Chiarodia gegen Werder 90 Minuten auf der Bank
Werner verteilt Lob und kleinen Seitenhieb an Ex-Werder-Talent Chiarodia
Fabio Chiarodia ist gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen am Freitagabend nicht zum Einsatz gekommen. Werder-Trainer Ole Werner äußerte im Anschluss an des Remis gegen Borussia Mönchengladbach viel Lob, aber auch leichte Kritik an seinem Ex-Schützling.
Mönchengladbach - Ein Einsatz war ihm am Freitagabend nicht vergönnt. Während des Duells gegen seinen Ex-Club Werder Bremen saß Fabio Chiarodia 90 Minuten lang auf der Bank - spielte beim 2:2 zwischen seinem neuen Verein Borussia Mönchengladbach und den Gästen sportlich also keine Rolle. Dafür aber nach der Partie, als sich Werders Cheftrainer Trainer Ole Werner zunächst lobend über seinen ehemaligen Schützling äußerte, das Ganze aber auch mit einer kleinen Spitze in Richtung des Italieners garnierte.
„Es ist ja kein Geheimnis, dass wir Fabio gerne behalten hätten. Ich bin total überzeugt von ihm als Typ und auch als Fußballer. Umso mehr ärgert es uns, dass es anders gekommen ist“, sagte Werner und meinte damit Chiarodias Abschied aus Bremen im vergangenen Sommer, nachdem das 18-jährige Abwehr-Talent zuvor seit 2014 die Werder-Nachwuchsabteilung durchlaufen hatte. Am Ende waren Werder Bremen aber die Hände gebunden, per Ausstiegsklausel verließ Fabio Chiarodia den Verein vor der Saison und wechselte für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von zwei Millionen Euro nach Gladbach. „Es gab eine vertragliche Situation, die für uns sehr schwierig war. Da hatten wir wahrscheinlich schon vorher verloren“, sagte Werner - und fügte mit Blick auf Chiarodias bisherige Einsatzzeiten in Gladbach an: „Am Ende des Tages hätte er bei uns vielleicht schon die ein oder andere Minute mehr sammeln können als in Gladbach. Schade, aber jetzt sind die nächsten da, und um die kümmert man sich dann.“ Ein Angriff auf Chiarodia waren diese Sätze freilich nicht - warum auch? Und doch schwang ein Anflug von Kritik in ihnen mit.
Nach Wechsel zu Borussia Mönchengladbach: Werder Bremen-Ex Fabio Chiarodia kommt sporadisch zum Einsatz
Für die Gladbacher Profis bringt es Fabio Chiarodia bisher auf sieben Pflichteinsätze, vier davon in der Liga und drei im DFB-Pokal, wo er im Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg kürzlich erstmals über die volle Distanz (inklusive Verlängerung) auf dem Platz stehen durfte. Von einem Stammplatz ist er freilich noch ein gutes Stück entfernt, innerhalb der Mannschaft aber offenbar gut angekommen, wie Joe Scally gerade erst im Interview mit der DeichStube erklärt hat: „Fabio bringt fußballerisch einiges mit, vor allem mit seinem linken Fuß. Wenn er auf den Platz kommt, hat man nicht den Eindruck, dass da gerade ein 18-Jähriger spielt. Bei seinem Startelf-Debüt zuletzt im Pokal hat er gezeigt, dass er ein großes Talent ist und eine Menge Qualität mitbringt.“ Eine Qualität, von der ursprünglich Werder eines Tages in der Bundesliga profitieren wollte. Der Spieler entschied sich anders.
Vor der Partie gegen Werder Bremen hatte das legendäre Gladbacher Stadionheft „Fohlen-Echo“ Chiarodia ein doppelseitiges Interview gewidmet, in dem der Ex-Bremer erklärte: „Die Begegnung ist etwas Besonderes für mich, weil wir gegen den Verein spielen, bei dem ich ausgebildet worden bin und mein halbes Leben verbracht habe. Mit einigen Jungs von Werder bin ich immer noch in Kontakt.“ Das war dann vor und auch nach dem Spiel am Freitagabend im Borussia-Park zu beobachten. Nachdem Fabio Chiarodia seine ehemaligen Teamkollegen beim Warmmachen herzlich begrüßt hatte, führte ihn sein Weg nach dem Abpfiff nicht nur in die Gladbacher, sondern auch in die Bremer Kabine. (dco)