Hochprozentiger Start bei Werder
Mertesackers Memoiren: „Das hieß also: Es endet böse“
Bremen/London - Neulich hat er in London groß das Ende seiner aktiven Karriere gefeiert. Weltmeister Per Mertesacker hatte viele Freunde und Wegbegleiter – auch aus seiner Zeit bei Werder Bremen – eingeladen, um es gemeinsam krachen zu lassen.
Wie hoch es dabei herging, ist nicht bekannt, Fußballer geben sich in solchen Dingen ja gerne geheimnisvoll. Es sei denn, das Event liegt lange genug zurück. Dann wird gerne mal erzählt, wer was wie gemacht hat.
Per Mertesacker hat die besten Geschichten seiner Karriere jetzt in einem Buch zusammengefasst. „Weltmeister ohne Talent“ heißt es und erscheint im Verlag Ullstein extra. Dass es lesenswert ist, lässt eine Kostprobe vermuten. Mertesacker erzählt beispielsweise von seinem Einstand bei Werder. Und von dem des späteren Arsenal-Kollegen Mesut Özil. Wer also schon immer mal wissen wollte, was Profi-Fußballer anstellen, wenn der Ball fehlt, sollte jetzt weiterlesen.
Aufnahmeritual bei Werder „endet böse“
Die Geschichte führt zurück ins Jahr 2006. Per Mertesacker war gerade von Hannover 96 zu Werder Bremen gewechselt, und die Mannschaft verlangte die Erfüllung eines Aufnahmerituals. Um was es dabei ging? Um Alkohol! Mertesackers Erinnerung: „Alle trafen sich in einer Bar in der Stadt, die für die Mannschaft reserviert war. Und jeder Neue musste mit jedem Spieler, der schon länger als ein Jahr bei Werder war, einen Drink nehmen. Das machte unter dem Strich 25 Drinks, von Cocktails über Bier bis Wodka. Alles durcheinander. Das hieß also: Es endet böse.“
Dass Mertesacker nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Theke zu den cleveren Köpfen gehört, zeigt sein Trink-Kniff. „Ich hatte Angst, dass mein Körper komplett aufschwemmt. Ich hatte zwei riesige Flaschen stilles Wasser neben mir stehen und kippte parallel zu jedem Drink einen halben Liter nach, um mich vor den Folgen des Hochprozentigen zu schützen. Das klappte super.“
Einer der schlimmsten Abende für Özil
Gewusst wie. Andere seien dagegen „nicht so heil“ davongekommen, schreibt Mertesacker und nennt das Beispiel Mesut Özil. Er kam zwei Jahre später zu Werder, an dem Aufnahmeritual des Teams hatte sich aber noch nichts geändert. Für Özil sei es „einer der schlimmsten Abende seines Lebens“ geworden, verrät Mertesacker: „Er hat ihn nie vergessen. Wir sprachen bei Arsenal oft darüber und mussten lachen. Er wusste nicht mehr, wo er war, und kann sich auch nicht mehr an Einzelheiten erinnern.“
Mertesacker offenbar schon, sonst hätte er nicht in Kooperation mit dem Journalisten und Premier-League-Experten Raphael Honigstein sein Buch schreiben können. „Weltmeister ohne Talent“ – aber mit Gedächtnis.
Per Mertesacker: Seine Karriere in Bildern




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