Zehn Jahre und kein Ende in Sicht
Neuer Sachverständiger statt Vergleich: Klasnic-Prozess geht weiter
Bremen - Der Klasnic-Prozess nimmt einfach kein Ende. Am Donnerstagvormittag wurde vor dem Oberlandesgericht Bremen ein Beschluss verkündet, wonach ein neuer medizinischer Sachverständiger angehört werden soll.
Update (11. November 2020): Nun kommt es offenbar zum Millionen-Vergleich: Vier Millionen Euro für Ivan Klasnic?
Weiter zur bisherigen Meldung: Das Gericht bestellte laut „Radio Bremen“ Dr. Andreas Aust, Mannschaftsarzt des SC Freiburg sowie wie Dr. Dimanski Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin (Orthopädie), als eben diesen Sachverständigen. Zur Vorlage des neuen Gutachtens wurde eine Frist bis zum 31. Mai 2019 gesetzt. Bis dahin sind in dem Verfahren zwischen dem mehrfach nierentransplantierten Ex-Werder-Profi Ivan Klasnic und dem ehemaligen Bremer Teamarzt Dr. Götz Dimanski sowie weiteren Ärzten keine Entwicklungen zu erwarten. Der Prozess, der sich schon seit mehr als zehn Jahren hinzieht, wird also noch eine ganze Weile weitergehen – mindestens bis Ende 2019, vermutlich aber noch deutlich länger.
Prozess dauert schon zehn Jahre
Nach der Verhandlung im Berufungsverfahren vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen im September hatte Richter Peter Lüttringhaus den streitenden Parteien einen Vergleich vorgeschlagen. Drei Millionen Euro für Klasnic – das war die Idee gewesen. Doch Klasnic (38) hatte noch im Gerichtssaal abgelehnt. „Jetzt dauert der Prozess schon zehn Jahre, dann kann er auch 15 Jahre dauern, das ist mir egal“, hatte der Double-Sieger gesagt.
Klasnic wirft Dr. Dimanski sowie der Internistin Dr. Manju Guha vor, seine schwere Nierenerkrankung ignoriert und nicht behandelt zu haben. In erster Instanz war ihm vom Landgericht Bremen ein Schmerzensgeld von 100.000 Euro sowie der grundsätzliche Anspruch auf Erstattung entgangener Einnahmen sowie aller entstandenen und noch entstehenden Kosten, die im Zusammenhang mit seiner Niereninsuffizienz stehen, zugesprochen worden. Doch das Verfahren ging in die nächste Instanz.
Dort hielt es Richter Lüttringhaus nach der ersten, sechs Stunden dauernden Verhandlung, „für dringend geboten, darüber nachzudenken, sich zu verständigen“. Auch das hat nicht geklappt.
Dass nun ein Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin seine Meinung zu Verhalten und möglichen Fehlern der beklagten Ärzte abgeben soll, geht in die Richtung von Dr. Götz Dimanski. Es gilt zu klären, ob er als Orthopäde die internistischen Befunde sichten, erkennen, verstehen, prüfen und weitere Schritte hätte einleiten müssen.
Ivan Klasnic: Seine Karriere in Bildern



