Klotzen im Kraftraum

Werder-Neuzugang Quetant trifft direkt beim Debüt – soll aber noch an Muskelmasse zulegen

Kenny Quetant trifft direkt bei seinem Debüt für den SV Werder Bremen in Verden, doch der neue Stürmer soll unbedingt körperlich zulegen.

Keine Jubelsprünge, keine wilden Gesten: Kenny Quetant hat sein erstes kleines Erfolgserlebnis beim SV Werder Bremen in aller Ruhe genossen. 83 Minuten waren beim Test in Verden (6:2) gespielt, als der französische Angreifer eine hübsche Flanke von Marco Grüll per Volley im gegnerischen Tor unterbrachte. Es war für Quetant der sportliche Höhepunkt einer ereignisreichen ersten Woche bei seinem neuen Club, die viele Eindrücke und seinen 20. Geburtstag bereithielt. Und die einen Vorgeschmack darauf gab, dass der Offensivakteur noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.

Kenny Quetant hat direkt bei seinem Testspiel-Debüt für Werder Bremen in Verden getroffen, sollte aber noch mehr Muskelmasse aufbauen.

Werder-Bremen-Neuzugang Kenny Quetant deutet Potential beim Debüt an - muss aber im Kraftraum zulegen

„Kenny ist ein ruhiger Typ, der sich zunächst einmal orientiert“, hat Werder Bremens Fußball-Chef Clemens Fritz in den ersten Tagen beobachtet. „Er ist jung und braucht Zeit, um anzukommen. Die geben wir ihm auch – und die sollte man ihm auch geben. Wir sehen sein großes Potenzial, wissen aber natürlich auch, dass wir mit ihm arbeiten müssen.“ Dabei dürfte es nicht nur um spielerische Aspekte und taktische Details gehen, sondern auch um körperliche. Kenny Quetant wirkt trotz einer Körpergröße von 1,89 Metern noch recht schmächtig, eine ordentliche Portion Muskelaufbau wird der Mann aus Paris noch benötigen, um sich gegen die robusten Abwehrleute der Bundesliga behaupten zu können.

Wenngleich Cheftrainer Daniel Thioune auch sagt: „Dann fragen Sie einmal die großen, schweren Innenverteidiger, ob sie gerne gegen bewegliche Stürmer spielen. Wenn Kenny zum Ball kommt und mit seinem Tempo die Tiefe attackiert, kann er sehr gefährlich werden.“ Dennoch meint auch der 51-Jährige: „Natürlich müssen wir Zeit investieren. Ich glaube auch, dass er häufiger in den Kraftraum muss, um körperlich zuzulegen. Das schaffen wir aber nicht von heute auf morgen und auch nicht in den letzten sechs Tagen. Wichtig ist, dass er gegen Verden schon einiges angedeutet hat.“

Lob nach Tor beim Debüt für Werder Bremen: Kenny Quetant „ist lernwillig, wissbegierig und möchte sich entwickeln“

Die gute Nachricht ist: Der Spieler scheut die Arbeit nicht. Schon vor seinem Start in Bremen hat er Deutschunterricht genommen, sich bestmöglich für die Herausforderung bei Werder Bremen präpariert. Die ersten Verbindungen im Team hat Kenny Quetant ebenfalls schon geknüpft, während der bisherigen Einheiten war er häufig in Gesprächen mit Samuel Mbangula, Chuki und Skelly Alvero vertieft. Und auch wenn auf dem Rasen zweifelsfrei noch nicht alles klappte, das Zusammenspiel mit den Kollegen mitunter hakte, auch technische Patzer mal zu sehen waren – der Franzose ließ sich nicht hängen.

„Er ist sehr lernwillig, wissbegierig und möchte sich entwickeln“, sagt Clemens Fritz. „Wenn du dann noch das Land wechselst, in einer anderen Liga spielst und dich an eine höhere körperliche Intensität gewöhnen musst, braucht das einfach Zeit.“ Quetants Glücksgefühl in Verden dürfte da ganz gelegen kommen. „Es sind sehr junge Menschen, die erst einmal ankommen müssen“, sagt Thioune ganz allgemein über die bisherigen Neuzugänge des SV Werder Bremen. „Am einfachsten gelingt das mit guten Leistungen und Erfolgserlebnissen. Kenny Quetant hat vor unserem sechsten Tor den letzten Kontakt gehabt. Das wird ihm helfen, schneller anzukommen und Akzeptanz zu finden.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Nordphoto

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