Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube
„Da können die Emotionen schon mal mit einem durchgehen“
Von Nils Petersen. Der Abstiegskampf schlaucht, kostet Kraft und ist unweigerlich mit vielen Emotionen verbunden. Werder kann ein Lied davon singen – wobei ich glaube, dass die Bremer mit 37 Punkten durch sind, da passiert nichts mehr.
Und für uns beim SC Freiburg heißt es jetzt: Noch mal alle Kräfte mobilisieren, zusammenstehen und punkten! Im Fußball gibt es Phasen, da gelingt dir alles ganz leicht – auf und neben dem Platz: Als Stürmer, als Vorbild, als Kapitän. Und dann gibt es leider auch Phasen, in denen die Dinge nicht so leicht von der Hand, beziehungsweise vom Fuß gehen.
Negativserie ist frustrierend
Uns bleibt dann nichts anderes übrig, als weiter zu arbeiten und den Fokus auf das nächste Spiel zu richten. Auch wir Fußballer sind keine Roboter, da ist kein Schalter, den du einfach umlegen kannst und dann flutscht alles wieder.
Nach einer Serie von neun Spielen in Folge ohne Niederlage haben wir uns zuletzt sehr schwer getan: Fünf Spiele haben wir hintereinander verloren. Das ist frustrierend, das tut weh. Dann kann es passieren, dass die Emotionen mit einem durchgehen – leider auch mal über ein angemessenes Level hinaus.
Wünsche keinem Club den Abstieg
Über die Berichte nach dem Spiel in Hamburg möchte ich sagen: Ich wünsche wirklich keinem Club den Abstieg, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie bitter der Gang in die zweite Liga ist. Unvergessen sind die Szenen aus dem Jahr 2015 in Hannover. Das brauchen wir nicht wieder – die Fans nicht, der Verein nicht!
Wir müssen jetzt auf uns schauen, Nebenschauplätze ausblenden und endlich wieder punkten. Ich bin überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen. Drückt uns gerne alle Daumen, liebe Werder-Fans – etwas Glück schadet sicher nicht.
DeichStuben-Kolumnist Nils Petersen vor dem Spiel von Werder Bremen bei Bayern München: „Einfach mal die Kaugummi-Sorte wechseln...“
Zur Person: Der 29-jährige Stürmer kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder Bremen. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon im Bremen – Publikumsliebling. Seine Bilanz: 114 Pflichtspiele, 62 Treffer, 12 Assists. Bemerkenswert: Mit 20 Toren als Einwechselspieler ist Petersen der erfolgreichste Joker der Bundesliga-Geschichte. In der aktuellen Torjägerliste der Bundesliga liegt er mit 13 Treffern auf Rang vier.
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