Werder-Talent überzeugt
„Nick ist unangenehm zu bespielen“: Werder-Profi Woltemade setzt Ausrufezeichen gegen den FC Bayern
Nick Woltemade hat beim überraschenden 1:0 (0:0)-Auswärtssieg des SV Werder Bremen beim FC Bayern München eine starke Leistung gezeigt. Trainer Ole Werner und Clemens Fritz als Leiter Profifußball loben das Talent - doch es gibt auch noch Raum für Verbesserungen.
München – Nach 65 Minuten war Schluss. Es ging einfach nicht mehr. Daran änderte auch eine kurze Dehnübung nichts. Weshalb Nick Woltemade ein unübersehbares Zeichen Richtung Trainerbank gab und schließlich ausgewechselt wurde. Was durchaus ärgerlich war, denn der 21-jährige Profi des SV Werder Bremen hatte bis dahin einen sehr auffälligen Auftritt in der Allianz Arena hingelegt – und fraglos seinen Anteil daran, dass die Norddeutschen beim FC Bayern München eine gute Figur abgaben und später mit 1:0 gewannen. „Nick hat ein super Spiel gemacht, die Bälle gesichert und danach gut weitergeleitet“, lobte Chefcoach Ole Werner den gebürtigen Bremer nach dessen überhaupt erst zweitem Startelfeinsatz der laufenden Saison: „Das war eine Topleistung.“ Eine, die Appetit auf mehr macht. Wenn Woltemade denn weiterhin ran darf.
Zuletzt blieb für den Offensivmann des SV Werder Bremen nämlich meist nur die Zuschauerrolle. Ein paar Kurzeinsätze gab es zwar, doch ansonsten führte kein Weg an den teaminternen Konkurrenten Marvin Ducksch, Rafael Borré und Justin Njinmah vorbei. Eben weil Nick Woltemade in dieser Saison noch nicht ganz so häufig zu sehen war, wurde jetzt vielleicht auch der FC Bayern München etwas von seinem Können überrumpelt. „Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Wir haben uns jedenfalls nicht die Augen gerieben, weil wir schon wissen, was Nick kann“, betonte Ole Werner. „Ich war nicht überrascht.“
Werder Bremens Clemens Fritz über Nick Woltemade: „Er hat die Bälle gut festgemacht und gut in die Räume gelegt“
Seit einiger Zeit schon heben die Verantwortlichen des SV Werder Bremen die Qualitäten des U21-Nationalspielers hervor, wollen unbedingt den im Sommer auslaufenden Vertrag mit ihm verlängern. Doch Nick Woltemade zögert, sehnt sich nach wesentlich mehr Spielzeit. Das wiederum ruft nach DeichStube-Informationen den einen oder anderen Interessenten aus der 2. Liga auf den Plan, zuletzt brachte die „Bild“ Hannover 96 ins Spiel. Doch Woltemade, so ist zu hören, will am liebsten im Oberhaus und bei seinem Herzensverein bleiben, sich an der Weser durchsetzen. Da können Ausrufezeichen wie jetzt gegen den FC Bayern München nicht schaden. „Nick ist mit seiner Ballsicherheit unangenehm zu bespielen, das muss man ganz klar so sagen“, erklärte Clemens Fritz als Leiter Profifußball anerkennend: „Er hat die Bälle gut festgemacht und gut in die Räume gelegt. Nick hat ein tolles Spiel gemacht.“
Doch der 43-jährige Ex-Profi des SV Werder Bremen sieht auch noch Raum für Verbesserungen – was im speziellen Bayern-Fall nicht nur, aber auch für Nick Woltemade galt: „In der ersten Halbzeit hatten wir die eine oder andere Situation, in der du es mit mehr Glauben besser ausspielen kannst. Da waren wir vielleicht selbst ein bisschen überrascht, dass wir auf einmal im Strafraum der Bayern stehen.“ Woltemade selbst hatte nach knapp zehn Minuten eine gute Chance, als er vor Bayern Münchens Keeper Manuel Neuer aufgetaucht war, aber noch von Verteidiger Dayot Upamecano im entscheidenden Moment ausgebremst wurde.
Nick Woltemade muss nun dranbleiben - zunächst im Training, danach vielleicht auch im Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker). Dann allerdings steht auch Marvin Ducksch nach seiner abgebrummten Gelbsperre wieder zur Verfügung, was es für den 21-Jährigen nicht einfacher macht. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst zählte der Moment. Und den genoss Woltemade am Sonntag nach dem Spiel beim FC Bayern München ausgiebig beim Feiern mit den Teamkollegen vor dem Gästeblock, da spielten dann auch die körperlichen Probleme keine Rolle mehr. (mbü/kni)