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Bremen - „Ich erwarte, dass Werder mir jetzt hilft.“ Dieser Satz, von Luca Caldirola im Interview mit der DeichStube geäußert, hat die Bremer Bosse erreicht. Und Wirkung erzielt.
Sportchef Frank Baumann signalisierte am Freitagmittag in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund die Bereitschaft, den unglücklichen Verteidiger im Sommer ziehen zu lassen. „Wir werden uns zusammensetzen und sehen, was die beste Lösung ist. Dann kann es auch zur Trennung kommen“, erklärte Baumann.
Caldirolas Vertrag bei Werder läuft zwar noch bis 2019, doch der Verteidiger hat in der laufenden Saison lediglich ein Spiel gemacht. Seine Unzufriedenheit darüber hatte er im Gespräch mit der DeichStube in die Öffentlichkeit getragen. Allerdings in einer Art und Weise, die sowohl Manager Baumann („Es ist völlig in Ordnung, dass er sich so äußert, wie er sich äußert. Sein Verhalten ist top“) als auch Trainer Florian Kohfeldt Respekt abnötigt.
„Das Interview ist bemerkenswert, weil Luca niemanden kritisiert. Dass er unzufrieden ist, ist absolut nachzuvollziehen. Was er sagt, hat eine hohe Ehrlichkeit – und das ist ein hohes Gut“, meint der Coach, der Caldirola bisher noch nicht einmal eingesetzt hat. Wieso, weshalb? Die Antwort gibt Baumann, in dem er sagt, dass im Fußball nunmal immer der Leistungsgedanke zähle.
Demnach ist die harte Wahrheit, dass die Bremer Verantwortlichen (auch beim damaligen Cheftrainer Alexander Nouri war das nicht anders) Caldirola sportlich für zweite oder dritte Wahl halten. Dennoch wurde im vergangenen Sommer der Vertrag verlängert. Der Spieler selbst hat das als „einen Fehler“ bezeichnet – „für beide Seiten“.
Baumann: „Würde Vertragsverlängerung nicht als Fehler bezeichnen“
Baumann sieht das jedoch nicht so. Sein Widerspruch: „Die Idee war, dass er oft zum Einsatz kommt. Die Trainer haben dann jeweils auf andere Spieler gesetzt. Trotzdem sind wir sehr dankbar, einen Spieler wie Luca in der Hinterhand zu haben. Deshalb würde ich die Vertragsverlängerung damals nicht als Fehler bezeichnen.“
Caldirola hat sich außer eines sicheren Gehalts aber nur Frust abgeholt. Gestänkert hat er aber nie – und will es auch jetzt nicht machen. Im Gegenzug hofft er auf das Bremer Entgegenkommen, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Wechsels betrifft. Versprochen hat Baumann ihm das zwar nicht, aber er hat auch nichts gesagt, was dagegen spricht.