Werder-Profi mit Österreich im EM-Achtelfinale

„Es war schon ein richtig gutes Spiel von mir“: Romano Schmid „spickt“ bei Füllkrug und zeigt es mit Österreichs EM-Gruppensieg den neckenden Werder-Kollegen

Großer Jubel bei Romano Schmid und Co.: Der Profi des SV Werder Bremen stieß mit einem Tor für Österreich gegen die Niederlande die Tür zum EM-Achtelfinale auf.
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Großer Jubel bei Romano Schmid und Co.: Der Profi des SV Werder Bremen stieß mit einem Tor für Österreich gegen die Niederlande die Tür zum EM-Achtelfinale auf.

Romano Schmid hat sein erstes EM-Tor erzielt und mit Österreich den EM-Achtelfinaleinzug perfekt gemacht: Was der Werder Bremen-Profi dazu sagt!

Bremen/Berlin – So kurz nach dem Spiel musste sich Romano Schmid mit einem flüchtigen Blick auf das Smartphone begnügen, dabei trudelte eine Nachricht nach der anderen ein. Zu auffällig war die Leistung des Profis des SV Werder Bremen beim 3:2-Triumph der österreichischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande gewesen. Schmid spielte stark, traf per herrlichem Flugkopfball zum zwischenzeitlichen 2:1 und hatte so großen Anteil daran, dass die Auswahl der Alpenrepublik vor den favorisierten Teams aus Frankreich und den Niederlanden Gruppensieger wurde. Kein Wunder also, dass der Bremer hinterher allerlei Interviews geben musste und das Telefon erst später ausgiebig begutachtet werden konnte. „Mein Handy ist komplett überfüllt“, erklärte der 24-Jährige lachend. „Mitchell Weiser und ich haben gestern noch geschrieben und ich habe kurz gesehen, dass er mir gratuliert hat. Und Niclas Füllkrug auch. Jeden Tag habe ich früher Kopfbälle von ihm gesehen, bei denen ich nicht verstanden habe, wie die ins Tor gehen können – da habe ich mir anscheinend etwas abgeschaut.“

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Werder Bremens Romano Schmid: „Ich bin dankbar und sehr stolz, hier dabei zu sein und solch eine Chance zu bekommen“

In den vorherigen beiden Partien der Österreicher hatte Romano Schmid noch eine Nebenrolle gespielt. Zum Auftakt gegen Frankreich (0:1) war er erst in der Nachspielzeit eingewechselt worden und erlebte ein recht unspektakuläres EM-Debüt, beim Spiel gegen Polen (3:1) mischte er immerhin in der Schlussphase mit. Nun folgte die Startelf-Premiere – und der Leistungsträger des SV Werder Bremen zahlte das Vertrauen von Bundestrainer Ralf Rangnick ausgiebig zurück. „Ich bin dankbar und sehr stolz, hier dabei zu sein und solch eine Chance zu bekommen. Ich glaube, dass ich sie genutzt und gezeigt habe, dass man mit mir rechnen kann, wenn man mich braucht“, meinte Schmid und urteilte zufrieden: „Es war schon ein richtig gutes Spiel von mir.“

Seinen ebenso wichtigen wie schönen Treffer bejubelte der Mittelfeldprofi des SV Werder Bremen hinterher mit einer besonderen Geste, indem er den Daumen in den Mund steckte, kurz daran lutschte und anschließend mit seinen Armen eine Babyschaukel formte. Manch Beobachter vermutete schnell, dass Nachwuchs unterwegs sei, bekanntlich war Schmid aber schon kurz vor der Europameisterschaft zum zweiten Mal Vater geworden. „Ich vermisse meine Familie extrem, mein großer Sohn vermisst mich auch extrem“, gab Romano Schmid zu. „Meine Frau könnte sicherlich auch ein bisschen Unterstützung von mir gebrauchen, deshalb ist man natürlich traurig als Papa, wenn man seinen neugeborenen Sohn nicht wirklich kennenlernen kann in der Anfangsphase. Aber das werde ich nachholen, sie alle geben mir auf jeden Fall die nötige Kraft.“ Der besondere Jubel war dabei nicht nur ein Gruß an die Lieben zu Hause, sondern auch das Nachholen von Verpasstem, wie er in einem Gespräch mit der ARD verriet: „Ich habe drei Tore bei Werder gemacht, als mein Sohn unterwegs war. Meine Frau war schon immer sauer, dass ich den Jubel da leider vergessen habe“, erklärte er grinsend. „Jetzt ist mein Emilio ja aber da. Das Tor ist für meine zwei Söhne und meine Frau.“

Romano Schmid: „In der Werder-Kabine habe ich jeden Tag gesagt, dass alle abwarten sollen, denn wir werden Gruppensieger“

Einen weiteren Gruß schickte Romano Schmid derweil noch an seine Bremer Vereinskameraden – und konnte sich auch da ein Lachen nicht verkneifen. „In der Werder-Kabine habe ich jeden Tag gesagt, dass alle abwarten sollen, denn wir werden Gruppensieger“, schilderte er. „Da hat mich jeder ausgelacht - jetzt werden sie sich wahrscheinlich freuen für mich. Ich freue mich schon auf die Nachrichten meiner Mitspieler.“ Gekommen sind bekanntlich viele. Und womöglich werden es noch mehr, wenn die Österreicher und Romano Schmid auch im EM-Achtelfinale derart überzeugen. Der Gegner muss erst noch ermittelt werden, Georgien, die Türkei oder Tschechien könnte er heißen. Wer es letztlich wird, ist für den Offensivakteur des SV Werder Bremen aber eher zweitrangig. Für ihn gilt die Marschroute: „Ein Tor mehr schießen als der Gegner, dann sind wir weiter.“ Denn Schmid freut sich auf die weitere EM-Reise: „Es ist immer schwer zu sagen, was möglich ist. Das Turnier fängt jetzt erst so richtig an, nun kommen die coolsten Spiele im Fußball – cooler geht’s nicht.“ (mbü)

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