Burke vor Werder-Abschied

„Wir sind gesprächsbereit“: Werder Bremen macht die Tür für einen möglichen Burke-Wechsel weit auf

Oliver Burke hat mit großer Wahrscheinlichkeit keine Zukunft mehr beim SV Werder Bremen.
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Oliver Burke hat mit großer Wahrscheinlichkeit keine Zukunft mehr beim SV Werder Bremen.

Oliver Burke hat aller Voraussicht nach keine Zukunft beim SV Werder Bremen. Das deutete Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz gegenüber der DeichStube an.

Bremen – Die Fans haben entschieden – und Niklas Schmidt zum Sieger gekürt. Seinen herrlichen Treffer aus der Distanz zum 1:2-Endstand im Heimspiel gegen den FC Bayern München wählten sie jüngst via Instagram zum Werder-Tor der Saison, was angesichts der Schönheit des Schusses absolut nachvollziehbar ist – und doch eine Frage aufwirft: Was ist denn eigentlich mit Oliver Burke?

Dessen Siegtreffer hatte beim spektakulären 3:2-Erfolg in Dortmund in Sachen reiner Fußball-Ästhetik zwar nicht mit Schmidt mithalten können, dafür aber für den wohl emotionalsten Jubel der gesamten Saison des SV Werder Bremen gesorgt. Ein Tor, das fraglos in Erinnerung bleiben wird. Und zwar nicht nur am Osterdeich. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft, die in der Bundesliga nach 89 Minuten mit 0:2 hinten lag, noch gewonnen. Der Bremer Bestwert ist also untrennbar verknüpft mit dem Namen Oliver Burke, für den aber sehr wahrscheinlich keine weiteren Werder-Treffer mehr hinzukommen werden, weil er den Verein vor dem Start der Saison 2023/24 verlassen soll.

Oliver Burke wird bei Werder Bremen zurückerwartet - gehen soll er aber trotzdem

„Sollte sich eine für alle Seiten passende Option auftun, sind wir gesprächsbereit“, sagt Werder Bremens Leiter Profifußball Clemens Fritz gegenüber der DeichStube, was innerhalb der Branche als klare Botschaft verstanden werden dürfte, dass Oliver Burke in Bremen im Schaufenster steht. Aktuell befindet sich der 26-jährige Angreifer noch im Sommerurlaub, in dem er – zumindest phasenweise – nicht allzu sehr über Fußball nachgedacht haben dürfte.

Erst vor wenigen Tagen gab Oliver Burke auf seinem Instagram-Kanal seine Verlobung mit der englischen TV-Moderatorin und Sängerin Megan McKenna (30) bekannt, der er im noblen „One & Only Resort“ in Boka Bay, Montenegro, einen Heiratsantrag gemacht hatte – inklusive Yachtfahrt und Feuerwerk. Am Montag, 3. Juli, wird der Profi allerdings am Bremer Weserstadion zurückerwartet, wenn für Werder Bremens Bundesligakader die obligatorische Leistungsdiagnostik ansteht, ehe es zwei Tage später erstmals gemeinsam als Mannschaft auf den Trainingsplatz geht.

Oliver Burke hat bei Werder Bremen noch einen Vertrag bis 2025

„Er wird beim Trainingsauftakt dabei sein und kann bei uns den Konkurrenzkampf in der Offensive wieder annehmen“, erklärt Fritz, der den damals ablösefreien Oliver Burke (kam von Sheffield United) im vergangenen Sommer mit einem Vertrag bis 2025 bei Werder Bremen ausgestattet und auf den Durchbruch des temporeichen Stürmers gehofft hatte. Der blieb allerdings aus. Nach zwei Toren zu Saisonbeginn (gegen Stuttgart und eben in Dortmund) kam nicht mehr allzu viel vom ehemaligen schottischen Nationalspieler (13 A-Länderspiele), weshalb er im Winter zurück nach England zum Zweitligisten FC Millwall verliehen wurde.

Während Burke dort 17 Mal zum Einsatz kam, zweimal traf, zwei Treffer vorbereitete und mit dem Team letztlich knapp am Premier-League-Aufstieg scheiterte, schritten die Personalplanungen bei Werder Bremen für die Saison 2023/2024 Stück für Stück voran – der Name Oliver Burke spielte dabei nur noch eine untergeordnete Rolle. Wie zu hören ist, möchte der Spieler selbst auch zukünftig in England spielen und soll sich gemeinsam mit seinen Beratern längst nach einem neuen Club umsehen.

Nicht nur bei Werder Bremen: Oliver Burke hatte bereits bei RB Leipzig in der Bundesliga keinen Erfolg

Da Burkes Vertrag mit Werder Bremen noch zwei Jahre lang gültig ist, könnte er theoretisch auch in Bremen bleiben und einen neuen Anlauf in der Bundesliga nehmen – allzu viel Aussicht auf Spielzeit würde er unter Cheftrainer Ole Werner aber nicht haben. In Dawid Kownacki (kommt ablösefrei von Zweitligist Fortuna Düsseldorf), Justin Njinmah (kehrt nach Ausleihe an Borussia Dortmund II zurück) und Nick Woltemade (kehrt nach Ausleihe an Zweitliga-Aufsteiger SV Elversberg zurück) haben die Bremer bereits drei neue Offensivkräfte fest für die kommende Saison eingeplant. Außerdem hofft der Verein nach wie vor auf einen Verbleib seines enorm erfolgreichen Sturmduos Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch. Die Verträge beider Spieler – der von Ducksch läuft bis 2024, der von Füllkrug sogar bis 2025 – sollen zu verbesserten Konditionen verlängert werden. Selbst wenn das am Ende nicht in beiden Fällen gelingen sollte, wird für Oliver Burke kaum eine Planstelle im Kader offenbleiben, was zu einer Parallele in der Karriere des Schotten führen dürfte.

Nachdem RB Leipzig 2016 stolze 15 Millionen Euro Ablöse an Nottingham Forrest für Burke überwiesen hatte, zog der Stürmer bereits nach einer (wenig erfolgreichen) Bundesligasaison weiter in Richtung West Brom. Und auch in Bremen spricht derzeit sehr viel dafür, dass Oliver Burke nach nur einem Jahr weiterzieht. (dco)

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