„Niemand ist zufrieden“

Große Ziele: Werder-Profi Sugawara spricht über seine auffällige WM-Premiere

Yukinari Sugawara hat bei der Weltmeisterschaft große Ziele. Wie der Leihspieler des SV Werder Bremen über die WM mit Japan denkt.

Auf dem Rasen hat Yukinari Sugawara (noch) nicht die Hauptrolle inne, aber abseits des Geschehens ist er bei der japanischen Nationalmannschaft ein überaus gefragter Mann. Und der zuletzt für den SV Werder Bremen auflaufende Rechtsverteidiger erfüllt diese Rolle nur zu gern. Egal, ob nach Trainingseinheiten im Basislager, direkt im Anschluss an das jüngste 2:2 beim WM-Auftakt gegen die Niederlande, oder einen Tag danach während einer Pressekonferenz der Asiaten – Sugawara tritt regelmäßig vor die Mikrofone der Journalisten und schätzt die Lage der Dinge ein. Das sagt viel über seinen Stellenwert in der Heimat aus. Und der Profi geizt nicht mit klaren Aussagen.

Gut drauf und mit großen Zielen: Yukinari Sugawara, Leihspieler bei Werder Bremen, ist mit Japan bei der Weltmeisterschaft dabei.

Von Werder Bremen zur WM: Yukinari Sugawara hat bei der Weltmeisterschaft hohe Ziele mit Japan

„Wir sind hergekommen, um Weltmeister zu werden. Wir sind nicht zum Spaß hier. Wir wollen Geschichte schreiben“, hatte Yukinari Sugawara schon vor dem japanischen Aufgalopp betont – nach dem Remis gegen die Niederlande hat sich an diesem Wunsch nichts geändert. Im Gegenteil: Der 25-Jährige ist nun noch angespornter. Dass er persönlich nach enttäuschenden Nichtnominierungen für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio oder die Weltmeisterschaft 2022 jetzt endlich seinen großen Traum leben darf, ist für ihn zweitrangig.

„Ich habe noch nicht wirklich das Gefühl, den WM-Platz betreten zu haben, und ich möchte auch nicht zu lange in der Vergangenheit verweilen. Natürlich sehe ich das Ganze als Teil meiner Fußballkarriere, aber die Teilnahme an der WM ist nicht mein oberstes Ziel – mein Ziel liegt viel, viel weiter entfernt: der Gewinn der Weltmeisterschaft“, betonte der Noch-Bremer, dessen Leihvertrag mit dem englischen Zweitligisten FC Southampton am Monatsende offiziell ausläuft. „Anstatt jetzt auf meinen eigenen Werdegang oder meine bisherigen Leistungen zurückzublicken, sollte ich mich jeden Tag darauf konzentrieren, wie wir als japanische Mannschaft die Weltmeisterschaft gewinnen können“, so Werder Bremens Yukinari Sugawara.

Yukinari Sugawara: Voller Fokus auf die Weltmeisterschaft mit Japan – und dann zurück zum SV Werder Bremen?

Wenn es so kommt, wie von Yukinari Sugawara gewünscht, dann wäre der Flügelspieler noch bis zum 19. Juli beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko beschäftigt. Bei Werder Bremen hat der Trainingsbetrieb dann schon längst wieder begonnen. Und auch wenn die Zeichen bei Mitchell Weiser inzwischen eindeutig auf Vertragsverlängerung stehen, heißt das nicht, dass die Hanseaten für die rechte Seite nicht weiter um Sugawara buhlen. So gibt es nach DeichStube-Informationen am Osterdeich weiterhin großes Interesse daran, die Frohnatur fest zu verpflichten – aber für eine Summe, die niedriger als die vorherige Kaufoption in Höhe von sechs Millionen Euro ist. Sugawaras Preis könnte allerdings steigen, sofern er weiterhin derart wertvolle Impulse setzt wie zuletzt gegen die Niederlande, als er nach seiner Einwechslung erst beinahe selbst traf und dann die Ecke vor dem 2:2 mit herausholte.

Von Werder Bremen zur japanischen Nationalmannschaft: Yukinari Sugawara ist mit großen Ambitionen bei der WM

Gute Gründe also für den Spieler des SV Werder Bremen, um rundum glücklich zu sein. Doch das ist Yukinari Sugawara nicht. „Niemand ist zufrieden“, betonte er. „Man könnte sagen, dass wir das Spiel gut kontrolliert haben und dass ein Punktgewinn äußerst positiv war, aber wir wollten drei Punkte – und ich denke, wir hätten sie holen können.“ Umso wichtiger sei, dass nun am kommenden Wochenende ein Sieg gelinge. Gegner im zweiten Gruppenspiel ist Tunesien (Sonntag, 6 Uhr MESZ), wo die Anspannung nach der 1:5-Klatsche gegen Schweden und dem folgenden Trainerwechsel bereits groß ist. „Natürlich ist es verständlich, dass Tunesien alles geben wird, aber wir werden genauso kämpfen, daran wird sich nichts ändern“, erklärte Sugawara. (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kenjiro Matsuo

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