Nach langer Verletzungspause
„Ab jetzt ist er vollumfänglich zurück“: Werder-Profi Weiser steht kurz vor dem Comeback – aber in welcher Rolle?
Nach 15 Monaten Verletzungspause ist Mitchell Weiser jetzt wieder vollumfänglich zurück im Training des SV Werder Bremen. Bekommt er nun eine neue Position?
Als am Sonntagmorgen die Sonne über dem Weserstadion strahlte, huschte unten auf dem Trainingsplatz auch Mitchell Weiser ein Lächeln über die Lippen. Zwar hatte der 32-Jährige tags zuvor beim Bundesliga-Sieg des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig (3:1) erneut gefehlt, doch die Fortschritte des Offensivakteurs sind unübersehbar. Die Spielersatzeinheit soll einen Startpunkt zurück zur Normalität darstellen, das endgültige Ende einer nun 15-monatigen Leidenszeit. Kann Weiser vielleicht tatsächlich schon am nächsten Wochenende gegen den 1. FC Köln (Samstag, 18.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) im Kader stehen?
„Wir sind zumindest jetzt in dem Rhythmus, dass wir ihn nicht mehr reduzieren“, sagt Chefcoach Daniel Thioune. „In der letzten Woche haben wir ihn teilweise noch als neutralen Spieler eingebunden oder die Umfänge reduziert. Das ist nicht mehr der Fall. Ab jetzt ist er vollumfänglich wieder in den Kader zurückgekehrt.“ Ein Ereignis, das Mitchell Weiser ebenso wie Fans und Verantwortliche sehnsüchtig erwartet haben. An seinen Kreuzbandriss samt Meniskusverletzung erinnert rein äußerlich lediglich noch ein schmaler, weißer Tape-Streifen, der am Knie der Stabilisierung dient.
Mitchell Weiser vor Comeback bei Werder Bremen: Wann kann er wieder spielen - und für wen?
Ansonsten wieselt Weiser wie früher über den Rasen, sucht ehrgeizig das Dribbling, ärgert sich über ausgebliebene Zuspiele der Nebenleute oder eigene Fehler. „Er braucht jetzt ein, zwei volle Trainingswochen“, prognostiziert Thioune, „wir haben mal so in die Länderspielpause geblickt.“ Womöglich muss Weiser aber auch gar nicht bis Ende September/Anfang Oktober warten. „Es kann natürlich auch eine Möglichkeit sein, dass er früher zurückkehrt, dass es die Augsburg-Partie vielleicht schon sein kann.“ Der Ausflug zum 1. FC Köln am nächsten Samstag aber wohl noch nicht.
Und dann, auch das macht Thioune deutlich, muss die Konkurrenzsituation bei Werder Bremen eine Berücksichtigung auch zulassen. „Es hängt natürlich auch unmittelbar damit zusammen, was die Jungs am Wochenende gegen Köln anbieten und was Mitchell anbietet“, sagt Thioune. „Wenn die Mannschaft erfolgreich ist, gibt es wenig Gründe, etwas zu ändern. Aber wir wissen natürlich auch um die Qualität von Mitchell. Die letzten Trainingstage waren von ihm schon gut – und er wird sich nicht damit begnügen, jetzt ausschließlich nur im Training zu stehen.“
Wo spielt Mitchell Weiser künftig bei Werder Bremen? Trainer Daniel Thioune hält Achter-Rolle denkbar
Zumal Werder Bremen auf der Außenbahn nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Justin Njinmah durchaus Bedarf hat. Aber auch im Zentrum wäre für Mitchell Weiser theoretisch Luft, wo aktuell Chuki der einzig nominelle Kreativakteur hinter den Spitzen ist. „Ich würde behaupten, ein weiterer Flügelspieler hätte uns gegen Leipzig gutgetan, denn wir hatten nur noch einen weiteren auf der Bank“, erklärt Thioune. „Das war zum Glück kein Problem, weil Marco Grüll überragend performt hat. Aber das ist vielleicht nicht immer so. Deswegen würde ich mir noch mal einen Spieler für die Bank wünschen, der eher offensiv ausgerichtet ist.“
Und die Sache mit der Zentrale? „Gegen Leipzig haben sich jetzt drei Jungs in den Vordergrund gespielt, die das gut können“, sagt Thioune mit Blick auf Chuki, Ludovit Reis und Youri Regeer. „Wir haben mit Senne Lynen jemanden, der uns noch gefehlt hat, zudem scharrt Dariusz Stalmach mit den Hufen. Wenn Mitch, so wie im Training letzte Woche, zentral spielt und es besser als alle anderen macht, werde ich ihn auf den Platz schicken. Es ist gut, dass wir mit ihm noch eine weitere Option fürs Zentrum haben. Trotz seiner Stärke auf der Außenbahn, wo er sich am wohlsten fühlt, will ich das andere nicht ausschließen.“ (mbü)
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