Werder-Lichtblick im Angriff
Burkes Premiere, Silvas Pech: Ungewohntes Sturm-Duo setzt sich trotz Werder-Niederlage in Szene
Bei der 1:2-Niederlage des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg standen Oliver Burke und André Silva in der Startelf – so hat sich das neue Sturmduo geschlagen.
Bremen – Die Frage, ob das Spiel womöglich in eine komplett andere Richtung gelaufen wäre, wird für immer unbeantwortet bleiben. Aber die Szene hätte zweifelsfrei das Zeug für eine Initialzündung gehabt. Nicht einmal 120 Sekunden war die Partie zwischen dem SV Werder Bremen und VfL Wolfsburg alt, als Oliver Burke Anlauf nahm. Der schottische Stürmer trieb energisch den Ball voran, auf den Tribünen sprangen etliche Fans auf, nicht wenige von ihnen warfen anfeuernd eine Faust in die Luft.
Werder konterte im eigenen Stadion – doch die Chance zur Führung verpuffte, weil Burke sich den Ball dann doch zu weit vorlegte. Vier Minuten später lagen die Gastgeber dann mit 0:1 zurück und verloren am Ende mit 1:2. Das ungewohnte Angriffsduo Oliver Burke/André Silva hatte dennoch gezeigt, dass weitere gemeinsame Auftritte in der Zukunft nicht ausgeschlossen sein müssen.
Sturmduo Oliver Burke und André Silva bringen Werder Bremen neuen Schwung – doch die Belohnung fehlt
„Ich finde, dass die beiden vorne Energie reingebracht haben“, meinte Peter Niemeyer als Werder Bremens Leiter Profifußball. „Vor allem in der ersten Halbzeit haben sie ihre Läufe gemacht und wirklich viel versucht.“ Immer wieder boten sich die beiden Offensivakteure als Anspielstationen für die Nebenleute an, hielten durch ihre vielen Positionswechsel auch die VfL-Abwehr auf Trab. Einzig die Belohnung fehlte. André Silva besaß sogar gleich zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich (20./22.). „Leider fehlte auch da ein bisschen das Spielglück – dass der Ball dann nur an den Pfosten geht und nicht ins Tor“, sagte Niemeyer.
Andre Silva fehlt Kontanz, Oliver Burke als Gewinner der Krise bei Werder Bremen?
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Silvas Leistungen schwanken aktuell noch zu sehr. Zuletzt beim Pokal-Aus in Bielefeld hatte der Portugiese komplett enttäuscht, jetzt nach der guten ersten Hälfte gegen Wolfsburg war im zweiten Abschnitt fast nichts mehr von ihm zu sehen. Nach 72 Minuten machte er deshalb Platz für Comebacker Keke Topp.
Für Oliver Burke gab es derweil eine Premiere: In seinem überhaupt erst vierten Startelf-Einsatz absolvierte er erstmals eine Partie über die komplette Distanz. Anders als im Pokal und zuvor schon zweimal in der Liga gelang ihm zwar auch kein Treffer, aber der 27-Jährige wusste mit seiner Laufbereitschaft und seinem Pressing phasenweise zu gefallen. Ihm war in jeder Aktion anzumerken, dass er unbedingt etwas bewegen wollte. Anders als bei seinen Kollegen wirken Burkes Beine und Kopf aktuell nicht ganz so schwer. Womöglich schickt sich da gerade jemand an, ein kleiner Gewinner der großen Krise beim SV Werder Bremen zu werden. Doch dafür muss dann auch ein Konter wie in der Anfangsphase mal sitzen. (mbü)