Werder-Neuzugang vorgestellt

„Ich würde gerne länger bleiben“: Rafael Borré über seine Zukunft mit Werder, Füllkrug-Vergleiche und Titelgewinne

Rafael Borré sprach bei seiner offiziellen Vorstellung beim SV Werder Bremen über Vergleiche zu Niclas Füllkrug, seine Zukunft und seine Rückennummer.
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Rafael Borré sprach bei seiner offiziellen Vorstellung beim SV Werder Bremen über Vergleiche zu Niclas Füllkrug, seine Zukunft und seine Rückennummer.

Am Deadline Day wechselte Rafael Borré auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt zum SV Werder Bremen. Bei seiner offiziellen Vorstellung spricht der 28-Jährige nun über den Druck, den die Rolle als Füllkrug-Nachfolger mit sich bringt und erklärt, warum die Rückennummer 19 eine ganz besondere Bedeutung für ihn hat.

Bremen – Dass es für ihn zum SV Werder Bremen gehen würde, hat Rafael Borré erst am letzten Tag der Sommer-Transferphase erfahren. „Es war tatsächlich ein überraschender Wechsel im allerletzten Moment“, sagt der Stürmer, der Eintracht Frankfurt verlassen sollte und wollte – und deshalb leihweise für eine Saison am Osterdeich gelandet ist. Warum er zuvor andere, sportlich attraktivere Offerten ausgeschlagen hat und welche Ziele er in Bremen verfolgt, hat der kolumbianische Nationalspieler bei seiner offiziellen Vorstellung am Mittwoch verraten. Außerdem sprach Borré über den Druck, den die Rolle als Füllkrug-Nachfolger mit sich bringt, über den Europa-League-Titel mit Frankfurt und erklärte, warum die Rückennummer 19 eine ganz besondere Bedeutung für ihn hat. Rafael Borré über. . .

. . . den Last-Minute-Wechsel nach Bremen: Wie knapp die Zeit am Ende war, zeigt allein die folgende Tatsache: Für den obligatorischen Medizincheck hat es Rafael Borré am Deadline Day nicht mehr nach Bremen geschafft. Stattdessen wurden die Untersuchungen in Frankfurt durchgeführt, ehe das Leihgeschäft zum SV Werder Bremen kurz vor Schließung des Transferfensters endlich perfekt war. Borré hatte zuvor lange auf eine Offerte aus Deutschland gewartet. „Für mich hat es eine große Rolle gespielt, in der Bundesliga bleiben zu können, weil ich mit dem deutschen Fußball vertraut bin“, sagt der 28-Jährige, der im Sommer 2021 vom argentinischen Topclub River Plate nach Frankfurt gewechselt war. Für die Eintracht absolvierte er 92 Pflichtspiele, in denen ihm 15 Tore und zwölf Vorlagen gelangen.

In der vergangenen Serie war der Angreifer aber nicht mehr erste Wahl. „Es war ein etwas schwieriger Abschied aus Frankfurt“, sagt Rafael Borré, dessen Karriere theoretisch auch in anderen Ländern hätte weitergehen können: „Ich hatte andere Angebote, aus Spanien von größeren Vereinen zum Beispiel oder eines aus Mexiko, das wirtschaftlich sehr interessant gewesen wäre.“ Letztlich sagte der Neuzugang des SV Werder Bremen alles ab, „denn wenn man die Liga wechselt, braucht man viel länger, um sich einzugewöhnen und anzukommen. Bei Werder ist es ein großer Vorteil, dass mir die Liga bereits bekannt ist. So kann ich schneller meinen Beitrag für das Team leisten.“

Werder Bremens Rafael Borré über Nachfolge von Niclas Füllkrug: „Ich mag diesen Druck, für mich ist es das eine Motivation“

