins-gegen-eins zu lösen, ist auch klar“, sagte Werner und nahm Marco Friedl damit in Schutz. Er fügte aber noch an: „Trotzdem können wir es aber besser verteidigen.“
 
Grundsätzlich ist der Trainer größtenteils zufrieden mit den bisherigen Auftritten seines Kapitäns in der laufenden Saison. Dass Friedl auch im zweiten Jahr noch immer etwas fremdeln könnte mit seiner Rolle als Anführer des SV Werder Bremen, glaubt Werner nicht: „Er hat die Binde ja schon länger und hat gegen Mainz und Freiburg auch zwei sehr gute Spiele gemacht.“ Auf die dann der schwache Auftritt von Heidenheim folgte. Bereits in der vergangenen Serie hatten sich bei Marco Friedl gute und weniger gute Leistungen immer wieder abgewechselt. „Es ist richtig, dass ich Spiele dabei hatte, in denen ich mich sehr gut gefühlt habe und dann wieder Spiele, die einfach nicht gut von mir waren. Ich arbeite daran, dass diese Schwankungen weniger werden“, hatte er im Frühjahr im Interview mit der DeichStube gesagt. Noch, so scheint es, ist Friedl mittendrin in diesem Prozess. (dco/kni)

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