Keeper-Talent weiter die Nummer zwei
Erhält Mio Backhaus bei Werder seine Chance? Wie Peter Niemeyer über die Torwart-Hierarchie denkt
Michael Zetterer war zuletzt nicht der gewohnte Rückhalt beim SV Werder Bremen - kriegt nun Mio Backhaus eine Chance? Wie Peter Niemeyer über die Torwart-Hierarchie bei den Grün-Weißen denkt!
Bremen – Zuletzt patzte Michael Zetterer gegen den VfL Wolfsburg (1:2), an der grundsätzlichen Rangfolge auf der Torhüterposition wird sich beim SV Werder Bremen deshalb aber nichts ändern. „Zetti ist unsere Nummer eins. Das steht fest“, betont Peter Niemeyer als Leiter Profifußball gegenüber der „Bild“. Heißt auch: Nachwuchskeeper Mio Backhaus braucht weiterhin Geduld und muss auf einen gesundheitlichen oder sperre-bedingten Ausfall seines teaminternen Konkurrenten warten. „Zetti hat sich verdient, die Nase vorn zu haben, und Mio muss sich gedulden“, sagt Niemeyer. „Irgendwann wird der Moment kommen, in dem Zetti nicht spielen kann und wir keine Angst davor haben, Mio ins Tor zu stellen. Er ist ein Bundesliga-Torwart.“
Werder Bremens Peter Niemeyer über Mio Backhaus: „Ich sehe ihn auf einem hohen Niveau“
Fraglich ist nur, wie lange Mio Backhaus auf die ersehnte Gelegenheit warten möchte. Bereits im vergangenen Sommer soll der große FC Barcelona Interesse am talentierten Ballfänger gehabt haben, in der kürzlich beendeten Winter-Transferphase bemühte sich der FC Kopenhagen vergeblich um ein Leihgeschäft. Der Grund: Werder Bremen setzt voll und ganz auf den gebürtigen Mönchengladbacher, kann ihm aktuell aber keine Spielzeit garantieren, die für eine optimale Weiterentwicklung auf höchstem Niveau enorm wichtig wäre. „Mio ist sehr jung, aber schon sehr weit. Er hat Erfahrung in Holland gesammelt und ich würde nicht sagen, dass ihm zu einer Nummer eins in der Bundesliga irgendetwas fehlt“, meint Peter Niemeyer. „Ich sehe ihn auf einem hohen Niveau.“
Das sehen andere Clubs offenkundig ganz genauso. In nicht allzu ferner Zukunft soll eine Entscheidung darüber fallen, ob Mio Backhaus auch über diese Saison hinaus am Osterdeich seiner Arbeit nachgehen wird. „Wir werden im Sommer neu bewerten, was für ihn der beste Weg ist“, kündigt Peter Niemeyer an. Ein Abschied von der Weser ist folglich keineswegs ausgeschlossen. Vieles wird von der Perspektive abhängen, die Werder Bremen Backhaus aufzeigt. Bleibt er lediglich der Herausforderer, der notfalls eine erneute Saison auf der Bank verbringt oder erhält er im Vorfeld der nächsten Spielzeit eine realistische Chance, Michael Zetterer als Erstbesetzung abzulösen. „Er scharrt natürlich mit den Hufen, möchte der Mannschaft helfen“, erklärt Peter Niemeyer. „Die Rolle als Nummer zwei hilft ihm aber, reifer zu werden und tut ihm gut.“ (mbü)