Werder-Aufreger gegen Augsburg

„Vielleicht war es eine dumme Aktion von mir“: Werder-Angreifer Marvin Ducksch und der Wirbel um die Notbremse

Schiedsrichter Benjamin Brand zeigt Augsburgs Kristijan Jakic die Rote Karte nach dessen vermeintlicher Notbremse gegen Werder Bremens Marvin Ducksch.
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Schiedsrichter Benjamin Brand zeigt Augsburgs Kristijan Jakic die Rote Karte nach dessen vermeintlicher Notbremse gegen Werder Bremens Marvin Ducksch.

Nach einem vermeintlichen Foul an Marvin Ducksch sah Augsburgs Kristijan Jakic die Rote Karte, die der VAR allerdings wieder einkassierte. Wie Werder Bremen die Situation bewertet.

Bremen – Es war die Aufregerszene des Spiels. Eine, in der die gesamte Partie in eine völlig andere Richtung hätte kippen können. Doch just in dem Moment, als das ganze Weserstadion dachte, der SV Werder Bremen würde nach einer Notbremse gegen Marvin Ducksch nun in Überzahl gegen den FC Augsburg weiterspielen, kam es doch komplett anders. Schiedsrichter Benjamin Brand hatte in der 39. Minute zwar sofort die Rote Karte gezückt, doch der Platzverweis gegen Kristijan Jakic wurde nach VAR-Eingriff wieder einkassiert. Ducksch schmeckte das verständlicherweise gar nicht – später schilderte der Werder-Stürmer seine Sicht auf die turbulenten Sekunden.

VAR-Eingriff nach Roter Karte für Augsburgs Jakic: So sieht es Werder Bremens Marvin Ducksch

„Im Spiel ist es so schnell, und ich hatte das Gefühl, dass ich den Kontakt habe. Dann nehme ich den natürlich, weil ich sehe, dass Jakic letzter Mann ist und es eine Rote Karte sowie ein ganz neues Spiel wäre“, erklärte Marvin Ducksch am „Dazn“-Mikrofon, während der Angreifer des SV Werder Bremen die strittige Szene noch einmal auf einem Monitor sah. Zu sehen war allenfalls eine leichte Berührung, die aber nicht wirklich für ein klares Foul taugte. Eine Situation, die Erinnerungen an den Februar 2024 weckte, als der 30-Jährige während einer Partie gegen Darmstadt im gegnerischen Strafraum eine Berührung gespürt haben wollte, zu Boden ging, der eigentlich gegebene Elfmeter dann aber doch völlig zurecht wieder zurückgenommen wurde. Dieses Mal argumentierte Ducksch: „Ich weiß nicht, ob ich gegen sein Knie laufe, aber das ist ja trotzdem ein Kontakt. Es ist ja nicht so, dass ich hinten ausschlage und ihn treffe, sondern ich bin im Laufen und er berührt mich.“ Dennoch räumte er auch ein: „Vielleicht war es eine dumme Aktion von mir, da hätte ich auch aufs Tor laufen können, weil ich den Vorsprung hatte und wir auch sicher zum Abschluss gekommen wären.“ So aber wurde nach der Augsburger Führung nichts aus einem möglichen Ausgleich zum 1:1.

Rote Karte nach Notbremse an Marvin Ducksch - wie Werder Bremen die Szene gesehen hat

An anderer Stelle taten sich die Werder-Beteiligten so kurz nach dem Abpfiff noch ein wenig schwer mit einer klaren Einschätzung der Gemengelage. „Ich glaube schon, dass ein Kontakt da ist“, meinte Chefcoach Ole Werner. „Der Schiedsrichter hat gesagt, dass es ihm zu wenig ist für ein Foul. Ich weiß nicht, ob es dann eine klare Fehlentscheidung ist, aber ich habe die Bilder noch nicht gesehen.“ Und auch Peter Niemeyer als Leiter Profifußball sagte zurückhaltend: „Ich werde keine Schiedsrichterentscheidung kommentieren. Für mich ist es eine Situation, in der es bei hohem Tempo einen Kontakt gibt. Ob es dann zu einem Platzverweis reicht? Der Schiedsrichter hat es anders bewertet, und das lasse ich so stehen.“ Und die ebenso schmerzhafte wie zutreffendste Wahrheit sprach letztlich Werder-Kapitän Marco Friedl nach der finalen 0:2-Niederlage gegen die Augsburger aus: „Das sollte nicht das Ding sein, mit dem wir uns beschäftigen. Nicht der Schiedsrichter hat das Spiel verloren, sondern wir.“ (mbü/bvo)

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