Startelf-Einsatz gegen Union Berlin?
„Es war hart, nicht dabei zu sein“: Werder-Verteidiger Veljkovic ist glücklich über Rückkehr - doch ein Verletzungs-Rätsel bleibt
Milos Veljkovic ist nach längerer Verletzungspause wieder fit - darüber ist der Innenverteidiger sehr glücklich. Jetzt will der Serbe mit dem SV Werder Bremen schnellstmöglich den Klassenerhalt perfekt machen.
Bremen – Ein Geheimnis ist es noch immer. Ein recht großes sogar. Monatelang hat Milos Veljkovic kein Fußball spielen können, die offizielle Sprachregelung seitens des SV Werder Bremen lautete stets: Beschwerden im Kniegelenk. Was etwas kryptisch klang, zwang den Innenverteidiger zu einer monatelangen Auszeit. Kurz vor Weihnachten begann die Zwangspause, erst jetzt, während der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund, endete sie. „Ich bin glücklich, dass ich wieder gesund bin und auch schon eine halbe Stunde spielen konnte. Jetzt hoffe ich, dass ich nach dieser Woche noch etwas fitter bin“, sagte Veljkovic am Mittwoch – das Rätsel um seine Verletzung lüftete aber auch er nicht.
„Ich will da jetzt nichts Genaues sagen, weil ich nicht möchte, dass da etwas fehlinterpretiert wird“, erklärte der serbische Nationalspieler auf Nachfrage der DeichStube lediglich. „Da könnt ihr mal den Doc oder den Physio fragen.“ Sicher ist nur: Eine Lappalie war die Blessur keineswegs. „Ich war zum ersten Mal seit ein paar Jahren wieder etwas länger raus, damals hatte ich etwas mit der Schulter. Jetzt war es aber erstmals etwas Ernsteres“, so der Profi des SV Werder Bremen. Etwas skurril: Auch besagte Schulterverletzung wurde nicht an die große Glocke gehängt, offizielle Meldungen dazu existieren nicht. Stattdessen bildet ein 87-tägiger Ausfall in Folge eines 2019 erlittenen Zehenbruchs noch immer die Spitze von Veljkovics offizieller Krankenhistorie. Ansonsten gab es kleinere Wehwehchen, aber nichts Wildes. Das ebenso ungewohnte wie unangenehme Gefühl, langfristig zum Nichtstun beziehungsweise zur Reha verdammt zu sein, traf den 28-Jährigen mit voller Wucht. „Es war auf jeden Fall hart, nicht dabei zu sein und immer wieder nur von der Tribüne aus zuschauen zu können“, gab Milos Veljkovic unumwunden zu. Immerhin: „Die Jungs haben das top gemacht, weshalb ich mir auch mehr Zeit lassen konnte. Deswegen fühle ich mich jetzt auch wieder gut.“
Werder Bremens Milos Veljkovic: „Ich fühle mich sehr wohl hier, werde geschätzt von den Leuten im Verein und drumherum“
Großen Anteil am zurückgewonnenen Wohlbefinden haben vor allem zwei Personen: „Besonders geholfen haben mir unser Physio Adis Lovic und Rehatrainer Marcel Abanoz. Sie haben einen Topjob gemacht, ich bin den beiden wirklich dankbar, dass sie tagtäglich mit mir gearbeitet haben“, erklärte der gebürtige Baseler. „Geholfen hat aber auch, dass wir gute Resultate eingefahren haben.“ Insgesamt 30 Punkte hat Werder Bremen so inzwischen eingesammelt, steht aktuell auf dem zehnten Platz. In den vergangenen Wochen schielte manch Profi und Fan in Richtung Europa, andere blickten lieber nach unten. Auch Milos Veljkovic ist vorsichtig: „Ich habe gelernt, dass wir wirklich nur von Spiel zu Spiel schauen und das primäre Ziel Klassenerhalt erreichen sollten“, betonte er. „Danach geht es dann weiter.“
Der Defensivakteur muss wissen, wovon er spricht. Seit fast acht Jahren verdient Milos Veljkovic schon seit Geld an der Weser, hat Höhen und Tiefen miterlebt und ist derzeit dienstältester Spieler im Kader des SV Werder Bremen – und trotzdem noch immer erst 28 Jahre alt. Woran er persönlich merkt, wie am Osterdeich die Zeit vergeht? „Man erkennt es an den Neuzugängen und natürlich an den Spielern, die nicht mehr hier sind. Aber auch an denen, die noch hier sind“, zählte der Rechtsfuß lachend auf. „Es ist schon eine sehr lange Zeit, gerade im Fußball. Deshalb bin ich dem Verein sehr dankbar, dass ich hier sein darf. Ich hoffe auch, ihm das zurückzahlen zu können.“ Und er unterstrich erneut, nie Abwanderungsgedanken gehabt zu haben: „Ich fühle mich sehr wohl hier, werde geschätzt von den Leuten im Verein und drumherum. Das ist nicht selbstverständlich.“
Bis zum Sommer 2025 läuft der aktuelle Vertrag von Milos Veljkovic noch bei Werder Bremen. Um sich im kommenden Jahr nicht eventuell ablösefrei zu trennen, würde es nicht überraschen, wenn sich schon in diesem Frühling über eine weitere gemeinsame Zukunft ausgetauscht wird. Aber: „Noch gab es nichts“, versicherte der zweifache WM-Teilnehmer. „Ich kann da aber auch nicht viel zu sagen, darauf schauen mein Berater und Clemens Fritz (Werders Leiter Profifußball, Anm. d. Red.). Mein Job ist es, zu spielen und Gas zu geben. Um alles andere kümmere ich mich nicht.“
Werder Bremens Milos Veljkovic über einen Startelf-Einsatz gegen Union Berlin: „Ich bin fit und spielen kann“
Am kommenden Samstag heißt der Gegner 1. FC Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), nach dem erneuten Ausfall von Niklas Stark und aufgrund der ohnehin noch am Comeback arbeitenden Teamkollegen Marco Friedl und Amos Pieper sollte Milos Veljkovic gegen die Hauptstädter in der Startelf des SV Werder Bremen stehen. Grünes Licht würde er Cheftrainer Ole Werner jedenfalls geben. „Mein Signal wäre, dass ich fit bin und spielen kann. Darüber, ob ich 45, 60 oder 90 Minuten spielen kann, denke ich nicht nach“, sagte er. Und wer weiß, vielleicht gelingt Veljkovic in Berlin ein ähnliches Kunststück wie im Hinspiel. Damals hatte er Marvin Ducksch mit einem herrlichen Pass in die Spitze auf Reisen geschickt, der Angreifer vollendete daraufhin sehenswert zum 2:0-Endstand.
Seither ist viel passiert. Nicht nur für Milos Veljkovic im Speziellen, sondern auch für Werder Bremen im Allgemeinen. Die Saison ist bei allen Begleiterscheinungen bislang eine recht unaufgeregte. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Ein zentraler Baustein der bisherigen Bilanz ist für den Verteidiger „die Tiefe im Kader“. Veljkovic schob direkt eine Begründung nach: „Wenn verletzte Spieler ausgefallen sind, konnte das gut kompensiert werden. Diese Kontinuität und Konstanz hat in den letzten Jahren gefehlt. Wir haben zudem einige Spieler, die jetzt seit zwei, drei Jahren zusammengespielt haben und deshalb die Abläufe gut kennen.“ Milos Veljkovic ist einer davon. Und er will es jetzt wieder viel häufiger sein. Ohne nervige Verletzung. So wie schon so oft in seiner Karriere bei Werder. (mbü)