Kritik um Werder-Neuzugang
Nach Hubschrauber-Flug: Werder-Trainer Werner nimmt Neuzugang Coulibaly in Schutz
Nach der Kritik an Karim Coulibaly für dessen Hubschrauber-Video rund um den Transfer zum SV Werder Bremen reagiert nun auch Ole Werner. Der Trainer nimmt den 16-Jährigen in Schutz.
Bremen – Es war schon ein sehr spezieller Auftritt, den der erst 16-jährige Neuzugang Karim Coulibaly bei seinem Wechsel zum SV Werder Bremen hingelegt hatte. Das Defensiv-Talent, das im Sommer vom Hamburger SV an die Weser (in die U19) wechselt, hatte die rund 100 Kilometer zwischen den beiden Hansestädten gemeinsam mit seinem Berater im Hubschrauber zurückgelegt und davon einen Film in den sozialen Medien bei Instagram veröffentlicht. Jetzt hat Werders Bundesliga-Trainer Ole Werner vor dem Spiel gegen den VfL Bochum (Samstag, 15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker) Stellung zum Aufsehen erregenden Clip bezogen – und den deutschen U17-Nationalspieler in Schutz genommen.
Ole Werner nimmt Neuzugang Karim Coulibaly nach dessen Hubschrauber-Wechsel zum SV Werder Bremen in Schutz
„Normal ist das sicherlich nicht, man sieht es ja nicht so oft“, sagte der 36-Jährige über den Hubschrauber-Flug des künftigen Bremer Innenverteidigers, der auch bei den Profis reinschnuppern soll. Und weiter: „Die Aktion ist grundsätzlich sehr schade für ihn, weil er ein guter Junge ist und wir uns freuen, dass er zu uns kommt.“ Auch wenn der Coach des SV Werder Bremen offensichtlich kein Fan der Hubschrauber-Inszenierung um Karim Coulibaly ist, hält er sie seinem jungen Spieler nicht vor. „Die Situation ist sicherlich nicht optimal, und trotzdem werde ich dem Spieler gegenüber unvoreingenommen sein und ihm hier die Möglichkeit geben, auf dem Platz und in der Kabine zu zeigen, wie er ist und wie er tickt“, erklärte Ole Werner und betonte: „Wir sind überzeugt, dass er ein guter Junge ist und zu uns passt.“
Wie Ole Werner zudem verriet, gebe es zu dem Thema einen Austausch zwischen Coulibalys Berater-Agentur und dem SV Werder Bremen. Aus Sicht des Coaches sei der spezielle Auftritt ohnehin weniger dem Jugendlichen selbst anzukreiden, sondern viel mehr dessen Umfeld. „Ich weiß nicht, ob man einem Jungen, der 16 Jahre alt ist, so einen wahnsinnig großen Vorwurf machen kann“, befand Werner und nahm Karim Coulibaly abschließend in Schutz: „Wenn ich darüber nachdenke, was ich so als 16-Jähriger gemacht habe und auf wen ich da so gehört habe, dann weiß ich auch nicht. Man trifft da nicht jede Entscheidung selbst. Deswegen ist das mehr eine Frage des Drumherums als des Jungen selbst.“ (mwi)