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„In England wird viel spekuliert, in Deutschland auch“: Niclas Füllkrug über seine Zukunft und die Werder-Krise
Niclas Füllkrug ist überraschend beim Abschied von Werder Bremens Diego gewesen. Im Rahmen des Spiels sprach er über seine Zukunft, ein Comeback und die SVW-Krise.
Bremen – Ob auch für ihn irgendwann mal ein derart großer Bahnhof veranstaltet wird? Niclas Füllkrug weiß es selbst nicht. Die Begeisterung für den Ex-Stürmer des SV Werder Bremen ist in der Hansestadt zweifelsfrei vorhanden, das haben am Samstag die ohrenbetäubenden Jubelstürme gezeigt, die der inzwischen 32-Jährige mit seinem Besuch des Diego-Abschiedsspiels ausgelöst hat. Mit Blick auf eine eigene finale Party an seinem langjährigen Zuhause bleibt Füllkrug im Gespräch mit der DeichStube aber zurückhaltend: „An einen Abschied denke ich noch gar nicht, das ist noch ein bisschen zu früh.“
Für den Nationalspieler zählt das Hier und Jetzt. Der gebürtige Hannoveraner will endlich in England zeigen, was er kann. Im vergangenen Sommer war Niclas Füllkrug von Borussia Dortmund auf die Insel gewechselt, doch beim Londoner Stadtteilclub West Ham United läuft es bislang durchwachsen – vornehmlich deshalb, weil der Körper streikt. Zunächst musste Füllkrug eine Achillessehnen-Blessur überstehen, später bremste ihn dann ein malader Oberschenkel aus. „Ich bin mit meiner Saison natürlich super unzufrieden, weil ich so viel verletzt war“, gesteht der frühere Profi des SV Werder Bremen. „Deshalb möchte ich grundsätzlich erst einmal wieder spielen. Das wird kurzfristig der Fall sein, darauf freue ich mich – und das ist für mich aktuell das Wichtigste.“
Deshalb wurde jetzt bei der großen Diego-Sause auch nichts aus einem Kurzauftritt Füllkrugs auf dem Rasen. „Das wäre nicht sonderlich intelligent gewesen. Ich habe noch kein Pflichtspiel wieder absolviert, bin aber im Mannschaftstraining“, sagt der Angreifer. „Da läuft auch alles gut, ich werde immer positiver und selbstbewusster in meinem Spiel. Ich brauche aber erst einmal ein paar Minuten Premier-League-Fußball in den Beinen, bevor ich solche Spaßveranstaltungen mitmachen kann.“ Und amüsiert hat er sich bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte prächtig. „Diego ist damals zu Werder gekommen, als ich zeitgleich als Kind in die Werder-Jugend gewechselt bin“, erinnert sich Niclas Füllkrug. „Dadurch, dass ich hier im Internat gewohnt habe, habe ich im Grunde kein einziges Spiel der Profis im Stadion verpasst und Diego oft spielen sehen. Er hat häufig für magische Momente gesorgt, und es ging oft ein Raunen durchs Stadion, wenn er den Ball hatte.“
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Niclas Füllkrug verfolgt den SV Werder Bremen weiterhin sehr intensiv: „Habe so gut wie kein Werder-Spiel verpasst“
Die Zeit vor dem feierlichen Ausklang des Südamerikaners hatte Niclas Füllkrug für ein gemütliches Mittagessen mit seinem alten Spezi Marvin Ducksch genutzt. Dort sei es zwar eher um private als um fußballerische Dinge gegangen, wie der Publikumsliebling verrät, trotzdem ist er noch immer ganz nah dran am Geschehen des Teams: „Ich habe so gut wie kein Werder-Spiel verpasst und schaue auch aus Interesse an den Jungs sehr viel“, erklärt Füllkrug, der mit Blick auf die jüngeren Misserfolge meint: „Man muss auch immer sehen, wo man herkommt. Vor der Saison wäre die aktuelle Tabellensituation vielleicht unterschrieben worden. Ich bin immer ein Freund davon, etwas entspannter und ruhiger zu bleiben. Natürlich muss jetzt alles darangesetzt werden, um die Wende hinzubekommen oder wieder einen positiven Lauf zu starten, aber grundsätzlich ist das immer noch eine sehr ordentliche Saison von Werder Bremen.“
Und wie geht es nun für ihn persönlich weiter? In der Premier League – oder womöglich doch woanders? Vielleicht sogar bei Werder Bremen? „Es ist eine wilde Situation. In England wird viel spekuliert, in Deutschland auch“, sagt Niclas Füllkrug nur und lässt sonstige Zukunftsfragen lässig abperlen. Er will erstmal wieder kicken – denn trotz der kurzen Reise in die Vergangenheit zählt dann eben doch für Niclas Füllkrug ausschließlich das Hier und Jetzt. (mbü)