Werder und die Stürmer-Suche
Onuachu "ein interessanter Mann"
Bremen. Paul Onuachu – ist er der, der auf der Bremer Einklaufliste in der Spalte Stürmer ganz oben steht? Oder ist er nur einer von vielen?
Bei Werder-Trainer Alexander Nouri hört es sich so an, als wäre der Nigerianer vom dänischen Erstligisten FC Midtylland nicht das heißeste aller Eisen. „Ich kenne den Spieler“, sagte Nouri nach der 0:2-Niederlage gegen Bayern München, „er ist ein interessanter Mann – wie viele andere allerdings auch.“
Schlicht zu teuer
Die letzte Einschränkung lässt erahnen, dass die Bremer Suche sich fünf Tage vor Transferschluss immer noch nicht auf den einen Spieler fokussiert. Vielleicht auch, weil Onuachu bei einer angeblich geforderten Ablöse jenseits der Zehn-Millionen-Euro-Marke schlicht zu teuer ist.
Die Summe mutet für einen Stürmer, der bislang nur in Dänemark sein Können gezeigt hat, ziemlich hoch an. „Stürmer mit Qualität sind sehr, sehr teuer. Viele Vereine hoffen auf ganz hohe Ablöse“, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann vor dem „Sky“-Mikrofon. Später ergänzte er, dass es „illusorisch“ sei, „einen Stürmer zu bekommen, der in einer Top-Liga 15 Tore gemacht hat“.
18 Tore in der vergangenen Saison
So einer ist Paul Onuachu jedoch auch nicht. Die dänische Superligaen ist alles andere als eine Top-Liga, und Onuachu ein Mann, der sein Potenzial bislang nur auf eben dieser Ebene gezeigt hat. 18 Tore waren es in der vergangenen Saison in 36 Meisterschaftsspielen in Dänemark, acht sind es nach nur zehn Pflichtspielen in der neuen Saison.
Werder-Mittelfeldmann Thomas Delaney kennt den 23-Jährigen aus Partien mit dem FC Kopenhagen gegen Midtylland und äußert sich zurückhaltend, aber grundsätzlich positiv über den 2,01 Meter großen Angreifer: „Er ist ein interessanter Spieler, hat eine gute Technik, ist ein Torjäger. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Superligaen und Bundesliga.“
„Wir kommentieren Namen grundsätzlich nicht.“
Die Skepsis ist also da, ob Onuachu der Richtige wäre für Werder. Frank Baumann könnte das beantworten, macht es aber nicht: „Wir kommentieren Namen grundsätzlich nicht.“
Eine Verpflichtung ist offenbar ohnehin noch in weiter Ferne. Claus Steinlein, Sportlicher Leiter in Midtyalland, verneinte jedenfalls in der Tageszeitung „BT“ einen bevorstehenden Transfer. „Es passt nicht“ antwortete er dem Boulevard-Blatt auf eine entsprechende SMS-Anfrage.