Mittelfeldspieler meldet sich für den Pokal fit / „Alles hineinlegen“
Bargfredes Berlin-Gefühl
Bremen - Einmal hat er schon ein Pokalfinale miterlebt. 2010 war es, in seiner ersten Saison als Profi bei Werder Bremen. Als amtierender Pokalsieger ging Werder damals mit 0:4 gegen Bayern München unter – doch das Endspiel-Erlebnis hat Philipp Bargfrede nachhaltig beeindruckt.
Ein „großes Gefühl“ sei es damals gewesen, erinnert sich der 28-Jährige. Wiederholung ausdrücklich erwünscht.
Zwei von fünf Hürden bis zum Finale haben Bargfrede und der SV Werder auf dem Weg nach Berlin schon genommen, jetzt folgt gegen den SC Freiburg Nummer drei. Und Bargfrede ist dabei, soviel ist sicher. Die Oberschenkelprellung, wegen der er am Samstag gegen Mainz 05 vorzeitig ausgewechselt werden musste, behindere ihn nicht mehr: „Mir geht's gut. Ich gehe fest davon aus, dass ich spielen kann.“
Für Trainer Florian Kohfeldt ist das eine sehr gute Nachricht, denn um Bargfredes Bedeutung für das Bremer Spiel zu beschreiben, muss man sich nur die Mainz-Partie in Erinnerung rufen. Der Mittelfeldspieler traf nach einem beherzten Vorstoß zum frühen 1:0, und so lange er auf dem Platz stand, brannte hinten nichts an.
Erst nachdem der 28-Jährige vom Platz musste, fielen die Mainzer Tore zum 2:2. „Dieses Spiel“, sagt Bargfrede nun vor dem Pokalmatch, „hängt uns noch ein bisschen nach. Aber ich bin froh, dass wir vor Weihnachten nochmal die Gelegenheit bekommen, uns mit einem guten Gefühl in die Winterpause verabschieden zu können. Es ist das letzte Spiel des Jahres, da können wir alles hineinlegen.“
Es gibt offenbar nichts, was Bargfrede nicht kann
Er auch – und zwar mit den Qualitäten, die ihn in den vergangenen Spielen zum Alleskönner gemacht haben. Innenverteidiger gegen Dortmund, gegen Mainz dann Torschütze („Das kommt bei mir eigentlich nur im Training vor“), ansonsten der Abräumer und Lenker im Mittelfeld – es gibt offenbar nichts, was Bargfrede nicht kann. Oder doch: eines schon. Durchspielen kann er so gut wie nie. In dieser Saison ist Bargfrede erst einmal über die volle Distanz gegangen – es war, als er gegen den BVB den Job des Innenverteidigers übernommen hatte. Aber als viel laufender Mittelfeldspieler war für ihn zwischen Minute 65 bis 71 Schluss. „Mal schauen, wie lange ich es diesmal schaffe“, meint Bargfrede und setzt ein Lachen auf, das besagen soll: ,Macht euch mal keine Sorgen, das klappt schon.‘ Wörtlich sagt er dann: „Das Spiel wird laufintensiv. Ich hoffe, dass ich über die volle Distanz gehen kann.“
Hauptsache er ist überhaupt dabei. Denn gegen Freiburg ist Bargfredes Anwesenheit auf dem Platz – statistisch gesehen – fast schon so etwas wie eine Sieggarantie. Von neun Partien gegen das Team aus dem Breisgau hat er sieben gewonnen und nur eines verloren. Diese bemerkenswert gute Bilanz auszubauen, ist am Mittwoch das Ziel. Bargfrede: „Wir wollen weiterkommen, das haben wir vor.“
Bleibt er oder geht er? Die Wechselgerüchte um Martin Harnik reißen nicht ab, ein möglicher Transfer des Stürmers von Werder Bremen zum HSV steht nach wie vor im Raum.
Philipp Bargfrede: Seine Karriere in Bildern



