Werder-Transfer-News

Erst Geld verdienen, dann handeln: Werder muss bei geplanten Top-Transfers Geduld beweisen

Beim SV Werder Bremen ist in Sachen Transfers noch einiges geplant, aber aktuell Geduld gefragt. Droht ein bitteres Szenario wie 2025?

Die Gesichter verändern sich Tag für Tag, doch es gibt diesen einen kurzen Satz, der immer und immer wieder fällt, wenn sich Fans des SV Werder Bremen momentan am Zaun des Trainingsplatzes versammeln, um dem Können der Profis zuzuschauen: „So langsam“, heißt es dann gern aus verschiedenen Mündern, „wird’s aber mal Zeit.“ Natürlich geht es um Transfers – und auch wenn die Verantwortlichen des Bundesligisten in diesem Sommer bereits fleißig waren und sieben neue Spieler geholt haben, ist die Sehnsucht nach weiteren Zugängen beim eigenen Anhang groß. Nach jenen Kalibern, die Werder nochmal auf ein ganz anderes Niveau heben und die Wahrscheinlichkeit auf eine Saison ohne neuerliche Abstiegspanik erhöhen. Doch vorerst ist weiter Geduld gefragt.

Clemens Fritz hat als Sportchef des SV Werder Bremen im Transfer-Sommer noch einiges vor, aber aktuell ist Geduld gefragt.

Werder Bremen-Transfers: Wenn viel Geld für Karim Coulibaly fließt, könnten Zugänge schnell gehen

Weil der wichtige Dominostein noch nicht umgestoßen wurde. Gar nicht mal außerhalb des Clubs, sondern in den eigenen Reihen. Und deshalb steht dieser Dominostein symbolisch für die Personalie Karim Coulibaly. Nach wie vor ist es das erklärte Ziel der Bremer, den Innenverteidiger für den Erhalt einer hohen Millionensumme abzugeben. Sobald das passiert ist, könnte es danach ganz schnell gehen, wie zu hören ist. Werder Bremens Entscheider sind jedenfalls nicht untätig, wappnen sich für alle Eventualitäten und basteln im Hintergrund an den noch vorhandenen Problemfeldern. Ein weiterer Stürmer soll geholt werden, ein zusätzlicher Akteur für das Mittelfeld ebenfalls, und auf der Außenverteidigerposition gibt es auch noch Bedarf. Erledigungen, die nicht im Vorbeigehen abgehakt werden können. Weil eben das Geld fehlt.

Sonst wäre Tomas Bobcek womöglich schon da. Der slowakische Stürmer, den Werder Bremen nach DeichStube-Informationen im Visier hat, ist nur für eine hohe einstellige Millionensummer zu haben. Fürs Zentrum machte zuletzt der Name Batista Mendy die Runde – doch bei ihm ist die Situation ähnlich: Bekannt ist der Sechser, alles andere als unattraktiv, nicht unbedingt die heißeste Spur zwar, aber mit einem Marktwert von sieben Millionen Euro auch alles andere als ein Schnäppchen für Werder-Verhältnisse. Daran ändert auch die zu Wochenbeginn von Peter Niemeyer, dem Leiter Profifußball des SVW, gegenüber der DeichStube getätigte Aussage „Wir sind auch ohne vorherige Einnahmen handlungsfähig“ nichts. Ja, Werder steht nicht mit komplett leeren Kassen da, aber große Sprünge sind deshalb trotzdem nicht drin. Sonst wären die Wunschlösungen längst an Land gezogen worden.

Transfer zur TSG Hoffenheim geplatzt: Bleibt Jens Stage jetzt bei Werder Bremen? Noch ist nicht sicher

Und so geht das Warten auf die Coulibaly-Millionen weiter. Einen warmen Geldregen hätte auch ein teurer Verkauf von Jens Stage an die TSG Hoffenheim bescheren können, doch weil beide Vereine unterschiedliche Vorstellungen von einer geeigneten Wechselsumme hatten, ist der Transfer inzwischen komplett vom Tisch. Nach außen gibt sich der Däne, der sich mit der TSG längst über ein Engagement einig war, von den jüngsten Entwicklungen unbeeindruckt.

Im Training des SV Werder Bremen zieht er voll mit, es erweckte auch am Donnerstag nicht den Anschein, dass er mit seinem Kopf woanders ist. Weil es dem Vernehmen nach auch nichts Konkretes gibt, mit dem sich beschäftigt werden müsste. Viele Fans freut die Aussicht, dass der Leistungsträger der vergangenen Saison womöglich auch weiterhin in Bremen bleibt – doch ganz sicher ist das erst, wenn am Abend des 1. September gleichzeitig das Transferfenster in den fünf europäischen Top-Ligen schließt.

Werder Bremen könnte ein bitteres Transfer-Szenario wie 2025 blühen - noch wird aber niemand nervös

Werder Bremen hätte gern früher Klarheit. „Es ist weiterhin unser Bestreben, die Mannschaft bis zum Pokalspiel gegen Lüneburg zusammenzuhaben“, hatte Fußball-Chef Clemens Fritz kürzlich gegenüber der DeichStube betont – Worte, die auch jetzt nichts an ihrer Geltung eingebüßt haben. Gleichzeitig hat der Ex-Profi damit eine gewisse Fallhöhe aufgebaut. Intern lässt sich aktuell keine übermäßige Nervosität ob des vorhandenen Ist-Zustandes feststellen, und schon gar keine Panik.

Das Gefühl des Zeitdrucks wird den Fans überlassen. Und doch sind beide Lager in höchstem Maße sensibilisiert. Wegen des Sommers 2025. Damals beanspruchte Werder auch eine gewisse Handlungsfähigkeit für sich, wartete aber parallel auf noch dringender benötigte Millionenangebote für das eigene Personal – und ging in dieser Hinsicht letztlich leer aus. So mussten es zusätzliche Leihen im Kader richten. Ein Szenario, das auch dieses Mal blühen kann und hinter den Mauern des Weserstadions keineswegs ausgeschlossen wird. Aber bevorzugt wird es nicht. Und etwas Zeit ist ja auch noch… (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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