Werder-Coach zieht Jahresfazit

Warnung, Geständnis, Vision: Trainer Ole Werner blickt so emotional wie selten auf seinen SV Werder Bremen

Trainer Ole Werner blickte nach dem 1:1 gegen RB Leipzig so emotional wie selten auf seinen SV Werder Bremen.
+
Trainer Ole Werner blickte nach dem 1:1 gegen RB Leipzig so emotional wie selten auf seinen SV Werder Bremen.

Der SV Werder Bremen hat sich am Dienstagabend ein 1:1 gegen RB Leipzig erkämpft und somit einen gelungenen Abschluss eines schwierigen Kalenderjahres gefeiert. Chefcoach Ole Werner zieht sein Jahresfazit und präsentiert sich dabei so emotional und offen wie selten - und gibt sogar Einblicke ins Verhältnis von Trainer und Mannschaft.

Bremen – Nach knapp einer halben Stunde machte sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht von Ole Werner breit, die Augen funkelten ein wenig, und der Coach des SV Werder Bremen schwärmte: „Das macht mir schon extrem viel Spaß hier, die Atmosphäre heute war gigantisch, mega-geil!“ Dieses 1:1 (0:0) gegen RB Leipzig zum Jahresabschluss war ein echter Stimmungsaufheller nach einem trüben Jahr, das Werner selbst mit deutlichen Worten eingestand. In der traditionellen Medienrunde nach einem Spiel präsentierte sich der 35-Jährige am Dienstagabend so emotional und offen wie selten und gab dabei sogar Einblicke ins Verhältnis von Trainer und Mannschaft.

Werder Bremens Ole Werner: „Aber von der Punkteausbeute her war es kein berauschendes Kalenderjahr, sondern eher ein schlechtes“

„Die Jungs können stolz auf ihre Leistung sein“, hatte Werner sein Team schon bei der Pressekonferenz ausgiebig für den Auftritt gegen die Spitzenmannschaft aus Sachsen gelobt. Trotz großer personeller Probleme und einem ärgerlichen Rückstand durch Loïs Openda (47.) war für Werder Bremen am Ende durch den Treffer von Justin Njinmah (75.) ein Punkt herausgesprungen. Und das nicht nur mit viel Kampf, sondern auch gutem Spiel, was fast noch mehr als nur einen Zähler verdient gehabt hätte. Doch diese zu geringe Ausbeute passt zu 2023. „Wenn man das ganze Jahr betrachtet, waren drei Dinge positiv: Wir haben im Sommer unser Ziel erreicht und haben auch jetzt alles in der Hand, unser Ziel zu erreichen. Insgesamt war auch die Entwicklung in den letzten Wochen gut“, nahm Ole Werner vor allem das Thema Klassenerhalt in den Blick, um dann zu gestehen: „Aber von der Punkteausbeute her war es kein berauschendes Kalenderjahr, sondern eher ein schlechtes. Von den Punkten her ist es auch keine besonders gute Hinrunde, das muss man ehrlich sagen.“ Im ersten Halbjahr sammelte Werder in 19 Partien nur 15 Zähler, in der aktuellen Hinrunde waren es in 16 Spielen 16 Punkte. Werder steht zwar über dem berühmten Strich, aber Werner machte unmissverständlich deutlich: „Es ist ein enges Rennen, wir sind absolut gewarnt. Wir müssen weiter Gas geben und sogar noch eine deutliche Schippe drauflegen, um unser Ziel erreichen zu können.“ Neuzugänge wären bei dem kleinen Kader wünschenswert, so der Coach des SV Werder Bremen.

Werder Bremens Ole Werner: „Es musste wieder klar werden, dass wir das Haus von unten nach oben aufbauen müssen“

Wenngleich das mit der Integration neuer Spieler bei Werner so eine Sache ist. Das dauert bei ihm gerne einmal etwas länger. Im Sommer hatten der Weggang von Schlüsselspieler Niclas Füllkrug und die Verpflichtung mehrerer neuer Spieler gravierende Folgen. Werder Bremen agierte nicht mehr als Team, es fehlte die Stabilität, es gab keine echte Hierarchie. „Wir hatten neben guten Phasen und Leistungen auch immer wieder diese Täler“, blickte Ole Werner zurück und bezeichnete ein sehr offenes Gespräch mit dem Mannschaftsrat in der zweiten Länderspielpause Mitte Oktober als den „Hebel“, um den Schalter endlich umzulegen: „Es gab zwei zentrale Punkte: Es musste wieder klar werden, dass wir das Haus von unten nach oben aufbauen müssen, also mit Defensive, Abständen und Grundlagen im Ballbesitz anfangen. Da haben wir uns stabilisiert. Und als Zweites gab es die Art und Weise, wie man miteinander arbeitet: Wie zuverlässig, wie professionell, wie selbstkritisch ist man dabei, wie ehrlich ist man in der Kommunikation? Da haben wir als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht.“

Nun gehören späte Veränderungen im Kader fast schon zur Normalität bei finanziell nicht so üppig ausgestatteten Clubs wie Werder Bremen. Diese Geschichte könnte sich also im nächsten Sommer wiederholen. „Das ist die Aufgabe hier – und diese Aufgabe bringt mir total viel Spaß“, betonte Ole Werner und näherte sich anders als sonst auch mal den Visionen der Werder-Fans etwas an: „Wir sind vor drei Jahren abgestiegen und danach wieder aufgestiegen. In dem Rahmen bewegen wir uns bei aller Historie, auf die wir stolz sind und bei allem Anspruch, besser zu werden und wieder in andere Regionen vorzudringen. Den Anspruch haben wir alle, daran arbeiten wir alle. Das ist eine Riesenaufgabe. Wenn wir es im nächsten Kalenderjahr schaffen, es in die richtige Richtung zu bringen, dann wäre es eine Riesenleistung. Ich habe Bock darauf, daran zu arbeiten.“

Werder Bremens Ole Werner: „Dass Kritik an der Spielweise, den Ergebnissen und am Trainer aufkommt, gehört zum Fußball dazu“

Für einen Ole Werner war das schon sehr emotional. Normalerweise präsentiert er sich vor den Medien norddeutscher als jeder Norddeutsche – also sehr nüchtern. Der 35-Jährige möchte möglichst immer gleich auftreten wirken, sich von Stimmungen nicht zu sehr beeinflussen lassen. In dieser Art begegnete er der Frage nach der Kritik an seiner Person. „Ich bin ganz gut darin, diese Dinge von mir fernzuhalten. Bei den Dingen, die kritisiert werden, bist du ohnehin meistens schon selbst auf die Idee gekommen, genauer hinzuschauen und Dinge anzupassen“, meinte der Cheftrainer des SV Werder Bremen und fügte noch an: „Dass Kritik an der Spielweise, an den Ergebnissen und letztlich auch am Trainer aufkommt, das gehört zum Fußball dazu.“

Nach dem 1:1 des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig gab es dazu aber keinen Grund. Ole Werner durfte sich – abgesehen vom noch nicht zufriedenstellenden Punktekonto – positiven Themen widmen. Und so kurz vor der Winterpause mit ein paar freien Tagen und Weihnachten vor Augen war ihm dabei eine gewisse Erleichterung anzumerken, die ihn womöglich redseliger als sonst machte. Eine gute halbe Stunde für eine Extrarunde mit den Journalisten bedeutete jedenfalls einen neuen Rekord in der Ära Werner. (kni)

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare