Werder-Transfer-News

Der Tag nach dem Weiser-Schock: Werder Bremens Problemberg wird größer und größer – wie Fritz darauf reagiert

Der Kreuzbandriss von Mitchell Weiser hat bei Werder Bremen für kollektives Entsetzen gesorgt. Wie Mitspieler und der Verein auf die schwere Verletzung reagieren - und welche Transfers geplant sind.

Bremen – Die Genesungswünsche ließen nicht lange auf sich warten. „Kopf hoch, mein Bruder. Du wirst stärker zurückkommen“, schrieb Marco Friedl bei Instagram. Und der Kapitän des SV Werder Bremen war mit seinen Grüßen nicht allein, auch Marvin Ducksch („Mein Bruder, bleib‘ stark! Du kommst stärker zurück“), Leonardo Bittencourt, Keke Topp oder auch einige frühere Mitspieler spendeten Mitchell Weiser Trost. Der 31-Jährige hatte sich am Mittwoch im Training das Kreuzband gerissen, monatelang wird er der Mannschaft von Chefcoach Horst Steffen nun fehlen. Eine Nachricht, die im Werder-Land rasenschnell für kollektives Entsetzen sorgte – und schwerwiegende Probleme beschert.

Mitchell Weiser wird dem SV Werder Bremen aufgrund einer schweren Knieverletzung monatelang fehlen. Wie reagiert der Verein auf den Ausfall?

Kreuzbandriss-Schock um Mitchell Weiser sorgt bei Werder Bremen für kollektives Entsetzen

„Wenn man solch eine Nachricht erhält, ist das natürlich ein Schock“, sagt auch Fußball-Chef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. „Sportlich schmerzt der Ausfall sehr, aber auch menschlich tut es mir für Mitch unheimlich leid.“ Mitchell Weiser ist im Bremer Kader ein absoluter Leistungsträger, ein Profi, der auch gerne mal als Unterschiedsspieler bezeichnet wird. Verständlich. Von seinem Kaliber gibt es an der Weser nicht allzu viele – weshalb etlichen Fans der Blick in die Zukunft gerade sehr düster erscheint. Schließlich müssen aktuell ebenfalls, wenn auch deutlich kürzer, Jens Stage (Belastungsreaktion im Fuß) und Marvin Ducksch (Wadenverletzung) pausieren. Damit fehlt während der Vorbereitung mal eben das Top-Trio in Sachen Scorerpunkten aus der Vorsaison. Als Vierter dahinter folgt Romano Schmid, dessen Verbleib ebenso wie von Ducksch und Stage längst nicht gesichert ist. Vielmehr wird der Österreicher immer wieder mit einem Abgang Richtung Italien in Verbindung gebracht. Ein Verkauf würde Werder Bremen zwar fraglos viel Geld bescheren, aber auch ein noch größeres sportliches Loch reißen, das erst einmal gestopft werden müsste.

Wie will Werder Bremen den Ausfall von Mitchell Weiser kompensieren? „Wirft jetzt nicht sämtliche Planungen über den Haufen“

Mit Bordmitteln sind derartige Vakanzen nicht qualitativ hochwertig genug aufzufüllen, das gibt der Kader nicht her. Clemens Fritz, Peter Niemeyer als Leiter Profifußball und Kaderplaner Johannes Jahns geraten folglich noch mehr unter Druck. Sie müssen einerseits die Schatten der Vergangenheit bekämpfen, als manch Transfer nicht saß, und anderseits auch noch die neuen Probleme in Angriff nehmen. Bessere Entscheidungen als in der Vergangenheit sind Pflicht, sonst droht erhebliches sportliches Ungemach. Das zweimalige knappe Vorbeischrammen an Europa darf nicht blenden, in der Bundesliga kann es bei Werder Bremens Möglichkeiten auch schnell wieder in andere Regionen gehen. Vor allem dann, wenn zentrale Figuren wie Mitchell Weiser ausfallen. „Wir können trotzdem nichts anderes tun, als die Situation jetzt anzunehmen und das Bestmögliche daraus zu machen“, betont Fritz. „Wir bleiben positiv und werden jetzt nicht jammern.“

Und doch bleiben es etliche Baustellen für einen Club, der in diesem Sommer bislang erst einen Transfer über die Bühne gebracht hat – nämlich den von Verteidiger Maximilian Wöber. Muss nach dem Weiser-Drama nun sogar ganz neu gedacht werden? „Mitchs Ausfall wirft jetzt nicht sämtliche Planungen über den Haufen“, verspricht Clemens Fritz. „Aber er ist einer unserer Führungsspieler – und deshalb müssen wir nun natürlich ganz genau schauen, was wir unternehmen können. Wir führen intern bereits Gespräche darüber, welche Möglichkeiten es für uns gibt.“

Werder-Bremen-Transfers? Clemens Fritz: „Wir wollen schnellstmöglich Bewegung in den Kader bekommen“

Worüber genau bei Werder Bremen nachgedacht wird, verrät der Ex-Profi nicht. Auch weil die böse Weiser-Nachricht noch recht frisch in den Knochen steckt. Aber die Dringlichkeit ist unübersehbar. In Felix Agu steht im Grunde nur ein einziger adäquater Ersatz zur Verfügung. Der 25-Jährige kann zwar auf beiden Schienen eingesetzt werden – aber auch bei ihm könnte ein wirtschaftlich lukrativer Abschied noch zum Thema werden. Ein Verkaufsverbot in dieser Hinsicht würde Werder zwar sportlich weiterhelfen, kann sich der Club aber nach aktuellem Stand finanziell eigentlich nicht leisten. Derweil befindet sich eine angedachte Verpflichtung der vorherigen Galatasaray-Leihgabe Derrick Köhn weiter in der Schwebe – nicht ausgeschlossen, dass nun noch einmal mehr Schwung in die Angelegenheit kommt. Oder Alternativen nun noch vehementer in Erwägung gezogen werden.

Und dann ist da natürlich noch Juves Offensiv-Talent Samuel Mbangula. Im Hintergrund wird nach DeichStube-Informationen weiter an der millionenschweren Verpflichtung des 21-jährigen Linksaußen getüftelt, daran hat auch Mitchell Weisers Kreuzbandriss nichts geändert. Das gelte aber grundsätzlich für alle Ideen, deren Umsetzung die Bremer Verantwortlichen in diesen Tagen nachgehen. „Auswirkungen auf unsere bisherigen Aktivitäten hat die Verletzung nicht, da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun“, versichert Fritz. „Wir wollen schnellstmöglich Bewegung in den Kader bekommen, arbeiten intensiv an verschiedenen Themen – aber ab und zu muss man halt auch etwas geduldiger sein.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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