Warum sich Werder-Spieler gegen Transfer entschied
Verrückte Ducksch-Welt: Werder-Mitspieler überredet ihn, BVB-Fans pfeifen ihn aus
Marvin Ducksch bleibt über den Sommer hinaus beim SV Werder Bremen - nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund hat der Stürmer nun verraten, warum er sich letztlich gegen einen Transfer entschied - und was er von den Pfiffen der BVB-Fans hält.
Bremen – Marvin Ducksch bewegte sich in Richtung Eckfahne, legte sich den Ball zurecht – und erntete aus dem neu geschaffenen Gästeblock ein dickes Pfeifkonzert. Ausgerechnet er, der zwar das Trikot des SV Werder Bremen auf dem Oberkörper, aber den BVB im Herzen trägt. Dass die Fans von Borussia Dortmund nun ausgerechnet ihn, den gebürtigen Dortmunder, auspfiffen, kam für den 30-Jährigen durchaus überraschend. „Ein bisschen schon“, gestand Ducksch nach dem 0:0 zwischen Werder und dem BVB lachend, „aber das gehört wahrscheinlich dazu. Mich hat es nicht wirklich gestört.“ Wie wichtig ihm auch der SVW inzwischen ist, zeigte sich noch einmal in der vergangenen Woche, als der zweifache Nationalspieler endgültig alle Wechselspekulationen um seine Person beendete und seinen Verbleib an der Weser verkündete – trotz einer zwischenzeitlich schlaflosen Nacht.
Werder Bremens Marvin Ducksch: „Ich hatte ein, zwei Angebote, bei denen es konkreter geworden wäre“
„Ich hatte ein, zwei Angebote, bei denen es konkreter geworden wäre. Es lag da an mir, was ich weiter vorhabe und in welche Richtung ich gehen möchte“, schilderte Marvin Ducksch, der einen schnellen Entschluss benötigte, weil sich das Transferfenster kurz vor der Schließung befand. „Ich habe dann einen Tag lang überlegt, mich mit ein, zwei Spielern und meinem besten Freund unterhalten. Wir haben dann entschieden, dass der Weg hier der richtige für mich ist.“ Ein ganz elementarer Austausch fand dabei mit einem Kabinenkollegen statt, wie der Torjäger des SV Werder Bremen verriet. „Ich habe intensiv mit Mitchell Weiser gesprochen, er hat positiv auf mich eingeredet. Mich hat es gefreut, dass sich der eine oder andere freuen würde, wenn ich hierbleibe und es nicht einfach so hingenommen wird, wenn ich den Verein verließe.“
Der Offensivmann des SV Werder Bremen betonte zudem noch einmal, dass es ihm beim Blick in die Zukunft keineswegs vorrangig ums Geld gegangen sei – sondern um die sportliche Perspektive. „Ich mache nichts, nur weil ich dann ein paar Euro mehr verdiene“, erklärte Marvin Ducksch, „sondern weil ich vielleicht eine bessere Alternative annehmen möchte. Aber das war es nicht – und deshalb habe ich mich bewusst für Werder entschieden.“ Jener Club, mit dem er nun auf eine gute Saison hofft. „Was möglich ist, das hat man heute gesehen“, sagte der Angreifer nach dem Spiel gegen Borussia Dortmund. „Ich merke, dass die Jungs alle Bock darauf haben, sich weiterzuentwickeln und einen Schritt nach vorne machen wollen. Davon wollte ich ein Teil bleiben. Ich werde versuchen, mich auch in den letzten 32 Spielen zu zerreißen und das Bestmögliche herauszuholen.“ (mbü/kni)