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Bremen - Die Bilanz liest sich ernüchternd, zufrieden dürfte Nuri Sahin mit den Zahlen nicht sein: Seit drei Spieltagen steht der 30-Jährige nun bei Werder Bremen unter Vertrag, gespielt hat er bisher aber nur 19 Minuten.
„Nuri möchte für die Mannschaft wichtig sein, und das ist er auch schon“, sagte Trainer Florian Kohfeldt während der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC (Dienstag, 18.30 Uhr). „Über kurz oder lang wird sich seine Bedeutung auch in Einsätzen zeigen.“
Das war bisher nicht der Fall. Nach Frankfurt (2:1) war der namhafte Neuzugang nicht mitgereist, weil er erst tags zuvor verpflichtet worden war. Gegen Nürnberg (1:1) kam Sahin dann zu seinem Werder-Debüt, in der hektischen Schlussphase wurde er für Philipp Bargfrede eingewechselt. In Augsburg (3:2) schmorte der Ex-Dortmunder zuletzt über 90 Minuten auf der Bank. „Nuri geht sehr gut mit seiner Situation um“, lobte Kohfeldt, „aber er drängt natürlich auf Einsätze.“
Sahin: Berechtigte Hoffnung auf Startelf gegen Hertha
Sahin ist mit dem klaren Anspruch nach Bremen gekommen, Stamm- und Führungsspieler in der Mannschaft zu sein. Alles andere wäre angesichts seiner sportlichen Vita mit Stationen in Dortmund, Madrid und Liverpool auch merkwürdig gewesen. In Kohfeldts System hat er seinen Platz bisher aber noch nicht gefunden. Bargfrede ist bisher als Sechser vor der Abwehr gesetzt, und Rekordtransfer Davy Klaassen sowie den formstarken Maximilian Eggestein - übrigens beide Torschützen in Augsburg - wird der Trainer kaum aus dem Mittelfeld herausnehmen.
Es ist allerdings denkbar, dass Bargfrede, der in der Vergangenheit immer wieder mit körperlichen Problemen zu tun hatte und deswegen streng dosiert trainiert, gegen die Hertha eine Pause bekommt. Zwei Spiele in vier Tagen und am kommenden Samstag (in Stuttgart) schon das nächste vor der Brust - das könnte zu viel sein für den 29-Jährigen. Sahin könnte seinen Platz am Dienstag einnehmen.
„Philipp ist es generell zuzumuten, dass er eine Englische Woche durchspielt“, sagte Kohfeldt, „gesundheitlich steht dem nichts im Wege.“ Dann folgte ein entscheidender Zusatz: „Die Frage ist nur immer, welche Konsequenzen das hat?“ Einen längeren Ausfall Bargfredes wollen sie bei Werder unbedingt vermeiden. Nuri Sahin darf sich also berechtigte Hoffnungen machen, am Dienstagabend schon beim Anstoß auf dem Platz zu stehen.