Wer ist die Nummer eins bei Werder?
Backhaus oder Zetterer? Werder-Trainer Steffen lässt Rangordnung im Tor vorerst offen
Wer wird die Nummer eins des SV Werder Bremen? Warum Neu-Trainer Horst Steffen die Rangordnung im Tor zumindest vorerst offen lässt.
Bremen – Das neue Torhüter-Quartett des SV Werder Bremen bestand zum Trainingsauftakt am Montag zunächst nur aus drei Spielern. Stefan Smarkalev, der zuletzt in der U19 im Kasten stand, holte noch seine leistungsdiagnostische Untersuchung nach und stieg daher leicht verspätet ins Mannschaftstraining ein. Trotz der personellen Unterzahl ließ es sich Torwartcoach Christian Vander nicht nehmen, seine Keeper vom ersten Tag an ordentlich zu fordern. Schließlich gilt es, das gesamte Team schnell wieder in Form zu bringen – zumal auf der Position zwischen den Pfosten unter dem neuen Cheftrainer Horst Steffen wieder deutlich mehr Spannung herrscht als zuletzt.
Mio Backhaus oder Michael Zetterer? Werder Bremens Trainer Horst Steffen lässt Rangfolge im Tor vorerst offen
Ein kurzer Rückblick: Noch kurz vor seiner Freistellung Ende Mai hatte Ex-Coach Ole Werner im DeichStube-Interview mit Blick auf seine Schlussmänner erklärt: „Zetti ist unsere Nummer eins, und so ist bisher auch die Planung für die kommende Saison.“ Eine klare Aussage, die für einige Fragezeichen hinter der sportlichen Zukunft von Stellvertreter Mio Backhaus sorgte. Ein Abgang des Junioren-Nationalspielers erschien wahrscheinlich, damit er die gewünschte Spielpraxis erhalten würde – und an entsprechenden Interessenten hatte es in der Vergangenheit auch nicht gemangelt. Doch seither ist einiges passiert. Inzwischen ist nicht nur ein neuer Trainer am Osterdeich im Amt – auch Backhaus hat seinen Vertrag bei Werder Bremen langfristig verlängert und damit ein klares Zeichen gesetzt. Ein entscheidender Faktor dürfte für das Talent der Wechsel auf der Trainerposition gewesen sein.
Denn Steffen betonte gleich zum Trainingsstart, dass er allen Spielern – auch den Torhütern – eine faire Chance geben möchte: „Zetti hatte hier die Stammspielerrolle, und ich sage: Die hat er sich verdient und erarbeitet.“ Doch eine automatische Fortsetzung dieser Konstellation garantiert das nicht. „Mio ist ein Kandidat, der ein großes Talent mitbringt. Lassen Sie mir die Zeit, das zu bewerten“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen. Eine endgültige Entscheidung wird also nicht vorzeitig gefällt, sondern soll sich über die Eindrücke aus Training und Testspielen entwickeln.
Schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gegen den FC Verden 04 sowie am 19. Juli gegen Kickers Emden (im DeichStube-Liveticker) stehen die ersten Bewährungsproben an. Nach Horst Steffens Aussagen ist mit einer vorläufigen Arbeitsteilung im Tor zu rechnen, eine endgültige Entscheidung über die künftige Rollenverteilung dürfte frühestens im Trainingslager im Zillertal fallen – eher später. Klar ist: Mio Backhaus ist bereit für den nächsten Schritt. Das betonte der 21-Jährige schon bei seiner Vertragsverlängerung: „Es ist mein großes Ziel, der Mannschaft auf dem Platz im Stadion weiterzuhelfen.“
Trainer Horst Steffen über Keeper-Konstellation bei Werder Bremen: „Wir haben ein tolles Torwart-Team“
Bei Werder Bremen ist man überzeugt von seinem Potenzial. Peter Niemeyer, Leiter Profifußball der Bremer, hatte im Rahmen der Vertragsverlängerung erklärt: „Mio ist ein großes Torwarttalent, dem wir den Sprung in die Bundesliga in jedem Fall zutrauen.“ Und weiter: „Wir sind sehr zufrieden mit seinen Leistungen, aber auch mit der Qualität im gesamten Torwartteam. Wir planen mit der aktuellen Konstellation.“ Heißt: Stand jetzt müsste sich Mio Backhaus sportlich gegen Michael Zetterer durchsetzen – ein Wechsel des bisherigen Stammkeepers bahnt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an, auch wenn er in der Vergangenheit immer wieder mit anderen Clubs in Verbindung gebracht wurde. Darüber hinaus hat der gebürtige Münchener in der Vorsaison gemeinsam mit seiner Abwehr in zehn von 34 Partien zu null gespielt – lediglich Noah Atubolu (SC Freiburg, zehn aus 26), Manuel Neuer (FC Bayern München, 13 aus 22) und Peter Gulacsi (RB Leipzig, 14 aus 30) schnitten noch besser ab. Darüber hinaus verlieh Zetterer seinen Vorderleuten regelmäßig Sicherheit als zusätzliche Anspielstation. Alles Faktoren, die nicht zu verachten sind.
Durch Steffens offenes Vorgehen ist dennoch etwas Bewegung in die ganze Angelegenheit gekommen. Niemeyer hatte ebenfalls bereits betont, dass der Trainerwechsel neue Chancen für Spieler eröffnen könnte, die zuletzt häufig auf der Bank saßen oder verliehen waren. Mio Backhaus zählt zu dieser Gruppe und wirft sich nun in den Zweikampf um die Nummer eins. „Wir haben auch mit Markus Kolke als drittem Keeper ein tolles Torwart-Team. Ich bin sehr glücklich, dass wir es so zusammenhaben“, sagte Horst Steffen über die gesamte Konstellation im Kasten des SV Werder Bremen. Jetzt liegt es an ihm und Torwarttrainer Vander, die endgültige Hierarchie zwischen den Pfosten in den kommenden Wochen festzulegen. (bvo)
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