. . . die Rolle als Füllkrug-Nachfolger: Mit 16 Toren hat sich Niclas Füllkrug in der vergangenen Saison im Werder-Trikot die Torjägerkanone gesichert – und mehr noch: Der Mittelstürmer war schon während der Zweitliga-Saison eines, wenn nicht das Gesicht des Vereins. Weil er im Sommer, kurz vor Transferschluss zu Vizemeister Borussia Dortmund wechselte, musste bei Werder Bremen Ersatz her – und der heißt nun Rafael Borré, für den die Fußstapfen also kaum größer sein könnten. „Ich mag diesen Druck“, sagt der Kolumbianer, „für mich ist das eine Motivation, die mir dabei hilft, von der Stelle zu kommen und mich weiterzuentwickeln.“ Grundsätzlich hält Borré zwar nicht viel vom Direkt-Vergleich mit Füllkrug – was verständlich ist, denn schließlich sind beide grundverschiedene Stürmertypen –, er scheut ihn aber auch nicht: „Niclas ist ein großartiger Stürmer, aber ich habe meine eigene Art und Weise, Ziele zu erreichen. Ich möchte mir in Bremen einen Namen machen, damit auch er eines Tages mit der Vereinsgeschichte verknüpft ist.“ Wie das gelingen könnte, ist Borré bereits klar: „Ich möchte auf das Level von Niclas Füllkrug kommen oder ihn vielleicht sogar noch übertreffen.“

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Werder Bremens Rafael Borré: „Wenn man internationale Titel gewinnt, gibt das sehr großes Selbstvertrauen“

. . . den Europa-League-Sieg mit Frankfurt: Diese Nacht in Sevilla, das steht fest, wird Rafael Borré in seinem Leben nicht mehr vergessen, ganz einfach, weil er am 18. Mai 2022 Geschichte geschrieben hat. Mit 6:5 nach Elfmeterschießen setzte sich Eintracht Frankfurt im Finale der Europa-League gegen die Glasgow Rangers durch. Am Ende war es Borré, der den allesentscheidenden Versuch versenkte. In seinen Augen kann nun auch Werder Bremen von dieser magischen Nacht profitieren.

„Wenn man internationale Titel gewinnt, gibt das sehr großes Selbstvertrauen. Das macht mich persönlich sehr stolz. Ich möchte diese Erfahrungen an meine Teamkollegen weitergeben“, betont Rafael Borré, der in seiner Laufbahn schon mehrfach Trophäen in die Höhe stemmen konnte. So wurde der Neuzugang des SV Werder Bremen unter anderem mit River Plate zwei Mal argentinischer Pokalsieger (2017, 2019) und gewann mit dem Club die Copa Libertadores (2018). Mit Deportivo Cali hatte er sich zuvor bereits die Meisterschaft in Kolumbien gesichert (2015).

Werder Bremens Rafael Borré: „Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung und Mentalität eine positive Stimmung verbreiten kann“

. . . über seine Rückennummer 19: Er hat sie bereits in Frankfurt getragen, davor auch bei River Plate, und er trägt sie im kolumbianischen Nationalteam – da musste Rafael Borré nach seinem Transfer zu Werder Bremen nicht lange überlegen, für welche Rückennummer er sich entscheidet: natürlich für seine 19. „Die Zahl hat eine besondere Bedeutung für mich, weil sie mich schon lange begleitet. Sie steht für mich im Zusammenhang mit vielen Titelgewinnen und mit der Freude, die ich im Fußball schon gehabt habe.

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. . . den drohenden Abstiegskampf: Mit Frankfurt hat er in der Champions League gegen Marseille, Sporting Lissabon, Tottenham und den SSC Neapel gespielt. Mit dem SV Werder Bremen geht es künftig vorrangig ums nackte Überleben in der Bundesliga. „Ich bin auf das neue Szenario vorbereitet“, versichert Rafael Borré, der zuletzt beim 2:4 in Heidenheim sein 25-minütiges Werder-Debüt feierte. „Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung und Mentalität eine positive Stimmung verbreiten kann“, sagt der Stürmer – und hebt hervor: „Meine Einstellung ist, dass man seine Ziele erreichen kann.“

Rafael Borrés Pläne mit Werder Bremen sind dabei übrigens langfristiger Natur. Geht es nach ihm, bleibt er länger bei den Grün-Weißen als nur bis zum Sommer 2024, wenn das Leihgeschäft mit Frankfurt endet. „Ich hoffe, dass ich meine Karriere hier für einige Zeit fortsetzen kann. Ich würde gerne länger in Bremen bleiben, aber das ist etwas, was die beiden Vereine am Saisonende klären werden.“ (dco)

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