Werders Stürmer erstmals zum DFB

Zu Tränen gerührt: So startet Werder-Profi Marvin Ducksch in sein Abenteuer beim DFB

Werder Bremens Marvin Ducksch reagierte sehr emotional auf seine DFB-Nominierung.
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Werder Bremens Marvin Ducksch reagierte sehr emotional auf seine DFB-Nominierung.

Werder Bremens Marvin Ducksch wurde erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Jetzt hat der 29-Jährige erklärt, welch große Bedeutung die DFB-Berufung für ihn hat - und wie emotional seine Reaktion auf den Anruf des Bundestrainers war.

Bremen/Frankfurt – Für seine Premiere musste Marvin Ducksch früh aufstehen: Bereits um 8.30 Uhr saß der Profi des SV Werder Bremen am Montagmorgen im Flieger nach Frankfurt, um das Abenteuer Nationalmannschaft anzugehen. Bis 11 Uhr sollte die DFB-Kicker im Teamhotel „Mélia Frankfurt City“ einchecken. Und die Vorfreude war natürlich riesig, denn der 29-Jährige ist mächtig stolz darauf, nun zu den besten Fußballern des Landes zu gehören. Sein Motto lautet dabei: „Ich will es genießen und versuchen, meine Stärken im Training einzubringen und der Mannschaft zu helfen. Es geht für mich darum, viel zu lernen und viel aufzusaugen.“

Natürlich hofft Ducksch darauf, gegen die Türkei (18. November) oder Österreich (21. November) als 44. Spieler des SV Werder Bremen für Deutschland zu spielen. Doch erst einmal will er im Kreise der Elitekicker richtig ankommen. „Ich konnte es noch gar nicht realisieren“, blickte Ducksch am Sonntag nach dem 2:2 im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf die durchaus überraschende Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann zurück. „Ich freue mich einfach darauf und bin sehr stolz darauf“, sagte Ducksch und gab dann einen noch tieferen Einblick in seine Gefühlswelt: „Ich habe mit meinen zwei besten Freunden darüber gesprochen, in welchen Situationen ich in meiner Karriere schon war. Da sind uns allen fast die Tränen gekommen, weil ich doch schon eine schwierige Zeit hinter mir habe.“ Die Karriere des Stürmers verlief nämlich alles andere als steil nach oben. Vor acht Jahren dachte er sogar mal ans Karriereende. Marvin Ducksch ist nicht der Musterprofi, sondern hat es in der Vergangenheit auch schon mal krachen lassen. Da waren ihm Clubs wichtiger als der eigene Club.

Werder Bremens Marvin Ducksch fühlt sich nicht immer richtig wertgeschätzt

Auch auf dem Platz ist er kein handelsüblicher Stürmer. Nagelsmann sprach bei der Begründung der Nominierung von einem „Grad an Verrücktheit“, der ihm an dem Bremer gefalle – und Marvin Ducksch meinte dazu nun: „Mein Spiel ist risikobehaftet. Das hat man in den letzten Jahren gesehen. Ich bin immer am Ball geblieben, dass ich diesen Straßenfußballer in mir habe. Ich versuche, Dinge einfach schnell zu sehen und zu lösen. Natürlich kommt dabei manchmal so wie heute in der ersten Halbzeit ein Mondschuss heraus, aber das beinhaltet einfach mein Spiel. Es freut mich, wenn es am Ende positiv gesehen wird.“ Denn nicht immer fühlt sich der Profi des SV Werder Bremen so richtig wertgeschätzt – gerade im Bremer Umfeld. Nicht wenige Fans sehen ihn kritisch, weil er auch mal im Spiel abtaucht oder weil er nicht so intensiv in die Zweikämpfe geht wie andere. Das hat sich in dieser Saison allerdings etwas geändert. Seit dem Wechsel von Niclas Füllkrug zu Borussia Dortmund übernimmt Ducksch deutlich sichtbar mehr Verantwortung – auf und neben dem Platz. Gegen Frankfurt schnappte er sich ganz selbstverständlich den Ball zum Elfmeter und verwandelte sicher zum 1:0. So hatte es in der Vergangenheit auch Füllkrug gemacht.

Bei der Nationalmannschaft: Werder Bremens Marvin Ducksch mit Niclas Füllkrug wiedervereint

Bei der Nationalmannschaft kommt es nun zu Wiedervereinigung der „hässlichen Vögel“, wie sich das Duo in Bremen genannt hat. Nicht auszuschließen, dass bald von den „hässlichen Adlern“ gesprochen wird, Marvin Ducksch ist jedenfalls davon überzeugt, dass er auch im Nationaltrikot mit Füllkrug harmonieren kann: „Wenn man über zwei Jahre zusammengespielt hat, verlernt man das nicht mehr. Die Wege sind immer noch die gleichen.“ Dicke Freunde sind sie übrigens nicht, sie mögen und schätzen sich – nicht mehr und auch nicht weniger, wie diese eher nüchterne Aussage von Ducksch verdeutlicht: „Natürlich freut man sich, seinen alten Partner wiederzusehen. Man kann sich über verschiedene Dinge austauschen - und das werden wir wahrscheinlich auch tun.“

Auf Marvin Ducksch warten auch viele neue Kontakte, einer freut sich ganz besonders auf den Neuling aus Bremen. „Ich bin mal gespannt auf ,Duckschi‘“, sagte Bayern-Profi Thomas Müller in seiner Funktion als Spaßbeauftragter beim DFB und fügte mit einem Schmunzeln an: „Sein Ruf eilt ihm voraus.“

Werder Bremens Marvin Ducksch hat großen Respekt vor der deutschen Nationalmannschaft

Die Frage ist nur, wie spaßig Marvin Ducksch unterwegs sein wird, oder ob er sich als Novize lieber etwas zurückhält. Sein Respekt ist jedenfalls sehr groß. „Wenn man mit den besten Spielern Deutschlands zusammenspielen darf, für die Nationalmannschaft, sein eigenes Land vertreten darf, das ist immer mein großer Traum gewesen und vielleicht wird er in der nächsten Wochen Wirklichkeit“, sagte der 29-Jährige fast schon ein wenig zu ehrfurchtsvoll. Einen Auftrag will er dabei aber auf jeden Fall erfüllen: „Mein Sohn hat mich gefragt, ob ich ein Trikot mitbringen kann. Das werde ich gerne machen. Ich bin sehr stolz darauf, dass er das miterleben kann.“ (kni/mbü)

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