Aufregung im Darmstadt-Spiel
Elfer-Geständnis von Werder-Stürmer Ducksch: „Es war der Rasen“
Kein Elfmeter, sondern Gelb für eine Schwalbe: Eine Szene von Werder Bremens Marvin Ducksch sorgte im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 für Aufregung. So reagierte der Stürmer nach dem Spiel.
Bremen – Mit der Ehrlichkeit von Fußball-Profis ist das auf und neben dem Rasen mit dem großen Druck eines Bundesliga-Spiels nicht immer ganz so einfach. Ein gutes Beispiel dafür gab es beim Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 (1:1). Eine Aktion von Marvin Ducksch sorgte dabei für große Aufregung, die Rücknahme eines Elfmeters und ein spätes Geständnis des Nationalspielers - wenn auch mit einer etwas eigenwilligen Erklärung.
Werder Bremen-Stürmer Marvin Ducksch gibt nach Nicht-Elfmeter gegen SV Darmstadt 98 zu: „Es war der Rasen“
Es war eine Szene, in der so viel mehr möglich gewesen wäre für den SV Werder Bremen in dieser umkämpften Partie gegen den Aufsteiger. Es lief die 18. Spielminute im Weserstadion, die Bremer führten zu diesem Zeitpunkt verdient mit 1:0 und waren drauf und dran, die Führung in die Höhe zu schrauben, als Mitchell Weiser am gegnerischen Strafraum erfolgreich nachsetzte und der Ball plötzlich bei Marvin Ducksch landete, der völlig frei vor Gäste-Keeper Marcel Schuhen auftauchte. Der Werder-Stürmer machte zunächst alles richtig, legte sich den Ball an Schuhen vorbei und hätte dann womöglich nur noch ins leere Tor einschieben müssen. Doch statt abzuschließen, ging Ducksch zu Boden und Schiedsrichter Florian Badstüber entschied nach kurzem Zögern auf Elfmeter. Nach Ansicht der Videobilder revidierte der Referee seine Entscheidung aber wenig später wieder. Denn die Bilder zeigten eindeutig: Es gab keinerlei Kontakt, Ducksch hatte sich zu einer unnötigen Schwalbe hinreißen lassen und dafür zurecht die Gelbe Karte gesehen.
Dass es kein Strafstoß war, gab der deutsche Nationalspieler nach Schlusspfiff dann immerhin ganz offen zu. „Kurz und knapp: es war absolut kein Elfmeter“, gestand Marvin Ducksch und versuchte sich in der Folge an einer Erklärung. „Ich habe einen Kontakt gespürt, aber ich habe mir die Szene noch mal angeschaut: Es war der Rasen. Deswegen habe ich den Ball auch in die Hand genommen, weil ich mir nicht sicher war, ob das der Torwart war, weil ich schon gesehen habe, dass er die Arme auch wegzieht.“ In der Folge habe Schiri Badstübner ihn gefragt, ob es wirklich ein Foul gewesen sei. „Ich habe ich ihm gesagt: ,Ich bin mir nicht sicher, schau es dir lieber noch mal an.‘ Das hat er dann getan und auf Schwalbe entschieden“, so Ducksch.
„Für mich war es keine Schwalbe“: Werder Bremens Marvin Ducksch hat auf Kontakt zum Darmstadt 98-Torwart gehofft
Dass er sich einfach hatte fallen lassen, wollte Marvin Ducksch aber so nicht stehen lassen. Der Angreifer des SV Werder Bremen machte allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er von Anfang an nur vorhatte, den Kontakt zum Torhüter zu suchen: „Ich hatte schon die Intention, dass er mich trifft. Ich wollte den Ball nach außen mitnehmen, weil ich ihn aus meiner Sicht nicht direkt abschließen konnte. Ich sehe den Torwart rausstürmen, aber dann zieht er die Arme zurück.“ Und dennoch befand Ducksch: „Für mich war es keine Schwalbe, aber die Entscheidung muss ich so akzeptieren.“
Trainer Ole Werner fand die Rücknahme des Tores auch richtig: „Marvin nimmt den Ball mit, geht davon aus, dass der Kontakt kommt, viel hat auch nicht gefehlt, aber dann war es kein Elfmeter.“ Wäre es da nicht schlauer gewesen, lieber den Torerfolg zu suchen? „Muss ich mir noch mal angucken, ob aus dem Winkel ein Torabschluss noch erfolgversprechend gewesen wäre. Wenn er den ersten Kontakt nimmt und der Ball landet dann im Toraus oder der Winkel ist zu spitz, dass du von da nicht mehr abschließen kannst, dann suchst du vielleicht eher den Kontakt“, antwortete der Coach des SV Werder Bremen - und das damit durchaus ehrlich: Elfmeter werden in der Bundesliga eben gerne auch mal gesucht, nur eben dank des Video-Assistenten nicht immer gefunden. (mwi/kni)