Erst reflektieren, dann neu durchstarten

Wie Werder-Stürmer Topp an seiner Kreuzbandverletzung wachsen soll

Keke Topp wird Werder Bremen noch monatelang fehlen - Trainer Daniel Thioune hofft aber auf einen positiven Nebeneffekt der Zwangspause!

Die Operation hat Keke Topp hinter sich, das obligatorische Foto mit erhobenem Daumen aus dem Krankenbett wurde über die sozialen Medien in die Welt hinausgeschickt. Ein Lächeln ist dabei auf den Lippen des Mittestürmers zu sehen, der ansonsten zuletzt wenig Grund zur Freude hatte. Während der vergangenen Woche gab es beim SV Werder Bremen ein internes Testspiel des Bundesligisten gegen die U23 – das für Topp mit einem Kreuzbandriss endete. Monatelang wird der 22-Jährige nun fehlen, Trainer Daniel Thioune hat bereits ein ausführliches Gespräch mit dem Angreifer geführt. Und hofft bei aller Enttäuschung über die Zwangspause auf einen positiven Nebeneffekt.

Keke Topp wird Werder Bremen wegen seines Kreuzbandrisses noch monatelang fehlen - Trainer Daniel Thioune hofft aber auf einen positiven Nebeneffekt der Zwangspause!

Werder Bremens Daniel Thioune über Keke Topp: „Vielleicht hilft ihm die Verletzung auch, in den nächsten Monaten an Defiziten zu arbeiten“

„Ich habe in den vergangenen Wochen einen Spieler kennengelernt, der motiviert ist, Situationen zu verändern – und das ist auch jetzt der Fall“, schildert der 51-jährige Chefcoach des SV Werder Bremen. „Er nimmt die Verletzung an. Und vielleicht hilft ihm die auch, zu reflektieren und in den nächsten Monaten an Defiziten zu arbeiten. Niemand hätte ihm gewünscht, dass er diese Situation erleben muss, aber beim Prozess erwachsen und Vollprofi zu werden, gehört es vielleicht manchmal auch dazu.“ Hinter Keke Topp liegt eine Saison, mit der auch selbst nie richtig glücklich war, wie er öffentlich erklärte. Im Sommer schien die Chance auf den großen Durchbruch in der 1. Liga groß, doch der Gnarrenburger tat sich schwer. Die Torflaute des SV Werder Bremen im Sturm wurde verständlicherweise auch an ihm festgemacht, erst im Januar brachte er gegen Borussia Mönchengladbach (1:1) den Ball im gegnerischen Tor unter. Weitere Treffer folgten aber nicht, dafür viel Aufwand mit zu wenig Ertrag.

Werder Bremens Daniel Thioune über Keke Topp: „Es gibt ihm die Möglichkeit“, sagt Thioune, „künftig widerstandsfähiger zu sein“

Daniel Thioune gibt den Offensivakteur des SV Werder Bremen aber ebenso wenig auf wie die Teamkollegen. „Es gab bereits einige Spieler, die ihm den Hinweis gegeben haben, dass sie noch stärker aus ihren Verletzungen zurückgekommen sind, sie ihnen sogar eher geholfen als geschadet hat“, sagt Werders Chefcoach vor dem Bremer Heimspiel gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), meint aber zugleich: „Das sehe ich vielleicht etwas kritischer, denn keine Verletzung ist so gut, dass sie einem helfen kann.“ Womöglich könne Keke Topp dennoch in gewisser Hinsicht profitieren. „Es gibt ihm die Möglichkeit“, sagt Thioune, „künftig widerstandsfähiger zu sein, nochmal ganz klein anzufangen und uns in kleinen Schritten wieder zu zeigen, wie gut er ist. Damit er sich dahin entwickelt, wo wir ihn alle sehen wollen – mit der Nummer neun auf dem Trikot auf dem Platz bei uns.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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